Lobgesang auf die Freiheit

Freiheit

In der ehemaligen DDR herrschte das Volk. Diktatur des Proletariats wurde das genannt. Als im Jahr 1989 der so genannte freiheitliche Prozess in Gang gesetzt wurde, konnten viele der Bürger der damaligen DDR noch nicht begreifen, was sich für sie und ihr Leben damit verändern würde. Wie auch, war doch ihr gesamtes Leben bisher in vorgefertigten Bahnen verlaufen. Der Freiheitswunsch trieb die Menschen auf die Straße. Heute haben alle Bürger Deutschlands Freiheit, eine Freiheit, die viele geradewegs in den Ruin treibt. Es darf Bilanz darüber gezogen werden, welche Entwicklungen es gab.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Diese Zeilen stammen aus den ersten 5 Artikeln des Grundgesetzes. Und es lässt sich daraus ohne Zweifel ableiten, dass der Deutsche ein freier Mensch ist. Er kann gehen, wohin er will, sagen was er will und so viel Geld verdienen, wie er will. Soweit die Theorie.

Wie so oft klafft eine Lücke zwischen Theorie und Praxis, denn wirklich umsetzen können die Vorzüge der Freiheit nur wenige. Freiheit ist ein Recht, keine Verpflichtung. Um dieses Recht auch im eigenen leben umzusetzen, benötigt man ein wenig mehr als nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Man muss Freiheit zuerst verstehen und erkennen, welche Umstände diese Freiheit einschränken oder bedrohen. Und das ist es, wozu nur sehr wenige fähig sind. Es geht darum, sich kritisch mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen und zu erkennen, welche Mechanismen die Maschine Deutschland am Laufen halten. Erst wenn man das verstanden hat, ist es überhaupt möglich, der Manipulation diverser Interessenvertreter zu entkommen und damit zu verhindern, dass man zu ihrem Spielball wird.

Freiheit hat aber auch Kehrseiten. Diese Freiheit sorgt für eine große Vielfalt. Vielfalt ist schön, manchmal aber auch nur sehr teuer. Wie das gemeint ist, soll an ein paar Beispielen näher beschrieben werden.

Blenden wir einmal zurück, begeben wir uns in die damalige Deutsche Demokratische Republik. Dieser Staat wird nur allzu gern belächelt. Die Wirtschaft war nicht leistungsfähig, der Staat hoch verschuldet. Die Infrastruktur wurde stark vernachlässigt. Die Menschen lebten ihr Leben. Alle waren gleich, also zumindest die meisten waren es. Einige waren etwas besser gestellt. Sie waren die so genannte Intelligenz. Ihnen wurden die Posten anvertraut, an die der „Normalsterbliche“ nur schwer heran kam. Sie waren die Personen in Leitungspositionen und sie verdienten oft auch mehr Geld als der „Vorzeigeproletarier“. Arbeit war übrigens ein Grundrecht. Jeder bekam einen Arbeitsplatz und konnte für sich sorgen. Die Einkommen sicherten das tägliche Leben ab, für Luxus musste gespart werden.

Was war Geld wert?

Apropos Geld: Was war das Geld damals wert? Genussmittel sind ungesund und waren daher teuer. Der Preis für Süßigkeiten war zwar nicht übermäßig hoch aber Alkohol und Tabak waren dafür umso teurer. Grundnahrungsmittel und Waren des täglichen Bedarfs waren in der DDR sehr preiswert und die Preise waren stabil. Jeder sollte immer genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, das man sich leisten konnte, und ausreichend Kleidung haben. Teuer waren Dinge, die Bestand hatten. Möbel zum Beispiel, Unterhaltungselektronik, Autos etc. Diese Güter waren sehr teuer. Dafür war aber die Nutzungsdauer dieser Güter auch sehr hoch. Man war darauf ausgerichtet, mit Rohstoffen sparsam umzugehen. Getränke gab es ausschließlich in Pfandflaschen zu kaufen. Altrohstoffe konnten für Geld an spezialisierte Annahmestellen zurückgeführt werden. Dort wurde man Altglas, Papier, Pappe, Altmetall und Altkleider los. Es war eine interessante Einnahmequelle für Kinder, die oft loszogen und die Wohngebiete oder auch die Plattensiedlungen nach Altrohstoffen abklapperten und damit ihr Taschengeld aufbesserten. Das Recycling funktionierte also perfekt. Rohstoffen waren schließlich teuer und kosteten wertvolle Devisen. Gesparte Devisen für Rohstoffe waren also eine gute Sache.

