Subventionen – NEIN Danke!

Subventionen

Geben kommt vor Nehmen. Kaum eine Aussage erzeugt so viele Fragezeichen in den Köpfen der heutigen Bevölkerung wie diese. Wieso denn geben, wenn man an jeder Ecke alles hinterhergeworfen bekommt? Deutschland ist mittlerweile eine Hochburg der Mitnehmgesellschaft. In der Finanzwelt wird seit Jahrzehnten eine der Haupteigenschaften unserer konsumverseuchten Welt als schlagkräftige Waffe eingesetzt. Gemeint ist die Gier. Wenn man etwas dazu bekommt, erscheint das Objekt der Begierde noch attraktiver. Und so werden z. B. Produkte der untersten Schublade mit großem Erfolg unter das Volk gebracht, weil es etwas vom Staat dazu gibt. Es darf hinterfragt werden, ob ein Produkt automatisch auch gut sein muss, nur weil es der Staat fördert.

Geiz ist geil – dieser Aufruf einer bekannten Elektronikmarktkette hat sich mit brachialer Gewalt in den deutschen Wortschatz gedrängt und ist zur Philosophie unseres Konsum-verhaltens geworden. Judith K. findet Geiz auch geil. Sie ist Schnäppchenjägerin aus Leidenschaft und ständig auf der Pirsch. Shoppen ist ihr Hobby. Sie kennt sich aus und weiß nicht nur, wo man ihr den größten Nachlass gibt. Nein, sie weiß auch, wo man etwas abfassen kann. Gemeint sind Geschenke, die man dazubekommt. Kauf Dieses und bekomm ein kleines Geschenk dazu. Kauf Jenes zweimal und bekomm drei zum Preis von Zweien. Schließ ein Abo ab und bekomm eine „hochwertige“ Damenarmbanduhr oder schließt eine Sterbegeldversicherung ab und bekommt dafür ein Blutdruckmessgerät. Werbe Freunde für einen Mobilfunkvertrag und erhalte 50 Euro Gutschrift auf deine Telefonrechnung. Dies ließe sich noch unendlich weiterführen. In Finanzdingen ist Judith pfiffig. Sie ist stolz darauf, dass sie fast nur Finanzverträge hat, die durch Prämien oder Steuervorteile von Vater Staat unterstützt werden. Sie kennt sich aus, denn sie liest gern Fachzeitschriften, schaut Geldtipps im Fernsehen und sagt ihrem Vertreter, was sie haben möchte. Der ist zufrieden, kann er doch leichtes Geschäft machen und Geld verdienen, ohne seine Kundin erst mühevoll zu überzeugen. Für Judith ist es nebensächlich, welche Qualität ihre Produkte haben. Für sie zählt ausschließlich, soviel wie möglich an Prämien und Steuervorteilen auszuschöpfen. Erst vor kurzer Zeit nahm Judith an einer Umfrage teil. Es gab ein Geschenk, einen Reisegutschein und ein Geschenkabonnement. Das war zu verlockend. Aufklärung über ihre Finanzen täte bei ihr sicher not, doch dies war gar nicht ihre Intension: Sie wollte nur das Geschenk haben.

Kennen Sie jemanden wie Judith? Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es einige in Ihrem Umfeld, die ähnliche Verhaltensmuster aufweisen. Von der Werbung ferngesteuert und im Irrglauben, sie würden den Deal des Tages machen, schleppen sie ihr Geld in die Geschäfte und kaufen Zeug, dass sie nicht brauchen, nur weil es billiger erscheint. Qualität wird nebensächlich. Was zählt, ist nur der Preis. Billig muss es sein und wenn es schon billig ist, muss es für den Käufer selbstverständlich auch noch ein Geschenk aus Dankbarkeit geben, dass er sein Geld hier und nicht woanders ausgegeben hat. Am besten im Fachgeschäft beraten lassen, dann im Discounter oder Internet kaufen und dann vor den Freunden angeben, wie clever man war und Geld gespart hat.
Jeder versucht noch billiger zu sein als die Mitbewerber. Der Einzelhandel prostituiert sich selbst und wirtschaftet sich selbst in den Ruin. Und wer ist schuld? Natürlich ist der Verbraucher schuld. Sein Kaufverhalten steuert alles. Die gesamte Industrie richtet sich daran aus, was der Konsument möchte. Ist der Verbraucher wirklich Schuld? Wir wissen es nicht. Jedoch könnte man mit etwas gesundem Menschenverstand und einer gesunden Beobachtungsgabe darauf kommen, dass der Verbraucher nicht wirklich die Ursache allen Übels sein kann.

