Vermögen schützen mit Gold vor wild gewordenen Zentralbankbürokraten

Vermögen schützen

Wir alle kennen die Szene aus zahlreichen Filmen und Slapsticks. Der gerade noch flüchtende Dieb bleibt hinter einer Wegbiegung stehen, setzt eine seriöse Miene auf, deutet in Richtung eines möglichst belebten Teils der Straße und ruft voller Inbrunst: „Haltet den Dieb!“ Dieser Inbegriff an Chuzpe spielt sich in der modernen Finanzwelt in großem Stile nahezu börsentäglich ab. Und heutzutage mehr denn je.

Nein, ich meine nicht die schwarzen Schafe unter den Analysten, die wider besseres Wissen Kaufempfehlungen für Aktien aussprechen, nur um Geschäft für die Investmentbanking-Abteilung der Bank zu akquirieren. Ich stelle auch nicht auf die Unternehmensmanager ab, die auf Pressekonferenzen und bei Analystengesprächen ihr Unternehmen und dessen Aussichten in höchsten Tönen loben, während sie gleichzeitig übereifrig eigene Aktien verkaufen.

Ich rede auch nicht über die längst zum Normalfall gewordene Vorgehensweise zahlreicher Politiker, die nach einer gewonnenen Wahl das genaue Gegenteil dessen tun, wofür sie im Wahlkampf geworben haben. Nein, ich befasse mich hier mit den Zentralbankbürokraten, die dank des staatlich garantierten Geldmonopols maßgeblichen Einfluss auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft ausüben.

Grundlage der Wirtschaft und des Geldes ist der Tausch

Um meine harsche Kritik am Zentralbankwesen besser zu verstehen, lohnt es sich, zu den Grundlagen des Wirtschaftens und des Gelds vorzudringen: In einer Marktwirtschaft werden Güter und Dienstleistungen gegeneinander ausgetauscht. Herr Bäcker backt Brot und tauscht es bei Herrn Schuster gegen ein Paar Schuhe ein. Um diesen Tausch zu vereinfachen, bedient er sich des Geldes. Er tauscht sein Brot gegen Geld, um anschließend die Schuhe bezahlen zu können. Ein vollkommen normaler und harmloser Vorgang. Beachtenswert ist allerdings die Reihenfolge: Zuerst muss er das Brot backen, um es dann unter Zuhilfenahme von Geld gegen Schuhe zu tauschen.

Betrachten wir jetzt den Geldfälscher, den wir Herrn Blüte oder Draghi oder Bernanke nennen wollen. Er produziert weder eine Ware noch bietet er eine Dienstleistung feil. Er druckt einfach nur eine Geldnote. Diese tauscht er dann beispielsweise bei Herrn Bäcker gegen Brot. Herr Blüte tauscht also Nichts gegen Etwas. Er kann konsumieren, ohne zu produzieren. Sein Geldschein bzw. Scheingeld ist nicht gedeckt durch Güter oder Dienstleistungen, er leistet also keinen Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft. Stattdessen konsumiert er den von anderen geschaffenen Wohlstand ohne Gegenleistung. Weil die anderen Mitglieder der Gesellschaft das nicht wollen, genießt der Geldfälscher nicht nur kein hohes Ansehen. Seine Machenschaften gelten sehr zu Recht als kriminell.

Legale und kriminelle Geldfälscher: Rein ökonomisch gibt es keinen Unterschied

Kann dieser einfache Zusammenhang etwa außer Kraft gesetzt werden, wenn Herr Blüte keine Einzelperson ist, sondern eine staatliche Institution? Kann es irgendeinen Unterschied machen, ob die Banknote im Keller von Herrn Blüte entstanden ist oder in einer staatlich kontrollierten Druckerpresse?

Ja, es gibt natürlich einen sehr wichtigen Unterschied. Im ersten Fall spricht man von kriminellen Machenschaften, im zweiten Fall hingegen von der hohen Kunst des Zentralbankwesens. Der Effekt auf die Wirtschaft ist allerdings in beiden Fällen gleich. Es kommt zu einer Umverteilung des Wohlstands von produktiven Wirtschaftssubjekten hin zu unproduktiven. Letztere treten plötzlich als Nachfrager am Markt für Güter auf, die sie eigentlich nicht bezahlen können, da sie selbst nichts produziert haben.

Die Gesamtmenge der vorhandenen Güter ändert sich durch das Drucken von Geld natürlich nicht. Aber die Nachfrage nach diesen Gütern nimmt zu, was zu einer wichtigen Veränderung führt: Die Preise für die zusätzlich nachgefragten Güter werden steigen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Güter das sind. Es können beispielsweise Konsumgüter sein, aber auch Immobilien oder Aktien.

Ganz allgemein ausgedrückt, bewirkt die Ausweitung der Geldmenge also einen Anstieg der Preise. Dabei ist selbstverständlich nicht der Preisanstieg die Ursache für die Wohlstandsminderung der produktiven Mitglieder der Gesellschaft, sondern die Ausweitung der Geldmenge. Der Preisanstieg ist lediglich ein Symptom, die eigentliche Ursache hingegen ist das Geldmengenwachstum. Anders ausgedrückt: Inflation ist die Ausweitung der Geldmenge. Diese Aussage gilt auch für Spekulationsblasen, die ein Spezialfall der Inflation sind.

Nun bestimmen in letzter Instanz immer die Notenbanken das Geldmengenwachstum. Also sind die Notenbanken in Wahrheit nur perfide Inflationsmacher und nicht die Inflationsbekämpfer, für die sie sich der Öffentlichkeit verkaufen. Haltet den Dieb!

Die Situation ist heute wesentlich dramatischer als 2005

Ich freue mich, dass Sie diesen Text bis hierher gelesen haben, und jetzt verrate ich Ihnen eines: Diesen Text habe ich teilweise schon einmal veröffentlicht und zwar 2005, als es sich abzeichnete, dass sich die Märkte in einer ähnlich verfahrenen Situation befinden wie heute. Diese verfahrene Situation endete wie Sie wissen 2007 mit dem Platzen der Immobilienblase und mündete 2008 in die mit Abstand größte Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, bei der die meisten Anleger wieder einmal auf dem falschen Fuß erwischt worden sind. Der Text ist also genauso aktuell und brisant wie vor 10 Jahren. Mit dem kleinen Unterschied, dass heute alles noch viel dramatischer und riskanter ist als damals.

Die Anleihenblase platzt – Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche

Denn wie Sie vielleicht letzte Woche erfahren haben, knirscht es ganz gewaltig im Gebälk der Anleihenmärkte, die dieses Mal im Zentrum der spekulativen Exzesse und Fehlentwicklungen stehen. Auch hier ist es genauso wie an den Aktienmärkten nur eine Frage der Zeit bis die Blase platzt. Die jüngsten Turbulenzen an den Rentenmärkten sind die Vorboten der nächsten großen Krise, die der Welt von überheblichen Zentralbankbürokraten eingebrockt wird, die sich einbilden, mehr zu wissen und zu können als freie Märkte. Ich kann Sie nur warnen: Dieses Mal werden die Verwerfungen noch um einiges schlimmer ausfallen als 2008. Zumal die Notenbanken ihr ganzes Pulver bereits verschossen haben und zahlreiche Staaten schon jetzt maßlos überschuldet sind.

Infos zum Autor: Claus Vogt
Foto: Bernd Liebl, Magdeburg

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