Sozialversicherung

Das Sozialversicherungssystem war sehr einfach. Es gab nur eine Sozialversicherung, die staatliche Sozialversicherung des Freien Deut-schen Gewerkschaftsbunds (FDGB). Diese war die Kranken- und Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte in der DDR, die von 1947 bis 1990 existierte und neben der Absicherung der Versorgung im gesundheitlichen Bereich und der Altersversorgung auch verschiedene andere soziale Leistungen erbrachte. Sie war als Pflichtversicherung mit einem einheitlichen Beitragssatz konzipiert. Von der Sozialversicherung (SV) wurden Leistungen bei Krankheit, bei Schwanger- und Mutterschaft, im Ruhestand, bei Unfall und Invalidität sowie beim Tod von Angehörigen erbracht. Die Krankenversicherung der SV schloss unentgeltlich und zeitlich unbe-
fristet die ambulante und stationäre ärztliche und zahnärztliche Behandlung, die Versorgung mit Medikamenten, Zahnersatz und anderen Heilmitteln, die Inanspruch-nahme von Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen sowie die Zahlung von Kranken- und Ausfallgeld ein. Weitere Leistungen der SV waren Unfall-, Invaliden-, Alters- und Hin-terbliebenenrenten sowie Blindengeld, Alterspflegegeld und Beihilfen zu Bestattungskosten.

Die Sozialversicherung des FDGB war als einheitliche Pflichtversicherung für alle Arbeiter und Angestellten konzipiert und betreute damit rund 90 Prozent der DDR-Bevölkerung. Die Versicherungspflicht galt neben Arbeitern und Angestellten auch für Lehrlinge, Studenten und Fachschüler sowie freiberuflich tätige Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte. Der einheitliche Beitragssatz betrug 20 Prozent des Bruttoeinkommens bei einem Höchstsatz von 120 Mark der DDR pro Monat. Jeweils die Hälfte des Beitrags wurde vom Versicherten und von seinem Arbeitgeber gezahlt, in der SV des FDGB versicherte freiberufliche tätige Personen zahlten den vollständigen Beitrag von 20 Prozent allein.

Die Verwaltungskosten der SV waren vergleichsweise moderat. Eine schlanke Verwaltung hat eben seine Vorteile. Es gibt eine Leitung und ansonsten lediglich Geschäftsstellen als Anlaufpunkte der versicherten. Da es keine Konkurrenz gab, war man nicht darauf angewiesen, z. B. Geld sinnlos für Werbung auszugeben. Ein Anbieter kümmert sich um alle sozialversicherungstechnischen Belange.

Ziel der SV war es, die Menschen produktiv zu halten, also ihre Gesundheit zu fördern. Sportvereine wurden staatlich gefördert. Schon im Kindesalter wurde versucht, jedem eine Möglichkeit zur Ausübung seiner Lieblingssportart zu geben. Wettbewerbe auf schulischer, auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene förderten Leistungswillen und –bereitschaft der Teilnehmer.

In der DDR war alles darauf ausgelegt, aus wenigen Ressourcen möglichst viel zu erreichen. In manchen Bereichen entstanden daraus sehr schlanke Strukturen, die entsprechend kosteneffizient waren. Dadurch lag das Hauptaugenmerk darauf, die Gelder dort einzusetzen, wo sie gebraucht wurden, bei der Versorgung der Menschen. Aus dem Mangel ist hier etwas wirklich Gutes entstanden.

Knappe Lebensmittel

Die Auswahl an Waren war sehr begrenzt. Da es volkseigene Betrie-be waren, die produzierten, gab es auch hier keine Konkurrenz. Daher gab es keine Notwendigkeit, von einem Produkt zehn verschiedene Angebote in das gleiche Regal zu stellen. Der tägliche Einkauf war somit schnell erledigt. Man wusste einfach, wo das stand, was man brauchte. Engpässe, die ab und zu vorkamen, nahm man in Kauf. Um dem zu begegnen, passte man sein Kaufverhalten an. Lebensmittel wurden in der Region produziert. Zu Knappheit konnte es kommen, wenn mal die Ernten schlecht ausfielen oder Seuchen und daraus resultierende Tiersterben die Fleisch- produktion verminderten. Wenn es seltene Waren gab, wurde die Information darüber per Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. Gelegentlich bedeutete das, dass man seinen Arbeitsplatz verlassen und sich an eine lange Schlange anstellen musste, um von den begehrten Waren überhaupt noch etwas abzubekommen. Manchmal musste man sich ab und zu ein wenig anstrengen, wenn man etwas Besonderes haben wollte.

Keine Reisefreiheit

Verreist wurde ins partnerschaftliche Ausland (Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien usw.) oder man blieb im eigenen Lande, reiste ins Mittelgebirge, an die Ostsee oder in eins der vielen Naherholungsgebiete, die es überall im Lande gab. Man blieb hinter dem „Eisernen Vorhang“. Das war nun mal so in der DDR. Reisen war vor allem eine Frage des Geldes. Doch, wann und wo ist das nicht so?

