Geldwerte loswerden, bevor es zu spät ist

Geldwerte

Viele Verbraucher haben Geldwertanlagen zuhause und leben mit dem guten Gefühl, dass sie alles sicher angelegt haben. Diese Sicherheit ist jedoch trügerisch. Einige Versicherungsnehmer, die ihre Altersvorsorge auf konventionelle also kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen aufgebaut haben, werden die aktuellen Entwicklungen auf den Finanzmärkten mit Besorgnis verfolgen.

In den letzten 15 Jahren geschahen Dinge, die vorher noch als völlig undenkbar galten. Unmöglich erschienen diese Szenarien und unerschüttert schien das Selbstvertrauen der Sicherheitsapostel in Deutschen Landen. Doch es kam anders: Die unglaublichen Szenarien fanden statt und damit wurden die Fundamente, auf denen das Sicherheitsdenken der Deutschen aufbaute, erschüttert.

1. Tabu-Thema: Lebensversicherungsgesellschaften können nicht pleitegehen

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Mannheimer – wie die Mannheimer Lebensversicherung AG im Volksmund kurz genannt wurde. Im Sommer 2003 geschah das, was niemand bisher auch nur ansatzweise hätte glauben können. Ein Ruck ging durch die Branche! Der erste deutsche Lebensversicherer stand vor dem Aus. Das Vertrauen der Versicherten wurde erschüttert und das konnte man sich selbstverständlich nicht leisten. Man riss sich nicht darum, aber es musste sein. Die Branche musste Feuerwehr spielen und die notleidende Mannheimer retten. Man gründete Protektor, eine Auffanggesellschaft, die die Versicherungsverträge von notleidenden Versicherern im Insolvenzfall weiterführen und somit die Versicherten vor Verlusten bewahren soll.

Protektor wird von den Versicherern finanziert. Die Finanzkraft von Protektor ist somit auch nur so groß, wie die der Versicherer. Die Frage ist erlaubt, wie viele Pleiten aus den eigenen Reihen sich die Branche leisten kann. Fachleute wissen, dass Protektor nicht einmal ansatzweise über eine ausreichende Kapitaldecke verfügt, um die Verträge mehrerer notleidender Versicherer aufzunehmen. Wie sollte das auch möglich sein? Aktuell zahlen die Lebensversicherer an ihre Kunden aufgrund der bestehenden Lebensversicherungsverträge höhere Zinsen aus, als sie derzeit erwirtschaften. Somit muss man sich an den Reserven bedienen, was die Finanzkraft der Unternehmen erheblich schwächt. Es sieht ganz so aus, als würde man keine weiteren Pleiten mehr verkraften.
Deshalb sollten alle, die an ihrer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung festhalten wollen beten, dass nicht noch ein Versicherer insolvent wird.

2. Tabu-Thema: Banken können nicht pleitegehen

Banken sterben leise, so leise, dass man es selten mitbekommt. Aber sie sterben und das schon sehr viel länger als seit der jüngsten Finanzkrise. Hier geht es nicht um eine Hypo-Real-Estate oder
dergleichen. Nein, Banken sterben, seit es Banken gibt. Die Branche regelte das jedoch immer intern durch sogenannte Übernahmen. Das ist auch notwendig, denn genau wie das Vertrauen in die Lebensversicherer nicht erschüttert werden darf, muss es in die Banken erst recht erhalten bleiben, denn die Kreditinstitute verwalten die größten Vermögensanteile der Deutschen. Käme es hier zum Vertrauensbruch, würden die Auswirkungen einer Katastrophe gleichkommen. Anleger, die fürchten, Ihr Geld zu verlieren, würden schnellstmöglich versuchen, es zu retten, am besten durch sofortige Abhebung des Vermögens am Bankschalter.

Keine Bank oder Sparkasse hat ausreichend Bargeld, um ihre Kundengelder auszuzahlen – nicht einmal Bruchteile wären an die Kunden auszahlbar. Die Bargeldbestände sind immer nur in der Höhe des üblichen Bargeldverkehrs plus einer kleinen Reserve vorhanden. Aus diesem Grunde müssen ja auch hohe Bargeldabhebungen vorher avisiert werden, damit das Kreditinstitut vorher genug Bargeld beschaffen kann.

