20 Mark Goldmünze Wert: 913 Euro statt 20 Mark
September 11, 2026Unterschied Rendite Verzinsung: Wohin Deine 100 Euro fließen
September 11, 2026Digitaler Euro – in meinem Buch habe ich geschrieben, er sei die Blaupause zur Abschaffung des Bargelds. Inzwischen liegen die Gesetzestexte auf dem Tisch. Und an genau diesem Punkt muss ich mich korrigieren. Die Diskussion über den digitalen Euro ist aktueller denn je.
Der digitale Euro wird in vielen Diskussionen als zukunftsweisende Lösung gesehen.
Der digitale Euro ist eine wichtige Entwicklung in der Finanzwelt, die das Potenzial hat, viele Aspekte unseres Lebens zu beeinflussen.
Was mich dafür heute mehr beunruhigt als damals, erzähle ich Dir auch. Ganz nüchtern.
Digitaler Euro: Wo steht das Vorhaben gerade?
Als ich das Buch schrieb, gab es ein Papier der Europäischen Zentralbank von Ende 2019. Mehr nicht. Heute ist das ein anderer Vorgang.
Die Diskussion über den digitalen Euro ist nach wie vor lebhaft, da viele Menschen die Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Alltag betrachten.
Die Einführung des digitalen Euro wird von vielen als ein Schritt in die richtige Richtung angesehen.
Der digitale Euro könnte auch die Art und Weise revolutionieren, wie wir Transaktionen durchführen.
Insbesondere der digitale Euro könnte die Art und Weise verändern, wie wir mit Geld umgehen.
| Datum | Was passiert ist |
|---|---|
| Oktober 2021 bis Oktober 2023 | Untersuchungsphase der EZB |
| seit 1. November 2023 | Vorbereitungsphase |
| 30. Oktober 2025 | EZB beschließt die nächste Stufe |
| Dezember 2025 | Der Rat fasst seine Position |
| 23. Juni 2026 | Wirtschaftsausschuss des Parlaments |
| 9. Juli 2026 | Parlamentsplenum, 416 zu 169 Stimmen |
| seit 13. Juli 2026 | Trilog, Ziel: Einigung bis Ende 2026 |
Der Trilog ist die Verhandlung zwischen Kommission, Rat und Parlament. Dort wird jetzt entschieden, wie der Text am Ende aussieht.
Die Debatten um den digitalen Euro sind intensiv und zeigen, dass viele Menschen interessiert sind.
Was bedeutet CBDC eigentlich?
Vielleicht ist Dir das Kürzel schon begegnet. Es steht für digitales Zentralbankgeld. Übersetzt in Alltagssprache: Geld, das nicht von Deiner Bank stammt, sondern unmittelbar von der Zentralbank, nur eben ohne Papier.
Heute hast Du Zentralbankgeld ausschließlich in Form von Scheinen und Münzen. Alles auf Deinem Konto ist eine Forderung gegen Deine Bank – warum das ein Unterschied ist, habe ich im Beitrag dazu behandelt, wem das Geld auf dem Konto gehört. Genau diese Trennung würde der digitale Euro aufheben.
Ist die Ausgabe schon beschlossen?
Jetzt der Satz, den fast niemand mitliest: Einen Beschluss des EZB-Rats über die Ausgabe gibt es nicht. Die EZB sagt selbst ausdrücklich, dass dieser Beschluss erst fallen kann, wenn die Verordnung verabschiedet ist.
Der Zeitplan sieht einen Pilotbetrieb im zweiten Halbjahr 2027 vor, zwölf Monate lang, mit 36 Zahlungsdienstleistern. Eine erste echte Ausgabe frühestens 2029.
Der digitale Euro könnte auch Auswirkungen auf unsere alltäglichen Zahlungen haben.
Die Einführung des digitalen Euro kann auch dazu führen, dass neue Zahlungsmethoden und -systeme entwickelt werden.
Das ist keine Sache von morgen. Aber es ist auch nichts, was wieder verschwindet.
Der digitale Euro könnte langfristige Veränderungen in der Finanzlandschaft mit sich bringen, die es zu beobachten gilt.
Digitaler Euro: An welchem Punkt ich mich korrigiere
Ich habe meine Meinung über den digitalen Euro überdacht und die Argumente sind vielfältig.
Ich habe damals gesagt: Das ist die Blaupause, um das Bargeld abzuschaffen. Diese Behauptung halte ich heute nicht mehr aufrecht, und zwar aus einem einfachen Grund.
Das Gesetzespaket enthält nicht nur die Verordnung dazu. Es enthält eine eigene Bargeld-Verordnung. Und die stärkt die Rolle des Bargelds ausdrücklich. Vorgesehen sind:
- eine Annahmepflicht, wenn Käufer und Verkäufer physisch anwesend sind
- ein Verbot von Schildern mit der Aufschrift „Nur Karte“
- ein gesicherter Zugang zu Bargeld, also Automaten und Auszahlstellen in erreichbarer Nähe
- Resilienzpläne, damit im Notfall bezahlt werden kann
Das ist das Gegenteil dessen, was ich befürchtet habe. Und ich finde, so etwas muss man sagen.
Ich lese Papiere seit Jahren genau, weil ich in meinem alten Beruf zu oft erlebt habe, dass vorne etwas anderes stand als hinten. Aber genaues Lesen heißt eben auch, das eigene Urteil zu korrigieren, wenn die Texte etwas anderes hergeben. Meine Skepsis bleibt. Nur ihre Begründung muss auf dem Stand von heute sein, nicht auf dem von 2019.
Digitaler Euro: welche Kritik bleibt?
Eine offene Diskussion über den digitalen Euro ist wichtig, um Bedenken und Vorteile zu beleuchten.