Finanzdienstleistungen

Die Finanzdienstleistung lief auf Sparflamme. Es gab die Sparkassen und Volksbanken, die sich um die Konten der Menschen kümmerten. Kredite gab es kaum. Es gab den Ehekredit, wenn ein junges Paar heiratete und kein Kapital besaß, um sich z. B. eine Wohnung einzurichten. Hypothekenkredite gab es auch für Häuslebauer. Dieses Bau-Geld kostete nur sage und schreibe 1% Zins. Große Dinge schaffte man sich an, wenn man das Geld dafür angespart hatte. Das Werkzeug dazu war das Sparbuch. 3,25% Zinsen gab es auf das Guthaben. Das mag nicht viel erscheinen, da es jedoch keine Inflation in der DDR gab, wuchs das Guthaben tatsächlich, trotz der „geringen“ Zinsen. Schulden waren etwas Schlechtes in der DDR und somit versuchte jeder, ohne Schulden klarzukommen. Versicherungen gab es natürlich auch. Die staatliche Versicherung machte Angebote für die Dinge, die nicht durch die staatliche Absicherung abgedeckt waren. Die Palette reich-te von KFZ, Hausrat, Gebäude über Unfall bis zur Lebensversicherung. Im Grunde war sie der heutigen Versicherungswelt ähnlich, nur dass es nur einen einzigen Anbieter gab. Und das reichte auch aus.

Gesellschaft

Das Leben war geprägt von den Wertvorstellungen der herrschenden Klasse. Da diese aber das Volk war, bedeutete es, den Menschen immer wieder vor Augen zu führen, dass sie es selbst sind, die herrschten. Sprachrohr dafür waren die Erzieher, Lehrer und vor allen anderen die Partei. Die Medien unterlagen staatlicher Kontrolle. Alle Informationen waren systemkonform und darauf ausgerichtet, den Menschen ein gutes Gefühl zu geben und ein hohes Maß an Zufriedenheit mit ihrem Leben zu erzeugen. Die Methode war einfach. Zeig den Menschen, wie schlecht es anderswo ist und sie wissen zu schätzen, was sie haben und wie gut es ihnen geht. Loyale Bürger sollten erzeugt werden und diesen Job machten die Medien sehr gut.

Politik wurde zentral gemacht. Wahlen wurden im Grunde nur pro forma abgehalten, denn am Ende gewann immer die gleiche Partei. Die Menschen hatten somit das Gefühl, sie seien gefragt worden.

Gefühlte Freiheit

Die meisten Menschen hatten das Gefühl, sie seien frei. Denn sie hatten keinen Blick darauf, wie anders das Leben noch sein könnte. Da das Volk herrschte, war die Gesellschaft sozusagen selbst geschaffen und diente nur dem Wohl des Volkes. Zumindest war das die Botschaft, die das Volk verstehen sollte. Freiheit ist somit ein Gefühl. Ich fühle mich frei, also bin ich frei?

Einige fühlten sich nicht ganz so frei. Deshalb kämpften sie für ihre Freiheit. Das Ergebnis kennen wir alle. Das geteilte Deutschland wurde vereint. An die Stelle des Mangels trat der Überfluss. Nun war ein Bereich der neuen Freiheit der, sich mit dem Überfluss auseinandersetzen zu können. Sehr schnell wird klar, dass die neu erworbene Freiheit den Menschen eher einschränkt. Hatte man früher im Mangel keine Entscheidungsfreiheit, weil die Möglichkeiten eingeschränkt waren, steht man nur dem Überfluss manchmal gelähmt gegenüber.

Mehr von einer Sache, also eine Auswahl zu haben, um eine Wahl treffen zu können, ist sicherlich im ersten Moment angenehm. Bringt es einen selbst weiter? Es gibt viele Dinge im Alltag, bei denen wir gar nicht genau unterscheiden können, welche Wahl die bessere ist. Uns ergeht es dann wie dem kleinen Kind. Schenken wir dem kleinen Kind ein Spielzeug, ist es glücklich und kann sich stundenlang damit beschäftigen. Schenken wir ihm 10 Spielzeuge, nimmt es eins davon, kurze Zeit später ein zweites, dann ein drittes und so weiter. Es ist völlig rastlos und am Ende sogar unglücklich. Auswahl kann also auch frustrieren, wenn man nicht sofort erkennen kann, welches die beste Wahl ist.

Freiheit und Sozialversicherung

Die Sozialversicherung wurde aufgeteilt und gleicht einem bürokratischen Labyrinth. Die staatliche Rentenversicherung galt nun nicht mehr für jeden als Vorsorgeinstrument. Es gab damals neben ein paar kleineren Versorgungswerken für bestimmte Berufsgruppen zwei große Rentenversicherungsträger: die BfA, die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und die LVA, die Landesversicherungsanstalt. Die BfA war Träger der Rentenversicherung der Angestellten. Sie war zuständig für Versicherte, die als Angestellte beschäftigt sind, selbstständig tätige Lehrer, Erzieher, Pflegepersonen, Hebammen oder Entbindungspfleger sowie arbeitnehmerähnliche Selbstständige, freiwillig Versicherte, Sozialleistungsbezieher oder Rentner, die zuletzt vor der freiwilligen Versicherung, dem Sozialleistungsbezug oder der Rente keine Beiträge oder Pflichtbeiträge zur Angestelltenrentenversicherung gezahlt haben. Die BfA betreute die Versicherten im gesamten Bundesgebiet und hatte ihren Sitz in Berlin. Sie war nur dann zuständig, wenn nicht die Bundesknappschaft, die Bahnversicherungsanstalt oder die Seekasse aufgrund einer Sonderregelung zuständig war. Landesversicherungsanstalt (LVA) war in Deutschland die Bezeichnung der Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, die für die Durchführung der Versicherung der abhängig beschäftigten Arbeiter so-wie der gesetzlich pflichtversicherten selbständigen Handwerker und Gewerbetreibenden zuständig waren. Bis Ende September 2005 bestanden 22 regional zuständige LVA.