Die Wirtschaft zieht die Fäden

Der Mensch ist für die Wirtschaft ein offenes Buch. Man weiß, welche Knöpfe man bei ihm drücken muss, um eine gewünschte Reaktion zu provozieren. Hochbezahlte Marketingexperten beschäftigen sich mit nichts anderem als damit, wie man Verbraucher so beeinflussen kann, dass diese glauben, sie bräuchten unbedingt ein bestimmtes Produkt. Ob sie das Produkt tatsächlich benötigen, sei dahingestellt. Was zählt ist, dass man Wege erforscht, die Gefühle zu schüren, die zum Schluss dafür sorgen, dass der Konsument losgeht und sein Geld für das Produkt ausgibt. Meist werden unsere Sinne mit positiven Botschaften, perfekt proportionierten Menschen mit 1.000 Euro-Lächeln, bunten Bildern und verheissungsvollen Melodien überfordert. Das Gehirn tickt aus und reagiert mit: „Will ich auch haben!“

In der Finanzwelt ist das schwieriger. Hier sind die Produkte nicht greifbar. Man muss viel Fantasie aufbringen, um zu verstehen, wie die Produkte funktionieren. Und immer wieder kommt es vor, dass die Produkte nicht funktionieren. Die meisten Produkte füllen nur die Taschen der Institute und lassen den Kunden, der brav sein Geld investiert, zu kurz kommen. Jedoch funktioniert der Markt bestens. Auch hier ist die Werbemaschinerie nicht von schlechten Eltern. Wir kennen die Fernseh- und Radiospots, Plakatwerbung und Werbeslogans doch alle. Sie sollen uns dazu animieren, einen Kaufvertrag abzuschließen, damit wir uns so richtig als Gewinner fühlen.

Der Übergang ist nicht fließend: Du gehst jetzt plötzlich zu Finanzprodukten über. Da fehlen ein, zwei Sätze wie: „Auch bei Finanzprodukten soll sich der Kunde vor allem wohl fühlen, wenn er eine Police zeichnet oder eine Kapitalanlage bespart. Bedarf und Nutzen für den Kunden stehen dabei im Hintergrund. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele:“

Gute Vorsätze, lausige Resultate

Investieren Sie gern in hoch verschuldete Unternehmen? Wahrscheinlich investieren Sie lieber dorthin, wo Geld verdient wird, anstatt Schulden zu machen. Haben Sie eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung? Wenn ja, wird ein großer Anteil Ihrer einbezahlten Gelder in Staatsschulden investiert. Jedoch können Sie beruhigt sein, es dauert Jahre, bis Ihre Gelder investiert werden, denn vorher werden erstmal die Vertriebskosten abgetragen. Erst wenn dies passiert ist, also je nach Gesellschaft nach ca. 2 bis 5 Jahren, fängt Ihr Vertrag an, Guthaben aufzubauen. Wenn Sie wollen, schauen Sie sich mal Ihre Rückkaufswerttabelle an, die Bestandteil jedes Versicherungsscheins ist.

Die Lebensversicherungsbranche ist größter Abnehmer von staatlichen Wertpapieren, denn die Kundengelder müssen zu einem sehr hohen Anteil fest verzinslich angelegt werden. Das klingt komisch, ist aber so. Demzufolge ist der Staat zu einem großen Anteil bei den Lebensversicherern verschuldet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung Jahrzehnte lang steuerlich begünstigt wurde. Nach 12 Jahren Laufzeit und ratierlicher Beitragszahlung über mindestens 5 Jahre war die Ablaufleistung dieser Verträge steuerfrei. Wo die Rahmenbedingungen für die Steuerfreiheit herkamen, kann man sich leicht vorstellen, wenn man den Zusammenhang zwischen der Zeit herstellt, die man für die Bezahlung der Vertriebskosten einer solchen Police benötigt und die Zeit, die man den Vertrag mindestens ratierlich besparen muss, vergleicht.