Würden nun unerwartet viele Kunden auf einmal ihr gesamtes Geld abheben wollen, wäre das unmöglich. Der psychologische Effekt, sein eigenes Geld nicht zu bekommen, würde die Situation verschlimmern, sich wie ein Lauffeuer verbreiten und sich letztendlich sogar auf die gesamte Banken- und Volkswirtschaft eines Staates negativ auswirken. Aus diesem Grunde ist es so wichtig, Bankenpleiten hinter vorgehaltener Hand intern zu regeln und jegliches Aufsehen zu vermeiden.

Seit dem Jahr 2000 wurden 15 Finanzinstitute insolvent. Darunter finden sich Namen, die man selten hört wie z. B. systracom Bank, Bankhaus Partin GmbH & Ci KGaA, Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG, DBH Brokerhaus AG, Fritz Nols Global Equity Services AG, AHAG Wertpapierhandelsbank AG, BKmU Bank AG, Gontard & Metallbank AG, A & A Actienbank AG oder Guthmann & Roth AG aber auch bekanntere Namen wie BFI Bank AG, Phoenix Kapitaldienst GmbH, Berliner Bürgschaftsbank AG oder Lehman Brothers Bankhaus AG und die Weserbank AG. Aber auch vor dem Jahr 2000 starben bereits Banken und aktuell wurde das Bankensterben nur durch die Regierung verhindert. Ob ein Einlagensicherungsfonds in der Lage sein wird, die Vermögen der Deutschen im Falle massiver Bankenpleiten zu retten, bleibt abzuwarten, ist aber eher unwahrscheinlich. Zwar ist der Höchstbetrag der Besicherung begrenzt, doch die Masse macht´s. Kein System ist in der Lage, Lawinen aufzuhalten. Eine Lawine von Bankenpleiten wird den Einlagensicherungsfonds mit Sicherheit an seine Grenzen führen. Wird der Staat dann dafür aufkommen? Der Staat kann ja bekanntlich nicht pleitegehen, oder doch?

3. Tabu: Staaten können nicht pleitegehen

Wo steht geschrieben, dass der Staat, speziell unserer Staat, nicht pleitegehen kann? Zugegeben stehen die Deutschen weit besser da als viele ihrer EU-Kumpanen. Doch was passiert, wenn Griechenland
nur der Anfang ist und weitere EU-Staaten folgen? Und was passiert, wenn die sogenannten stärkeren EU-Länder es einfach nicht mehr schaffen, die Probleme der schwächeren Länder zu lösen? Wer wird
übrig bleiben? Was wird mit den Ersparnissen passieren? Staaten können bankrott sein. Deutschland war bereits bankrott und tut alles dafür, dass der nächste Bankrott immer näher rückt. Die Regierung hat doch gar keine Wahl. Hätte sie die Banken sterben lassen sollen? Was wäre mit der Wirtschaft geschehen? Der Zusammenbruch des Finanzsystems verläuft vielleicht nicht so friedlich ab wie die Wiedervereinigung Deutschland. Wir sehen doch, was in Griechenland los ist. Dort wird nicht nur verbissen diskutiert. Da wird auch Rabatz gemacht, solange bis die ganze Bude kracht.
Soll Deutschland zusehen, wie Griechenland vor die Hunde geht und damit dem Euro jegliche Vertrauensbasis entziehen? Die EU hat sich die Sache damals mit der einheitlichen Währung eingebrockt und nun müssen sie auch gemeinsam dafür sorgen, dass der Euro vertrauenswürdig bleibt, koste es, was es wolle. Tja, und eine gemeinsame Lösung bedeutet bekanntlich immer, der Stärkere hilft den Schwächeren und jeder nach seinen Möglichkeiten. Man muss sich die EU-Staaten doch nur mal genauer ansehen und dann wird schlagartig klar, wer zukünftig immer die Hauptlast zu tragen hat, wenn die sprichwörtliche „Kacke am Dampfen“ ist.

Schlussfolgerung

Oben ist unten. Alte Glaubenssätze haben ihren Zauber verloren. Jeder ist gut beraten, seine Augen zu öffnen und sein eigenes Gehirn zu benutzen und sich nicht auf die Wohlfühl-Sprüche der Sicherheits-Lobby zu verlassen. Warten Sie nicht, bis es noch schlimmer wird, sondern werden Sie sofort aktiv! Werden Sie jetzt Ihre inflationsgefährdeten Geldwertanlagen los und investieren Sie in wertbeständige Sachwerte.

Infos zum Autor: Michael Sielmon
Foto: Bernd Liebl, Magdeburg

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