Seit Oktober 2005 gibt es die Deutsche Rentenversicherung, die aus einem Zusammenschluss aus der BfA und den LVAs hervorging. Die Bundesknappschaft, die Bahnversicherungsanstalt und die Seekasse stehen jedoch noch immer eigenständig als Rentenversicherungsträger ihrer Berufsgruppen da.

Die Altersvorsorge für Angehörige kammerfähiger freier Berufe wird über eigene Versorgungswerke gewährleistet. Das betrifft die Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Patentanwälte, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten und Ingenieure. Sie zahlen Pflichtbeiträge in die für ihre Kammer gültige Versorgungskasse ein.

Man muss kein Genie sein, um festzustellen, dass die Deutsche Rentenversicherung die Versicherung für das Volk darstellt, während die Besserverdiener ihre eigenen Versorgungswerke haben. Letztere stehen finanziell erheblich besser da als die Deutsche Rentenversicherung. Warum wohl? War das der Grundgedanke, der hinter der gesetzlichen Rentenversicherung stand, als man das Umlagesystem einführte, dass die einkommensstärkeren ihre Extrawurst bekommen sollten?

Freiheit und Krankenkassen

Richtig spannend wird es, wenn man sich das System der gesetzlichen Krankenversicherung ansieht. Während nach der Wiedervereinigung die Anzahl der gesetzlichen Krankenversicherungen noch recht überschaubar war, gab es in Deutschland zu Spitzenzeiten fast 260 gesetzliche Krankenversicherungen. Die Masse davon waren Betriebskrankenkassen. Die Anzahl ist in den letzten Jahren wieder rückläufig. Jedoch muss man feststellen, dass es nach wie vor eine Unmenge von Krankenkassen gibt, die alle die gleichen Leistungen anbieten, die alle einen eigenen Verwaltungsapparat besitzen, Räumlichkeiten, eigene Unterlagen, in denen ja eh immer das gleiche drinsteht usw.. Nicht zuletzt hat jede Krankenkasse ihre Chefs, die ja auch nicht wie die Hunde leben wollen und sich ihre verantwortungs-volle Tätigkeit gut bezahlen lassen. Und dann gibt es noch die Werbung, die die Kassen machen müssen, um Mitglieder zu bekommen. Jede Kasse verkauft sich als die beste. Die Frage, wie viel der Beiträge der Versicherten allein für unnütze Kosten drauf gehen, mag man sich gar nicht stellen.

Das meiste Geld, welches die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Mitglieder ausgeben, wurde für Behandlungen von Krankheiten oder andere Beeinträchtigungen und damit im Zusammenhang stehende Maßnahmen gezahlt. Nur ein geringer Prozentsatz wurde für Prävention ausgegeben. Die Ursachen dafür liegen im Leistungskatalog, der ja gesetzlich vorgeschrieben ist. Viele gesundheitsfördernde Maßnahmen können einfach nicht erstattet werden, wenn keine Krankheit mit im Paket ist oder die Wirksamkeit nicht schulmedizinisch nachweisbar ist. Letzteres betrifft z. B. Methoden, die nachweis-
lich funktionieren und seit Jahrhunderten praktiziert werden, die die Schulmedizin jedoch kategorisch aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Nachweisbarkeit ablehnt. Erfreulich ist jedoch, dass die gesetzlichen Krankenkassen diesen Budgetanteil seit Kurzem ausbauen und somit einen stetig wachsenden Anteil für präventive Maßnahmen für ihre Mitglieder ausgeben. Hoffen wir, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt. Denn oft sind die Kosten für Prävention viel geringer als eine Behandlung.

Lebensmittelindustrie

Die Produktionsmethoden von Lebensmitteln schmälern deren Qualität. In vielen Lebensmitteln sind Stoffe enthalten, die den Menschen systematisch krank machen. Einer der populärsten Stoffe ist Zucker. Zucker schmeckt süß und was süß schmeckt, essen wir gern. Außerdem hat Zucker auch noch andere Eigenschaften. Eine davon ist die Fähigkeit zu konservieren. Daher ist Zucker in vielen Produkten zu finden, wo man ihn auf Anhieb gar nicht vermutet. Selbstverständlich wird der Geschmack durch die Beigabe von Zucker verbessert. Der Tagesverbrauch an Zucker liegt pro Kopf bei ca. 120-150 Gramm! Der regelmäßige Zuckerkonsum führt in eine psychische Abhängigkeit. So essen wir immer mehr Zucker, obwohl unser Körper ihn gar nicht braucht.