Ist ein Produkt attraktiv, dass erst mehrere Jahre nach Vertragsbeginn ein Guthaben bildet? Wird ein solches Produkt attraktiver, wenn es staatlich begünstigt wird? Sicher nicht, dafür ist es leichter zu verkaufen. Wie sonst wäre es denn zu erklären, dass der Deutsche freiwillig sein Geld vernichtet, wenn nicht durch die Vision, dass seine Auszahlung zum Schluss steuerfrei sein wird? Es klingt doch schön, wenn man was abschließt, was sogar vom Staat begünstigt wird. Die allgemeine Meinung setzt nämlich voraus, dass der Staat nichts unterstützen würde, was nicht gut wäre. Ein folgenschwerer Trugschluss, wie vielen Lebensversicherungskunden dann Jahre später erst bewusst wird. Dass fast 80% der Lebensversicherungsverträge nicht ihren Ablauf erreichen, ist die Antwort auf die Frage, ob staatlich geförderte Produkte automatisch gut sind.

Alte Story, neue Verpackung

Die neuen Waffen der Lebensversicherungsbranche tragen prominente Namen und heißen Riester und Rürup. Während Vater Staat händeringend nach Lösungen für die Entlastung der geplagten gesetzlichen Rentenversicherung sucht und dabei durchaus brauchbare Ideen hervorbringt, ist das, was danach in Zusammenarbeit mit den Produktanbietern zusammengezimmert wird, alles andere als brauchbar.

Der Wegfall der Steuerbegünstigung der Lebensversicherung hat das Neugeschäft extrem einbrechen lassen. Ohne Neugeschäft sind die Leistungsversprechen der bestehenden Verträge nicht erfüllbar. Ohne Ausgleich droht der Tod einer gesamten Branche. Riester und Rürup schaffen diesen Ausgleich mit Leichtigkeit.

Mehrfach berichtete das ZDF Magazin MONITOR schon über die Riester-Rente. Dabei wurde gefragt, ob die staatliche Förderung, die quasi ein Hauptargument für den Abschluss darstellt, überhaupt beim Vertragsinhaber ankommt. Die Antwort ist JA – aber nur unter der Bedingung, dass der Versicherte steinalt wird. Es wurde festgestellt, dass der Versicherte älter werden muss als das statistische Durchschnittsalter, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Dies ist eine äußerst spannende Geschichte, die es näher zu betrachten gilt. Jeder Versicherte erhält im Rahmen seiner Einkommensgrenzen und persönlichen Umstände (z. B. Anzahl seiner Kinder) eine Prämie auf seinen Riester-Vertrag oder einen Steuervorteil. Zwar spürt man die Prämien sofort auf dem Riester-Konto, aber etwas davon haben tut man nicht. Zahlen auf einem Stück Papier sind schließlich nur Schall und Rauch.

Rentenversicherungen werden auf das Versprechen kalkuliert, dem Versicherten lebenslang eine gewisse Rente zu bezahlen. In der Versicherungsmathematik werden dabei so genannte Sterbetafeln benutzt, aus denen die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen hervorgeht. Dabei wird der Schnitt aller Menschen gebildet, egal welcher sozialen Struktur sie angehören. Dabei ist das gar nicht unwichtig, wenn man bedenkt, dass Menschen verschiedener Berufe oder sozialer Strukturen eine unterschiedliche Lebenserwartung haben. So leben z. B. Menschen mit höheren Einkommen statistisch gesehen ein paar Jahre länger als Menschen gleichen Alters mit geringen Einkommen. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass 44% der Menschen, die eine Riester-Rente abgeschlossen haben, nur bis 20.000 Euro im Jahr verdienen, also Geringverdiener sind (mit entsprechender Lebenserwartung, die im Schnitt 7-10 Jahre geringer ist als die der Einkommensstärkeren), erscheint es noch viel ungerechter, wenn man sich die Kalkulationen der Versicherer näher anschaut. Die gehen nämlich bei ihren Kalkulationen von sehr langen Lebenserwartungen von 98 Jahren und länger aus, also mehr als 10 Jahre höher als es die Statistik untermauert. Dadurch verringert sich die zu erwartende monatliche Rente, denn die muss bis zum Alter von 98 Jahren reichen. Stirbt der Versicherte vor Erreichung des 98. Lebensjahres, fällt das restliche Guthaben des Vertrages als so genannter Risikoüberschuss in den Rücklagentopf der Versicherer. Aus diesen Rücklagen werden dann Verträge gesponsert, deren Versicherte älter als 98 Jahre werden. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass es viel mehr Menschen geben wird, die vor dem 98. Lebensjahr versterben als die, die es überleben. Somit wird der Rücklagentopf immer gut gefüllt bleiben. Dass der Versicherer 25% der Risikoüberschüsse behalten darf, ist ein schlüssiges Motiv für diese Sauerei. Je mehr in den Risikoüberschüssen landet, desto mehr hat der Versicherer davon. Und warum wohl ist die Riesterrente kaum kapitalisierbar, nicht übertragbar und nicht vererbbar? Das dürften Sie sich jetzt selbst erklären können…

