In den letzten Jahren sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung immer mehr gekürzt worden. Vom alles umfassenden Komfortschutz hin zum Grundschutz lautet die Parole.

Hierfür sind beispielhaft die

  • Zuzahlungen im Krankenhaus,
  • Kürzungen oder Streichung von Leistungen für Zahnersatz,
  • Kürzungen bei Krankentagegeldzahlungen,
  • Kürzungen bei Sehhilfen,
  • Zuzahlungen bei Arzneimittel,
  • Zuzahlungen bei Heilmittel (Massagen, Fango, usw.) oder
  • fehlender Versicherungsschutz im Ausland

aufzuführen.

Seit 1989 entschieden sich daher über 14 Millionen für eine private Zusatzversicherung.
Das Angebot der Privaten ist breit gefächert, die Leistungsvielfalt nahezu unüberschaubar. Wir helfen Ihnen dabei Ihren richtigen Versicherungsschutz zu finden.

Wer kann sich Zusatzversichern

Alle Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung können eine private Zusatzkrankenversicherung abschließen und von zusätzlichen Leistungen profitieren.

Was kann der Kunde absichern

Ob Sie im Krankenhaus im Ein- oder Zweibett-Zimmer liegen wollen, zusätzliche Leistungen beim Zahnarzt wünschen, oder auch Heilpraktikerleistungen versichern möchten; die Versicherungsgesellschaften bieten praktisch für jeden den richtigen Tarif.

Ist der Kunde gesund

Jede private Krankenversicherung führt bei Vertragsabschluß eine Gesundheitsprüfung durch, das gilt auch für die Zusatzversicherung.
Hierzu werden im Antrag Fragen z.B. nach Erkrankungen in den vergangenen Jahren, nach Kuren, Zahnbehandlungen usw. gestellt. Wenn gravierende Vorerkrankungen vorhanden sind, kann die Versicherungsgesellschaft entweder einen Risikozuschlag auf den Beitrag verlangen, einzelne Erkrankungen vom Versicherungsschutz ausschließen, oder den Antrag auch ganz ablehnen.
Sollten Sie hierzu konkrete Fragen haben, klären wir diese gerne für Sie. Nutzen Sie die langjährige Erfahrung unserer Spezialisten; nicht alle Gesellschaften beurteilen die Risiken gleich.

Vorteile der privaten Krankenzusatzversicherung

Die private Zusatzversicherung ist eine Ergänzung zu einer bestehenden Versicherung. Normalerweise ist man als Kassenpatient ausreichend versichert. Wem ausreichend nicht genügt, der kann mit einer Zusatzversicherung zusätzliche Leistungen absichern:

  • freie Arztwahl (nicht auf Kassenärzte beschränkt)
  • Heilpraktikerleistungen werden übernommen
  • keine Zuzahlung bei Medikamenten und Heilmitteln (z.B. Massagen)
  • hohe Erstattung für Brillen und Kontaktlinsen
  • weltweiter Versicherungsschutz
  • im Krankenhaus Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer
  • Behandlung durch den Chefarzt oder Professor
  • Zahnersatz ohne Beschränkungen auf bestimmte Materialien oder Ausführungen
  • Zahninlays werden bis zu 100% erstattet
  • etc.

VORSICHT!

Je nach Gesellschaft und Tarif sind die Leistungen der Versicherer sehr unterschiedlich. Deshalb werden die oben aufgeführten Punkte auch nicht von allen Gesellschaften erfüllt.
Welche Leistungen für Sie persönlich wichtig sind, können Sie im Bereich Leistung festlegen.

Wie ist die Zusatzversicherung aufgebaut

Die private Zusatz-Krankenversicherung besteht grundsätzlich auch sechs verschiedenen Leistungsbereichen, die sich variabel zu Ihrer gewünschten Absicherung kombinieren lassen:

  • Zusatzleistungen im ambulanten Bereich
  • Zusatzleistungen im stationären Bereich (Krankenhaus)
  • Zusatzleistungen im Zahnbereich
  • Ergänzungstarife
  • Krankenhaustagegeld
  • Krankentagegeld

Zusatztarife oder Ergänzungstarif?