Übrigens hat das Hanseatische Oberlandesgericht in einem Urteil Ende der achtziger Jahre sogar festgestellt, dass „in Zucker ein nicht zu vernachlässigendes Gefährdungspotential steckt“ (Aktenzeichen 3 U 11/87 74 O 235/86, der Begriff „Schadstoff“ ist also legitim). Überschüssiger Zucker wird vom Körper in Fett umgewandelt und lagert sich dann dort an, wo wir ihn eigentlich nicht haben wollen. Um diesen Umwandlungsprozess durchführen zu können, werden dem Körper viele Vitamine und Enzyme entzogen, die beim Verzehr von Zucker nicht mitgeliefert werden. Darüber hinaus steigert Zucker die Risiken einiger Krankheiten, die mit Übergewicht einhergehen, aber natürlich auch die von Diabetes, einer der häufigsten Wohlstandskrankheiten unserer Zeit und natürlich die Karies, von der fast jeder betroffen ist. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges.

Ein und dasselbe Produkt wird von verschiedenen Anbietern hergestellt. Diese versuchen ihr eigenes Produkt durch auffällige Verpackungen und Werbung in Presse, Funk und Fernsehen in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Die Regale in den Lebensmittelmärkten sind nun knallbunt. Es erweckt den Anschein, dass die Verpackung nun wichtiger ist als der Inhalt. Der Einkauf fällt schwerer. Welches der Produkte ist nun das bessere? Man muss fast ein Lebensmittelchemiker, Biologe, Werbefachmann und Betriebswirt gleichzeitig sein, um herauszufinden, welches der Produkte nun wirklich das richtige ist. Die Preise der gleichen Produkte verschiedener Marken sind unterschiedlich und sie verändern sich mit der Zeit, sie steigen!

Produkte, die es früher gar nicht oder nur selten gab, gibt es nun im Überfluss. Das ist natürlich angenehm. Während man sich früher lange anstellen musste, um z. B. Bananen abzubekommen, steht man nun vor dem Obstregal und überlegt, welche Sorte man mitnehmen möchte. Für den Überfluss zahlt man jedoch einen hohen Preis. Z. B. Früchte, die im Winter nicht gedeihen, werden mit hohem Aufwand und fatalen ökologischen Konsequenzen in Gewächshausplantagen in Rekordzeit herangezogen. Tier und Pflanze sind nur noch Waren, die zu geringstmöglichen Kosten aufgezogen werden, um dem Kaufverhalten der Bürger, die immer auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen sind, Rechnung zu tragen. Darunter leidet die Qualität der Nahrungsmittel natürlich erheblich. Sie sind belastet von Chemikalien (z. B. Pflanzenschutzmittel, Antibiotika), die dann beim Verzehr unsere Körper belasten. Im Ergebnis werden die Menschen immer anfälliger für Krankheiten. Sie gehen öfter zum Arzt und erhalten Medikamente, die zwar die Symptome beseitigen, die aber durch ihre Nebenwirkungen Schäden anrichten und den Körper damit weiter schwächen. Verschwörungstheoretiker sehen hier einen Zusammenhang und behaupten, der Mensch würde systematisch krank gemacht, damit die Pharmakonzerne ihre Medikamente besser verkaufen können. Würde wirklich jemand so weit gehen, um seine Profite zu vergrößern?

Die Frage ist, ob diese Entwicklung so positiv war? Wer ausreichend Geld hat, kann bewusster einkaufen und auf Bionahrungsmittel zurückgreifen. Diese werden schonend produziert und sind dementsprechend teurer. Dafür sind sie aber auch gesünder, da schadstofffreier. Diese Entwicklung darf man zweifellos als positiv beschreiben.

Geißel Konsum

Luxusartikel kosten nur noch einen Bruchteil dessen, was man früher kannte. Farbfernseher, die in der DDR 6.000 oder 8.000 Mark kosteten, konnte man in besserer Qualität für 1.000 D-Mark kaufen. Es gab Videorekorder für 500 D-Mark, Stereoanlagen usw. für 1.000 D-Mark, von den Haushaltsgeräten, die es jetzt für ansprechende Preise gab mal ganz zu schweigen. Jeder konnte sich nun alles leisten. Jeder, alles? Wer Arbeit hatte und Geld verdiente, hatte zumindest die Möglichkeit dazu.

Teure Lebenshaltung

Die Einkommen waren nun vergleichsweise hoch. Dafür war das Überleben teurer. Miete, Nebenkosten, Grundnahrungsmittel etc. nahmen und nehmen nun einen beträchtlichen Teil des Einkommens ein. Ein Auto gehörte dazu, denn oft benötigte man für den Weg zur Arbeit ein Fahrzeug. Viel blieb da selten übrig. Das Wenige, was übrig blieb, wurde brav auf das Sparbuch geschafft – war wohl Gewohnheit.

