Ersparnisse in Gefahr - Diese 5 Dinge solltest Du über Deine Geldanlagen wissen

Ersparnisse in Gefahr, das ist nicht übertrieben. Was früher als sicher galt, ist heute nicht mehr sicher. Und wenn Du das nicht berücksichtigst, könntest Du Deine Ersparnisse oder zumindest einen Teil davon verlieren. Hier sind 5 Fakten, die Dich aufrütteln sollten.

Top 1: Krise in der Lebensversicherungsbranche

Die Versicherer haben Probleme, ihre Garantieversprechen zu erfüllen. Die Lebensversicherer müssen die Kundengelder gesetzeskonform anlegen. § 124 – Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) schreibt vor, in sichere Anlagen zu investieren. Das sind in hohem Maße die Staatsanleihen und die werfen keine Zinsen mehr ab.

Mittlerweile droht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin Anbietern das Neugeschäft zu untersagen, sollten diese in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Angesichts der CAC-Klausel sind Staatsanleihen auch nicht mehr sicher. Wo sollen die Lebensversicherer noch Erträge für ihre Kunden erzielen?

Doch es wurde schon lange für den Fall der Fälle vorgesorgt. In § 314 VAG (ehemals § 89 VAG): Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen wird festgelegt, dass die Kunden mit Leistungseinschränkungen rechnen können, trotzdem zur Beitragszahlung weiter verpflichtet sind.

Wenn Du Lebensversicherungen hast, frage Dich ernsthaft ob dort Deine Ersparnisse in Gefahr sind.

Top 2: CAC-Klausel stellt Anleihebesitzer schlecht

Im Dezember 2001, nach dem Staatsbankrott Argentiniens, wurde die sogenannte CAC-Klausel (kollektive Handlungsklausel) eingeführt. Sie fand ihren Ursprung aufgrund fehlender Regelwerke für Staatsinsolvenzen. Bei Staatsinsolvenzen folgten immer wieder schwierige Verhandlungen des Schuldnerstaates mit seinen atomisierten Anleihegläubigern. Deshalb wurde die CAC-Klausel geschaffen, um die Möglichkeiten der Durchsetzung von Ansprüchen zu erschweren.

Seit 2013 ist die CAC-Klausel Bestandteil aller europäischen Staatsanleihen. Staaten können seither die Rückzahlung von Schulden verweigern, selbst wenn der einzelne Gläubiger dem nicht zustimmt. Damit kann jeder Besitzer von Staatsanleihen auf diese Weise gegen seinen Willen enteignet werden.

Hast Du Staatsanleihen? Dann sind Deine Ersparnisse in Gefahr.

Top 3: Investmentfondsanteile brauchen nicht zurückgenommen werden

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) legt in § 98 – Rücknahme von Anteilen, Aussetzung, Absätze 2 und 3 fest, dass Kapitalverwaltungsgesellschaften die Rücknahme von Fondsanteilen verweigern bzw. aussetzen dürfen (oder auf Anordnung der Aufsicht aussetzen müssen), wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen.

Als Sahnehäubchen obendrauf werden diese Umstände nicht näher definiert. Damit haben die Entscheidungsträger einen großen Ermessensspielraum. Wir haben hier einen „Notausgang“ für Beteiligungsunternehmen (AIF-Fonds) und Investmentfondsgesellschaften (KAAGen) für den Fall einer wirtschaftlichen Schwierigkeit.

Hast Du Investmentfonds? Dann könnten auch hier Deine Ersparnisse in Gefahr sein.

Top 4: Berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten

Am 01.01.2015 tragt das „Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG)“ in Kraft. Mitbekommen hat man das nicht, aber das ist bei solchen Dingen keine Seltenheit. Der Staat wird hier nicht zur Rettung von Banken herangezogen.

Vielmehr liest man von „berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten“. Gemeint sind die Gelder auf den Konten. Die Kunden einer Bank, die ihr Geld auf Konten einzahlen, wandeln dieses Geld in eine Forderung um. Der Kunde wird Gläubiger der Bank. Wenn also die Bank insolvent wird, können die Kunden der Bank mit ihren Bankguthaben zur Sanierung oder Rettung herangezogen werden.

Wieviel Deines Geldes liegt auf Konten bei Banken? Hier sind Deine Ersparnisse in Gefahr.

Top 5: Vermögensabgabe

Seit Frühjahr 2020 flammt in der Regierung immer wieder eine Diskussion über eine Vermögensabgabe auf. Die Linke will gern eine Vermögensabgabe für Guthaben über 100.000 Euro durchsetzen. Bisher ist daraus noch nichts geworden. Allerdings ist die Situation des Staates jetzt, ein Jahr später ziemlich angespannt. Viele Unternehmenspleiten mindern die Steuereinnahmen. Dagegen sind die Ausgaben aufgrund der Corona-Hilfen gewaltig. Das Defizit ist episch. Es stehen Wahlen an und niemand will so ein unpopuläres Thema jetzt befeuern. Warten wir mal bis nach den Wahlen ab. Vielleicht wird dann das Thema Vermögensabgabe auch für die anderen Parteien attraktiver.

Hast Du Deine Ersparnisse in Deutschland? Vielleicht sind dann Deine Ersparnisse in Gefahr.

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Bildrechte: Bernd Liebl, Magdeburg

2 Gedanken zu „Ersparnisse in Gefahr – Diese 5 Dinge solltest Du unbedingt wissen“
  1. […] Steigende Zinsen würden die Inflation also befeuern. Die Frage ist, wie kontrolliert das angesichts der großen Verwerfungen im Geldsystem vonstattengehen würde. Aus der schleichenden Inflation könnte auch eine galoppierende Inflation werden. Die Auswirkungen wären verheerend für Sparer, die ihr Geld auf Geldwertanlagen geparkt hätten. Diese würden dann aufgrund der sinkenden Kaufkraft des Euro immer schneller enteignet. […]

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