Während ambulante, stationäre und Zahnzusatz-Tarife ein genau umrissenes Spektrum von Leistungen enthalten, sind in den sog. Ergänzungstarifen bereits all diese Leistungen zumindest teilweise enthalten.
Der Grund dafür liegt bei der Gesetzlichen Krankenversicherung. Durch die Gesundheitsreformen wurden immer wieder Leistungen aus der „Gesetzlichen“ herausgenommen oder gekürzt. Die Ergänzungstarife sollen genau diese Veränderungen ausgleichen. Deshalb enthalten sie sowohl Komponenten aus dem ambulanten, dem stationären und dem Zahnbereich.
Die im Ergänzungstarif enthaltenen Leistungen sind jedoch meistens nicht ganz so hoch, wie in den Einzeltarifen. Ein Vergleich lohnt sich jedoch allemal, da die Ergänzungstarife oft erheblich günstiger ausfallen.

Worauf sie achten sollten

Vorsicht Falle!

Schauen Sie nicht nur auf die Prozentwerte, sondern achten Sie auf die genaue Formulierung der Leistung!
Übernimmt ein Versicherer z.B. „50 % der Restkosten“, kann das wesentlich weniger sein, als ein anderer Versicherer, der „30 % des Rechnungsbetrages“ übernimmt.
Auch die Formulierung „X % Erstattung nach Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung“ ist ungünstig. Im Klartext bedeutet dies nämlich, dass Sie ohne Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung überhaupt keine Erstattung erhalten.
Besser ist immer die Aussage, dass „X % des Rechnungsbetrages“ übernommen wird, ohne dass eine Vorleistung durch die gesetzliche Krankenversicherung erforderlich ist.

LEISTUNGEN

Ambulant

Bei der ambulanten Behandlung können – je nach Gesellschaft und Tarif- folgende Leistungen zusätzlich abgesichert werden: Heilmittel (Massagen usw.), Heilpraktiker, Alternativmedizin, freie Arztwahl (nicht auf Ärzte mit Kassenzulassung beschränkt), Leistungen für ambulante Kuren, ambulante Psychotherapie, Wegfall der GOÄ-Begrenzung usw. Gerade Heilpraktikerbehandlungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung oft gar nicht übernommen.
Will ihr Kunde nicht auf diese Behandlungsform als gesetzlich Krankenversicherter verzichten, dann ist eine Zusatzversicherung für den ambulanten Bereich evtl. eine gute Wahl.

TIPP:

Sehen Sie sich auch die Ergänzungstarife an. Einige Gesellschaften sehen in diesen relativ kostengünstigen Tarifen bereits umfassende Leistungen für Heilpraktiker vor.

Zahnarzt

Zahnarztrechnungen können immens teuer werden. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt maximal 60% der Kosten für Zahnersatz, allerdings noch mit der Einschränkung, dass der Zahnersatz der kassenüblichen Ausführung entspricht.
Wer sich für hochwertigere Materialien oder einfach schönere Optik entscheidet, zahlt die Kosten dafür selbst. Hier kommt die Zahnzusatzversicherung zum Einsatz.
Die Leistungen der einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich zum Teil gravierend, so übernehmen z.B. manche Gesellschaften auch Kosten für Inlays.
Auch bei den Erstattungsprozentsätzen gibt es große Unterschiede.

Stationär

Wenn der Kunde im Krankenhaus in einem Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht werden möchte und die Behandlung durch den Chefarzt erfolgen soll, kann dies über einen stationären Zusatztarif abgesichert werden.
Außer beim Preis gibt es zwischen den einzelnen Versicherern auch Unterschiede bei den Leistungen:

  • Sind die Leistungen auf die Höchstsätze der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) begrenzt?
  • Leistet der Tarif auch bei Kuren?
  • Ist Rooming-in versichert?
  • etc.