Gefahr Schuldenfalle

Die Konsumgesellschaft erzeugte ihre eigene Art von Druck, dem viele Menschen nicht standhielten. Man hatte mehr Wünsche als das Konto hergab. Es gab nun alles zu kaufen, aber man konnte trotzdem nicht alles haben. Früher konnte man z. B. nicht dorthin verreisen, wohin man wollte, weil es keine Möglichkeit gab. Nun konnte man nicht dorthin verreisen, wohin man wollte, weil man es sich nicht leisten konnte. Der Ausweg schien ein Kredit. Finanzieren Sie sich Ihre Wünsche mit einem Ratenkredit! Die Banken hatten anscheinend einen Ausweg. Man konnte nun doch haben, was man sich wünschte. Man musste es nur in kleinen Teilbeträgen zurückzahlen. Diese Angebote klingen erst mal verlockend. Wer schon einmal einen Kredit aufgenommen hat, weiß, wie schnell die Freude über den erfüllten Wunsch verpufft, wie lange die Last der monatlichen Raten aber drückt. Manchmal kommt es vor, dass ein Kredit nicht ausreicht. Man kauft so lange ein, bis die Raten so hoch sind, dass es keinen Spielraum mehr gibt. In so einer Situation darf dann nichts passieren, was den Geldhaushalt zusätzlich belastet. Über Umschuldungen kann man sich etwas mehr Spielraum verschaffen. Die Kreditrate wird damit meist geringer, die Laufzeit aber viel länger. Unter dem Strich zahlt man ein Vielfaches von dem, was die Ware ursprünglich gekostet hat. Hier wird der Konsum dann tatsächlich teuer bezahlt.

Ausbeutung über Sparprodukte

Wer Sparen kann, der spart. Die Sparprodukte sind vorhanden. Anbieter gibt es wieder sehr viele und die angebotenen Produkte werden mittels Werbung zu hypernützlichen Ungetümen aufgeblasen. Jeder hat immer das beste Produkt! Die Verzinsung ist in der Regel mager. Die geringen Zinsen werden durch Inflation – wir erinnern uns an steigende Verbraucherpreise – und Steuern – Kapitalerträge sind steuerpflichtig – aufgezehrt und enden meist in einer „Negativen Verzinsung“. Diesen Begriff nutzen die Anbieter. Das klingt nämlich viel freundlicher als „Verluste…“ oder „Miese…“ oder „Nasse zu machen“. Die unüberschaubare Masse der Anbieter und Angebote begünstigen den Verdrängungsmarkt. Hierzu rennen massenhaft Vertreter durch die Gegend und bewegen Menschen mit immer ausgefalleneren Argumenten aus einem schlechten Produkt ins nächste schlechte Produkt. Und die Menschen machen dieses Spiel mit. Sie glauben den Versprechungen der Vertreter nur allzu gern, denn fundamentale Wahrheiten werden ihnen immer vorenthalten. Würden die Menschen wissen, dass sie von jeder angebotenen Rendite immer Inflation und Steuer abziehen müssen, würden sie dann je wieder schlecht verzinste Produkte zeichnen?

Politik, die perfekte Illusion

Wir haben freie Wahlen. In der DDR gab es das nicht. Es wurde gewählt und am Ende änderte sich nichts. Es ging immer weiter wie gehabt. Wahlversprechen gab es natürlich auch. Daran war man gewöhnt und wusste, dass man dort nur heiße Luft von sich gab. Dieses Gebaren der Politiker scheint man in unserer Demokratie zur Meisterschaft gebracht zu haben. Was hier während eines Wahlkampfes versprochen wird und was davon später dann gehalten wird, darüber muss man sich wohl nicht äußern. Es scheint auch völlig egal zu sein, wenn ein gewählter Repräsentant, der unter der Voraussetzung seiner Wahlversprechen in sein Amt kam, später das genaue Gegenteil tut. Die Empörung darüber hält sich da echt in Grenzen. Diese Lethargie ist offensichtlich ein deutsches Problem und keines der Gesellschaftsform. Den Menschen ist es anscheinend egal, ob man sie belügt oder betrügt. So lange ihre Komfortzone nicht in Gefahr ist, ist offenbar alles gut.

Dieses Phänomen pflanzt sich fort. Der Deutsche ist ein gläubiger Mensch und das soll hier nicht in Bezug auf Religion gemeint sein. Er ist oft obrigkeitshörig und glaubt, was ihm von Seiten übergeordneter Instanzen vorgesetzt wird. Er hat zwar die Freiheit, Informationen nach ihrem Wahrheitsgehalt zu prüfen und vielleicht hat er sogar die Möglichkeit dazu. Aber von diesen Möglichkeiten wird selten Gebrauch gemacht. Ein gutes Beispiel dafür sind die Massenmedien. Was dort verbreitet wird, wird von vielen Menschen als Wahrheit angesehen.

Kaum jemand stellt in Frage, was man ihm da alles so präsentiert. Heutzutage muss man immer hinterfragen, wer welche Information aus welchen Motiven verbreitet. Sonst kann es sehr schnell passieren, dass man auf seine Freiheit verzichtet und zum Spielball anderer wird.

Übrigens hat sich an der Funktion der Medien im Vergleich zu den DDR-Medien nicht viel verändert. Man brüstet sich zwar mit der Freiheit aber in Wirklichkeit geht es den meisten darum, ausreichend Werbung platzieren zu können. Die Berichterstattung ist entsprechend. Es geht um Verkaufszahlen oder Einschaltquoten. Das Programm oder die Beiträge sind fast ausschließlich darauf ausgerichtet. Die Art und Weise der Präsentation ist entsprechend auffällig.