Rein rechnerisch dauert es aufgrund der Kalkulation und der vollen Versteuerung der Rente rund 20 Jahre, bis das selbst eingezahlte Geld in Form der Rente aufgebraucht wurde und die staatlichen Zuschüsse zur Auszahlung kommen, so die Berechnungen der Deutschen Aktuarvereinigung e.V.. Man müsste somit mindestens 87 Jahre alt werden, bevor man in den Genuss der staatlichen Prämien käme. Wie soll man also die Argumentation der vielen Banker und Versicherungsvermittler deuten, die tagtäglich Menschen mit der angeblich so attraktiven staatlichen Förderung in die Riester-Rente hinein locken? Dafür könnte man nur einen Begriff nehmen: Betrug! Der Deutsche wird hier zu Millionen über den Tisch gezogen. Dabei ist es völlig egal, welche Art von Vertrag hier zugrunde liegt. Die Riester-Rente ist ein oberfaules Ei, mit dem sich die Finanzwirtschaft, vornan die Lebensversicherer legal die staatliche Förderung, die eigentlich die Bürger erhalten sollten, ohne ein Anzeichen von Scham in die eigenen Taschen steckt. Der Verbraucher wird hier doppelt geschädigt. Schließlich werden staatliche Förderungen aus Steuergeldern finanziert. Demzufolge werden hier Steuergelder direkt in die Taschen der Versicherer geleitet. Und dabei ist es völlig egal, ob der Steuerzahler eine Riester-Rente hat oder nicht. Auch der, der hohe Steuern zahlt und keine Riester-Rente hat, unterstützt dieses Treiben, ob er will oder nicht. Jeder Vermittler, der Riester-Verträge vermittelt, macht sich zum Mittäter und somit zum Mitschuldigen.

Sind wir überrascht? Wer ist überrascht, wenn wir feststellen, dass die Institute es mal wieder geschafft haben, Produkte mit staatlicher Hilfe zu konstruieren, bei denen vor allem sie selbst am besten abschneiden? Gibt es denn noch jemanden, der glaubt, dass Finanzprodukte der Banken- oder Versicherungswelt wirklich helfen, reich zu werden oder zumindest zu Wohlstand zu kommen?

Bausparen ist nicht zum Bauen geeignet

Bausparen ist der Klassiker, wenn es um die Verbreitung verfälschter Tatsachen geht. In der Werbung wird immer, aber wirklich immer, der Zusammenhang zwischen Bausparen und Wohneigentum hergestellt. Sven P. ist gut mit Judith befreundet. Auch er hat nichts dagegen, wenn es etwas dazugibt. Vor Jahren als Azubi schloss er einen Bausparvertrag ab, um seine Vermögenswirksamen Leistungen anzulegen. Auch ihm gefiel die Kombination, einen Sparvertrag zu haben, mit dem man zwei Förderungen bekommen kann und mit dem man später bauen kann. Sein Bausparvertrag mit einer Summe von 20.000 Euro soll ihm nun helfen, die eigenen vier Wände zu realisieren. Es ist Svens erster Weg zu seiner Hausbank. Gemeinsam mit seiner Verlobten soll das Traumhaus gebaut werden. Ein Grundstück wurde gefunden und nun soll es losgehen. 180.000 Euro werden benötigt, um das Traumhaus zu realisieren und das Grundstück zu bezahlen. Viel Eigenkapital ist nicht vorhanden, denn Sven und seine Verlobte zählen nicht gerade zu den Besserverdienern. Aber beide haben einen Bausparvertrag und da ist der Name schließlich Programm. Sie können damit später bauen – dies klingt den beiden angehenden Bauherren noch deutlich im Ohr. Voller Zuversicht betreten Sie die Filiale. Sie haben einen Termin mit dem Baufinanzierungsfachmann. Im Verlaufe des Gespräches schwindet die gute Laune. Die monatliche Belastung wäre zu hoch für die Einkommen der beiden. Es gäbe nur zwei Möglichkeiten: Warten und weiteres Eigenkapital ansparen oder das Projekt deutlich verkleinern. Beides ist unerfreulich. Die Blase droht zu platzen. Da kommt der rettende Tipp: Man solle doch mal bei der Bausparkasse nachfragen…