Ein weiterer, wichtiger Punkt:

Entscheidet sich der Kunde für ein anderes Krankenhaus, und nicht für das, in welches der Arzt eingewiesen hat können evtl. Mehrkosten entstehen. Hat das Krankenhaus seiner Wahl z.B. einen höhrern Pflegesatz, müssen er die entstehenden Differenzkosten selbst tragen.
Nun kann die Entscheidung für ein anderes Krankenhaus viele Gründe haben: vielleicht ist die Verkehrsanbindung für die Familie besser, vielleicht haben er früher schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht.
Mit einer privaten Zusatzversicherung im stationären Bereich kann der Kunde die so entstehenden Mehrkosten absichern.

Ergänzungstarif

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung wurden in den letzten Jahren immer weiter gekürzt. Um hierfür zumindest einen teilweisen Ausgleich zu schaffen, wurden die so genannten Ergänzungstarife geschaffen.
Ein Ergänzungstarif kann z.B. die folgenden Leistungen enthalten:

  • Erstattung für Brillen und Kontaktlinsen
  • Zahnersatz
  • Leistungen bei Auslandsaufenthalten
  • Erstattung der Differenzkosten, die entstehen können, wenn Sie sich für ein anderes Krankenhaus entscheiden als das, in welches Ihr Arzt Sie einweist
  • Erstattung der Eigenanteile im Krankenhaus
  • Erstattung der Eigenanteile bei Massagen
  • Erstattung für Behandlung durch Heilpraktiker.

Einfach gesagt stellen Ergänzungstarife eine Ansammlung der wichtigsten Leistungen aus den Einzeltarifen (Ambulant, Stationär und Zahn) dar.

Wieso dann überhaupt noch Einzeltarife?

Beachten Sie, dass die Leistungen bei den Einzeltarifen normalerweise höher ausfallen, als bei den Ergänzungstarifen. Dafür sind Einzeltarife auch etwas teurer

Krankenhaustagegeld

Hat ihr Kunde eine Krankenhaustagegeldversicherung, dann erhalten er – für den Fall, dass er ins Krankenhaus muss – jeden Tag eine festgelegte Summe: das Krankenhaustagegeld.
Dieses Krankenhaustagegeld kann der Kunde z.B. für die Anmietung eines Fernsehers oder für ein Telefon am Bett nutzen.

Arbeitnehmer

Wir halten diese Versicherung für Arbeitnehmer nicht für besonders sinnvoll. Schließlich wird sein Gehalt im Krankheitsfall sechs Wochen weiterbezahlt. Nach Ablauf dieser Zeit ist eine Kranken-Tagegeldversicherung wesentlich sinnvoller.

Selbständige/Freiberufler

Der Selbständiger oder Freiberufler kann sich nicht auf eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zurückgreifen. Hier kann eine Krankenhaustagegeld – Versicherung eher sinnvoll sein. Allerdings nur dann, wenn gleichzeitig eine Krankentagegeldversicherung besteht.
Statistisch gesehen beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus nämlich nur wenige Tage. Wenn Sie sich anschließend noch wochenlang Zuhause auskurieren müssen, nützt Ihnen Ihre Krankenhaustagegeld-Versicherung nichts mehr. Hier ist Kranken-Tagegeldversicherung die gefragt

Krankengeld

Der Arbeitnehmer erhält im Krankheitsfall sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber. Nach Ablauf der sechs Wochen bekommt er von seiner gesetzlichen Krankenversicherung ein so genanntes Krankengeld.
Dieses Krankengeld beträgt maximal 70% des Bruttolohnes (maximal Beitragsbemessungsgrenze), und nicht mehr als 90% Ihres Nettolohnes.
Das entspricht maximal EUR 78,75 pro Tag.
Wenn ihr Kunde also normalerweise EUR 2.000,- netto verdienen erhalt er nur maximal EUR 1.800,- Krankentagegeld. Die so entstehende Einkommenslücke kann schon wehtun, denn laufende Kosten wie Miete oder Auto-Leasing werden natürlich auch weiterhin von seinem Konto abgebucht.
Um eine mögliche Einkommenslücke auszugleichen, können Sie eine private Krankentagegeld-Versicherung abschließen.

Selbständige und Freiberufler

Auch Selbständige und Freiberufler die gesetzlich krankenversichert sind, haben die Möglichkeit, ein Krankentagegeld abzusichern.