Die Freiheit wird durch gezielte Manipulation eingeschränkt

Größter Gegner der Freiheit ist übrigens der Mainstream, die so genannte graue Masse. Im Mainstream gibt es ein Fundament allgemein gültiger Anschauen, Meinungen und Wertvorstellungen. Diese entstammen einem kollektiven Bewusstsein, das nach allen Regeln der Kunst von einer Minderheit erschaffen wird. Der Mainstreamteilnehmer ist der leicht beeinflussbare Konsument. Vielleicht kennen Sie einen Artgenossen, auf den diese Bezeichnung zutrifft. Der Konsument erhält seine Informationen aus den Medien, vertritt die Meinungen seiner Mitmenschen und akzeptiert das, was ihm präsentiert wird, ohne zu hinterfragen.

Die Parallelen zur DDR werden allgegenwärtig, wenn man die Funktion der Medien näher betrachtet. War es damals in der DDR Aufgabe der Medien für gute Stimmung zu sorgen und von den Problemen im Lande abzulenken, hat sich an der Funktion der Medien heute wenig getan. Auch heute sitzt der Hartz IV-Empfänger vor seinem Fernseher und bekommt das Elend der Welt präsentiert. Angesichts hungernder Kinder, vermehrtem Leid durch Naturkatastrophen oder Kriegen, Mord und Missbrauch an Kindern usw. kann man sich glücklich schätzen, in den eigenen vier Wänden seine Ruhe zu haben. Für Miete, Kleidung, Essen und Trinken wird gesorgt. Eigentlich geht es einem doch ganz gut. Brot und Spiele wa-ren das Rezept, den Pöbel im alten Rom im Griff zu behalten. Heute ist das Brot die Sozialhilfe und die Spiele das Fernsehprogramm. So lange der Fernseher vom Leben ablenkt, ist niemand wirklich unzufrieden. Den ärmsten in Deutschland geht es besser als der Masse der Erdbevölkerung. Warum sollte man also unzufrieden sein?

Wir hören auf zu denken. Unser Denken haben längst Fernseher und Internet übernommen. Was dort präsentiert wird, ist immer die Wahrheit! Zumindest denkt die Masse der Menschen so darüber. Wie viel Wahrheit im Internet oder im Fernsehen verbreitet wird, erkennt man, wenn man neutral nachrecherchiert. Viele Menschen wären überrascht darüber, wie hoch der Anteil der Berichterstattung ist, wo es um reine Meinungsmache geht. Und hier sind nicht nur die privaten Fernsehanstalten vorn dabei. Das gebührenfinanzierte öffentliche Fernsehen steht in Sachen Meinungsmache nicht hinten an, sondern ist ganz vorn mit dabei. Meinungsmache ist der Weg, den Menschen ihre Freiheit zu nehmen. Meinungsfreiheit steht in Grundgesetz als Recht für Jedermann. Jedoch steht nirgends, dass man die Menschen nicht manipulieren darf.

Nochmal: Wer sich kritisch mit den Gegebenheiten auseinandersetzt und erkennt, welche Mechanismen die Maschine Deutschland am Laufen halten und wer verstanden hat der Manipulation diverser Interessenvertreter zu entkommen, kann Freiheit ausleben.

Wer übrigens nicht dem Mainstream folgt, also nicht der Meinung der Masse ist, ist ein Feind. Wer anders denkt, bekommt sehr schnell die „Toleranz“ der Masse zu spüren. Menschen wenden sich ab, sogenannte Freunde lassen einen im Stich. Man wird wie ein Fremdkörper behandelt, man tuschelt hinter dem Rücken und vorgehaltener Hand über den „Verrückten“ und zeigt mit Fingern auf ihn. Nicht jeder hat den Mut, sich aus der Masse herauszuziehen und seinen eigenen Weg zu gehen. Schnell landet man in Schubladen wie die der Verschwörungstheoretiker, Bekloppten usw.. Der Mainstream steht Veränderungen und Andersdenkenden ablehnend gegenüber. Für den Mainstream ist das, was alle denken oder tun, richtig. Warum? Weil alle es so machen! Die Rechtfertigung, warum etwas richtig ist, liegt nicht darin, dass man den Sachverhalt geprüft hat sondern darin, dass viele auch dieser Meinung sind oder es genauso tun. Man muss also nur viele Menschen zu einer bestimmten Einstellung verhelfen. Es gibt einige, die sich im Mainstream aufhalten, obwohl sie keineswegs so denken und fühlen wie der Mainstream. Sie passen sich an und schweigen. Sie behalten ihre Einstellung für sich, denn sie wollen von ihrem Umfeld anerkannt und nicht abgelehnt oder ausgegrenzt werden.