Die Kritik am digitalen Euro ist groß, und ich teile einige dieser Bedenken.
Die Bedenken hinsichtlich des digitalen Euro sind vielfältig und müssen ernst genommen werden.
Reichlich. Der stärkste Punkt ist aus meiner Sicht die Asymmetrie.
Für die digitale Variante sind strengere Regeln zur Nachverfolgung von Zahlungen vorgesehen als für Bargeld. Wer bar zahlt, wird nicht erfasst. Wer digital zahlt, wird es. Das ist eine politische Entscheidung, keine technische Notwendigkeit. Und sie sorgt dafür, dass zwei gesetzliche Zahlungsmittel nebeneinander stehen, die unterschiedlich viel über Dich verraten.
Wer legt die Haltegrenze fest?
Der zweite Punkt ist die Haltegrenze. Du liest im Netz alle möglichen Beträge. Ich nenne Dir keinen, denn festgelegt ist keiner. Diskutiert wird eine Spanne von 500 bis 3.000 Euro.
Wichtiger als die Zahl ist ohnehin die Frage dahinter: Wer darf sie festlegen? Die Kommission per delegiertem Rechtsakt oder der Rat? Genau darüber wird gestritten.
Die Diskussion über die Haltegrenze des digitalen Euro ist besonders wichtig.
Und das ist kein Formalkram. Ich glaube: Eine Grenze, die eine Behörde allein verschieben kann, ist keine Grenze. Sie ist ein Regler.
Digitaler Euro: Wie steht es um die Privatsphäre?
Hier ist das Bild deutlich besser als in dem Papier, das ich damals gelesen habe. Offline-Zahlungen sollen das Niveau von Bargeld erreichen, ohne Speicherung bei der EZB. Bei Online-Zahlungen soll die EZB die Nutzer nicht identifizieren können. Das Parlament fordert zusätzlich sogenannte Zero-Knowledge-Verfahren, also Prüfungen, bei denen etwas bestätigt wird, ohne dass die dahinterliegenden Daten preisgegeben werden.
Meine Einordnung dazu, und das ist ausdrücklich meine Meinung: Das ist mehr Datenschutz als im Papier von 2019. Aber es steht und fällt mit der Umsetzung. Zwischen einer Absichtserklärung im Gesetzestext und einer fertigen Infrastruktur liegen Jahre und viele Einzelentscheidungen.
Wie der digitale Euro letztendlich aussieht, hängt von vielen Faktoren ab, die sorgfältig abgewogen werden müssen.
Die Zukunft des digitalen Euro hängt von vielen Faktoren ab, die sorgfältig abgewogen werden müssen.
Und dann die Kosten. Rund 1,3 Milliarden Euro für den Aufbau, dazu etwa 320 Millionen Euro laufend, Jahr für Jahr. Ich finde, bei solchen Beträgen darf man die Frage stellen, welches Problem damit eigentlich gelöst wird.
Die Diskussion über die Kosten des digitalen Euro ist ebenso wichtig wie die Diskussion über seine Implementierung.
Was zeigt der Blick über Europa hinaus?
Der digitale Euro wird auch im internationalen Kontext betrachtet, was seine Relevanz unterstreicht.
Das ist der Teil, der mich ehrlich gesagt am meisten nachdenklich macht.
| Stand weltweit | Anzahl |
|---|---|
| Länder, die eine digitale Zentralbankwährung prüfen | 146 |
| davon als Pilotprojekt | 41 |
| tatsächlich eingeführt | 3 (Bahamas, Jamaika, Nigeria) |
Und in allen drei Ländern ist die Akzeptanz schwach. Die Menschen nutzen es kaum. Das ist bemerkenswert. Der ganz große Umbau, den viele erwarten oder befürchten, hat dort, wo er stattgefunden hat, schlicht nicht stattgefunden.
Die Akzeptanz des digitalen Euro wird entscheidend sein, um seinen Erfolg zu gewährleisten.
Die Akzeptanz des digitalen Euro wird entscheidend für seine zukünftige Nutzung sein.
Was heißt das für Dich?
Ich rate Dir nicht, Dir Sorgen zu machen. Ich rate Dir, die Originale zu lesen. Ob ein digitaler Euro am Ende kommt und wie er aussieht, steht in Dokumenten, die jeder lesen darf: Die Verordnungsentwürfe sind öffentlich, die Position des Parlaments ist öffentlich, die Berichte der EZB sind öffentlich.
Die Zukunft des digitalen Euro bleibt eine offene Frage, die spannend bleibt.
Lies die Passagen zur Privatsphäre, zur Haltegrenze und zur Bargeld-Verordnung selbst. Und bilde Dir Deine eigene Meinung, statt meine zu übernehmen. Genau darum geht es in dieser ganzen Reihe.
Eine Sache noch. Bequemlichkeit und Kontrolle sind keine Gegensätze. Sie kommen fast immer im selben Paket. Deshalb lohnt sich bei jedem sehr bequemen Angebot die ruhige Frage: Was gebe ich dafür ab?
Wie es weitergeht
Wie ich zur privaten Antwort auf dieselbe Frage stehe, habe ich im Beitrag dazu erklärt, ob Bitcoin eine Währung ist. Die beiden Themen gehören zusammen. Im nächsten Beitrag springen wir weit zurück: zu zwei Geldstücken aus dem Jahr 1910.
Und jetzt bin ich neugierig: Würdest Du ihn nutzen, wenn es ihn gäbe? Schreib es in die Kommentare, gern auch, wenn Du es ganz anders siehst als ich.
Datenquellen: Europäische Zentralbank
Dieser Beitrag gibt meine persönliche Einschätzung wieder und ist keine Anlageberatung.
Bildrechte: Adobe Firefly