Bausparen kann doppelt gefördert werden. Es gibt die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage, die man beim Bausparen bekommen kann. Die eine Prämie bekommt man durch das vermögenswirksame Sparen und die andere, wenn man selbst auf den Bausparvertrag spart. Hauptargumente beim Verkauf von Bausparverträgen: Du bekommst doppelte Förderung und kannst später mit dem Vertrag ein Haus bauen. So etwas zieht doch. Wer hätte nicht gern ein eigenes Haus? Jedoch sei die Frage erlaubt, ob sich jeder ein eigenes Haus leisten kann? Wer ein Haus finanziert, weiß, dass das ohne hohe Kreditraten kaum machbar ist. Hohe Kreditraten kann sich nur jemand leisten, der besser verdient als ein Geringverdiener. Wer aber mehr verdient als ein Geringverdiener, verdient zu viel um die beiden Prämien auf seinen Bausparvertrag zu bekommen. Wer die Prämien bekommt zählt nämlich zu den Geringverdienern. Darüber hinaus ist die Finanzierungsvariante mit der geringsten monatlichen Belastung, die wirklich funktioniert, eine Variante, die ohne Bausparen läuft. Der Einbau eines Bausparvertrages verteuert jede Finanzierung. Der einzige Grund, warum es Baufinanzierungen gibt, die komplett über Bausparverträge gestaltet werden, ist der, dass die Bausparkasse liberaler mit ihren Bonitätsprüfungen umgeht. Wenn die Bank ablehnt (und das geschieht immer aus gutem Grund), ist das für einen gewitzten Bausparkassenvertreter noch lange kein Grund, einer Familie, die sich eigentlich kein Haus leisten kann, eine Finanzierung zu basteln, die grundsätzlich erstmal bewilligt wird. Jedoch funktioniert sie in den seltensten Fällen ohne den berühmten Lottogewinn, die Erbschaft oder den neuen, besser bezahlten Job. Der Kniff ist ein ganz einfacher: Bei Finanzierungen mit Hilfe von Bausparverträgen ist es gängige Praxis, sich Geld von der hauseigenen Hypothekenbank zu besorgen und parallel Bausparverträge in gleicher Summe abzuschließen. Diese sollen das Bankdarlehen später ablösen. Damit das funktioniert, muss je nach Bauspartarif ein Guthaben in Höhe von meist 40% – 50% der Bausparsumme angespart werden, bis das Bankdarlehen zur Ablösung fällig wird. Verständlicherweise müssten die Sparraten recht hoch sein, damit man das schafft. Die Bausparkasse setzt jedoch gern, um eine geringere monatliche Rate darzustellen, einen geringeren Sparbetrag an, oft den Mindestsparbetrag. Dem Kunden wird – wenn überhaupt – nur gesagt, man könne auch zwischendurch mal Geld zuschießen, um das auszugleichen. Nur, wer tut das denn, wenn er sowieso viel zu wenig verdient und sich die Finanzierung eigentlich nicht leisten kann. Realitätsverweigerung ist die Folge und das dicke Ende kommt dann zum Schluss. So existieren in Deutschland Millionen tickende Zeitbomben, die jederzeit hochgehen können – nie war die Arbeit freier und unabhängiger Berater und Vermittler wichtiger als heute! Fazit: Bausparen ist eine Mogelpackung. Es wird beides verkauft: Prämien und Eigenheim. Doch sollte der, der die Prämien bekommt, oft lieber Mieter bleiben.