Hier kann man deutlich erkennen, wie weit es mit der Meinungsfreiheit in Deutschland her ist. Ist es nicht untragbar, dass Menschen sich dafür schämen sollen, weil sie anderer Meinung sind? In der DDR gab es staatliche Institutionen, die sich um Andersdenkende gekümmert haben. Heute kümmert sich das Volk selbst um Andersdenkende und beschneidet sich in seiner Freiheit selbst. Die meisten Menschen sind durch die vorherrschenden Überzeugungen zu willenlosen Lakaien geworden, die denen helfen, die diese Überzeugungen mit hohem Aufwand in den Köpfen der Menschen manifestiert haben. Diese Überzeugungen sind übrigens gar nichts spezielles, sondern betreffen unseren Alltag. Überzeugungen wie: wenn´s um Geld geht, Sparkasse, ein Sparbuch ist sicher, Milchschnitte ist gesund, Ariel macht porentief rein, die Regierung vertritt unsere Interessen, Zahnbürsten dürfen Tomaten nicht beschädigen usw. sind fest in unser Unterbewusstsein eingebrannt und wir handeln danach.
Und darin liegt die große Gefahr. Man zielt auf unser Unterbewusstsein und erzeugt Glaubenssätze, die Teil unseres Lebens werden und dafür sorgen, dass wir uns so verhalten, wie man es uns vorschreibt.
Uns werden immer mehr untragbare Dinge zugemutet. Dann aber portionsweise, damit niemand überfordert wird. Als zum Beispiel von einigen Jahren von Kraftstoffpreisen von 2 DM je Liter die Rede war, war die allgemeine Empörung groß. Seither wurde der Sprit nach und nach immer teurer und liegt weit über 3 DM, wenn man es mal umrechnen möchte. Und wen juckt´s? Niemanden! Man knirscht mit den Zähnen und ärgert sich über die hohen Kraftstoffpreise und das war es dann auch schon. Und so ist es in vielerlei Hinsicht. Erst wenn ein bestimmtes Maß erreicht wird, dann steht der Mensch auf und bricht aus seiner Komfortzone aus. In der DDR war im Jahr 1989 das Maß voll, zumindest für einige couragierte Menschen. Sie taten etwas und kämpften für ihre Rechte. Was jedoch viele vergessen, ist dass es trotzdem eine Minderheit war, die sich für die Rechte aller stark machte. Es ist ja nicht so gewesen, dass jeder DDR-Bürger auf die Straße ging und gegen das System rebellierte.
Für die meisten Menschen vollzog sich die Wiedervereinigung am Fernseher in völliger Passivität. Heute ist es nicht anders. Niemand kämpft mehr für seine Rechte. Wir nehmen die Gegebenheiten hin und finden uns damit ab. Was das mit Freiheit zu tun hat, sollte sich jeder selbst beantworten.

Zusammenfassung

Die Systeme der beiden Hälften des damaligen geteilten Deutschlands waren grundverschieden. Was sich jedoch im einen System aufgrund des Mangels entwickelte, wäre aus heutiger Sicht gar nicht so
schlecht für das heutige vereinigte Deutschland. In unserem Land werden Unsummen Geldes für ineffiziente Bürokratie verschwendet. Eine Verschlankung der Bürokratie, z. B. im Bereich der Sozialversicherung hätte zur Folge, dass den Menschen mehr Leistungen für ihre Beiträge ermöglicht werden könnten. Aber stattdessen steigen die Belastung durch höhere Beiträge und/oder mehr Zuzahlungen.
Gerade wenn es um den Menschen geht, wäre ein wenig mehr DDR besser für das vereinigte Deutschland gewesen. Wohlstand für alle ist eine Illusion. Wohlstand ist eine Definition. Wohlstand
bedeutet vor allem eines, dass alles um einen herum wohl steht, also dass alles passt. Und das sollte beinhalten, dass man selbst auch in der Lage ist zu erkennen, was man tun muss, um Wohlstand zu erreichen.
Die Menschen aus der ehemaligen DDR wurden von ihrem Staat und den Medien manipuliert. Für sie gab es keine Entwicklung, denn was Korruption, Manipulation und dergleichen angeht, sind wir im vereinten Deutschland auf die nächste Ebene aufgestiegen. Hier haben wir unsere „Geister“ selbst erschaffen, die wir nun nicht mehr loswerden und die uns weismachen wollen, wie man zu leben und
zu denken hat. Unsere gewählten Vertreter vertreten nicht uns, sondern die mit den dicksten Brieftaschen. Sie umgarnen uns wie schleimige Vertreter und buhlen mit leeren Versprechungen um unsere
Stimme. Und haben sie sie bekommen, tritt Politikeramnesie ein. Sie vergessen einfach, was sie versprachen und machen so weiter wie bisher. Ist das etwa Demokratie, dass wir uns jeden Tag selbst belügen?
Wir sollten aus all dem lernen und für unser eigenes Leben Schlussfolgerungen ziehen. Das System können wir offensichtlich nicht verbessern. Wir müssen dafür sorgen, dass wir als die kleinste Zelle, die Familie, bestmöglich funktionieren. Das schaffen wir jedoch nur, indem wir und von vorherrschenden Meinungen frei machen. Fakt ist doch eines: wenn vorherrschende Meinungen und Vorstellungen wahr wären, warum haben so wenige so viel und so viele so wenig?

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