Steuern gespart aber Kapital vernichtet

Manfred S. ist genervt. Er bezieht ein hohes Einkommen und zahlt entsprechend hohe Lohnsteuer. In der Vergangenheit hat er bereits mehrfach versucht, mit Kapitalanlagen aus dem Sachwert-Markt, Steuern zu sparen – mit mäßigerem Erfolg. Zwar ist es ihm oft gelungen, seine Steuerlast zu verringern, trotzdem hat er unter dem Strich eher Einbußen gemacht. Sein Augenmerk war es, Steuer zu sparen. Wie, war fast nebensächlich, wenn der Steuerspareffekt nur hoch genug war. So hat er auch mal sein Kapital komplett in den Sand gesetzt, weil das Projekt, in das er investierte, nicht funktionierte. Sein Geld war zwar weg, das hatte jetzt halt ein anderer.

Manfred hat Lehrgeld bezahlt und ist nun etwas vorsichtiger. Sein Ansprechpartner, der sich seit einiger Zeit um sein Geld kümmert, hat ihm klargemacht, dass Kapitalanlagen in erster Linie zur Kapitalvermehrung dient. Wenn nebenbei ein angenehmer Nebeneffekt für Steuerersparnisse sorgt, ist das erfreulich, jedoch nicht der Hauptgrund für eine Investition. Wichtig ist, dass man sein Vermögen vermehrt, egal ob dabei viel Steuern gezahlt werden oder nicht. Wenn die Bilanz am Ende positiv ist, ist es in Ordnung, wenn man mehr Steuern bezahlt, denn das ist ein Zeichen dafür, dass es bergauf geht.

Der Deutsche ist viel zu oft mit Nebensächlichkeiten beschäftigt, anstatt seine Energien für das Wesentliche zu nutzen. Es werden Schrottprodukte gekauft, weil sie billig sind, es werden Verträge abgeschlossen, weil es eine Prämie gibt und es werden Finanzanlagen getätigt, die die Tinte auf dem Papier nicht wert sind, nur um ein paar Prämien abzufassen oder Steuern zu sparen. Das Geschäft mit den staatlichen Subventionen ist für die Vermittler schnell verdientes Geld. Die Mitnahmegesellschaft will nehmen, nehmen und nochmals nehmen. Das Prinzip ist bekannt, wer haben will, muss erstmal etwas geben. Und so wählt ein kluger Anleger die Produkte aus, die unter dem Strich wirklich etwas bringen. Es ist falsch, die Produktentscheidung der Förderung hinten anzustellen. Priorität muss immer das Produkt sein. Es muss passen und sinnvoll sein. Wenn nebenbei etwas dazukommt, freut man sich.

Aus Erfahrung kann man sagen, dass Produkte, die gefördert werden, meist Defizite in anderen Bereichen haben. Vergleicht man sie mit ähnlichen Produkten, mit denen man gleiche Ziele verfolgen kann, gewinnt meist das nicht förderfähige Produkt um Längen. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist Flexibilität eines der wichtigsten Kriterien. Doch gerade die ist es, die förderfähige Produkte vermissen lassen. Die Förderung wird somit teuer erkauft. Somit lässt sich abschließend feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass ein Klumpen Dreck, auch wenn er in goldenes Papier eingepackt wird, trotzdem ein Klumpen Dreck bleibt. Deshalb gilt unser Aufruf an Sie, nehmen Sie teil an unserer Umfrage und tun Sie dies nicht des Geschenkes wegen, sondern aus Neugier, welche finanziellen Wunder noch auf Sie warten. Sie können gewiss sein, dass die Teilnahme und die darauf folgenden Informationen sehr lohnend sein können.

Nun soll nicht der Eindruck erweckt werden, dass es keine sinnvollen förderfähigen Produkte gibt. Das stimmt natürlich nicht. Es gibt tatsächlich ein paar wenige Ausnahmen, die wirklich sinnvoll sind. Aber die muss man schon kennen und finden.

Infos zum Autor: Michael Sielmon
Foto: Bernd Liebl, Magdeburg

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