Früh anfangen zu sparen: Zeit ist Dein knappstes Gut
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September 11, 2026Die Deutschen legen 10,3 Prozent ihres Einkommens zurück. 9.490 Milliarden Euro Geldvermögen liegen hierzulande herum, gut ein Drittel davon schlicht auf Konten. Gespart wird also. Nur die Reihenfolge stimmt oft nicht.
Um einen erfolgreichen Finanzplan erstellen zu können, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen.
Ich zeige Dir in diesem Beitrag den Fahrplan, den ich mir zurechtgelegt habe. Wenn Du Dir selbst einen Finanzplan erstellen willst, ist das die Ordnung, in der ich die Dinge angehen würde.
Ein gut durchdachter Finanzplan erstellen kann Dir helfen, Deine finanziellen Ziele zu erreichen.
Vorweg: Jeder fängt an einem anderen Punkt an. Andere Voraussetzungen, andere Verpflichtungen. Nimm das Folgende als groben Fahrplan, den Du für Dich anpasst. Es ist keine Beratung und keine Empfehlung für irgendein Produkt.
Wie kannst Du Deinen Finanzplan erstellen?
Wenn Du einen Finanzplan erstellen möchtest, solltest Du die folgenden Schritte beachten.
In fünf Schritten, und zwar genau in dieser Reihenfolge.
| Schritt | Worum es geht |
|---|---|
| 1. Kassensturz | Einnahmen und Ausgaben über Monate genau erfassen |
| 2. Kosten | Notwendige Ausgaben auf das Nötige beschränken |
| 3. Schulden | Ratenkredite und Dispo abbauen |
| 4. Reserve | Drei Monatsnettoeinkommen schnell verfügbar halten |
| 5. Vermögensaufbau | Erst jetzt: langfristig und in mehreren Säulen |
Warum steht der Kassensturz ganz vorne?
Damit meine ich die genaue Erfassung aller Einnahmen und Ausgaben über einen längeren Zeitraum. Nicht über zwei Wochen. Über Monate. Denn Geld verschwindet meistens genau dort, wo niemand hinschaut.
Ein wichtiger Schritt, wenn Du einen Finanzplan erstellen möchtest, ist die genaue Erfassung aller Einnahmen und Ausgaben.
Es geht darum, die sinnvollen Ausgaben von den überflüssigen zu trennen und die überflüssigen zu reduzieren oder ganz zu streichen.
Dabei hilft ein einziger Satz, den ich für den wirksamsten in diesem ganzen Beitrag halte. Tausche die Frage „will ich das haben“ gegen die Frage „muss das wirklich sein“. Probier das eine Woche lang an der Kasse aus. Du wirst überrascht sein.
Und noch etwas gehört dazu: das Einkaufsverhalten. Ist es auf Dauer wirklich besser, immer das Billigste zu kaufen? Oder lohnt sich einmal etwas Langlebigeres?
Und dann die Sache mit den Schnäppchen. Es gibt Menschen, die kaufen etwas, weil es gerade so günstig ist. Sie rechnen sich aus, wie viel sie gespart haben, und sind stolz darauf. Am meisten gespart hätten sie, wenn sie gar nichts gekauft hätten.
Welche Kosten lassen sich wirklich senken?
Manche Ausgaben musst Du haben, Versicherungen zum Beispiel. Mein Grundsatz dabei ist einfach: Beschränke Dich auf das, was Du brauchst.
Bevor Du Deine Ausgaben senkst, ist es wichtig, dass Du einen Finanzplan erstellen kannst, der auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Wenn Du ein Risiko absichern musst, dann sichere genau dieses Risiko ab und meide Mischformen. Bei Kombiprodukten wird schnell undurchsichtig, was die Leistung eigentlich kostet.
Ähnlich ist es bei den Wohnnebenkosten. Es lohnt sich, einmal im Jahr zu prüfen, ob es für Strom oder Wärme einen günstigeren Anbieter gibt. Ein Nachmittag Arbeit, der jedes Jahr wirkt.
Warum kommen Schulden vor dem Sparen?
Ratenkredite sind in der Regel teuer und schränken Deinen Spielraum ein. Bevor Du an Vermögensaufbau denkst, sollten die Schulden weg.
Die Schulden müssen vor dem Sparen abgebaut werden, um einen effektiven Finanzplan erstellen zu können.
Und vergiss den Dispokredit nicht. Der wird meist zu sehr hohen Zinsen gewährt. Das ist schade ums Geld.
Mit Schulden begibst Du Dich in Abhängigkeit gegenüber dem Gläubiger, und das kann bei einem Engpass schnell zum Verhängnis werden. Wie so etwas anfängt, habe ich im Beitrag über die Schuldenfalle beschrieben.
Wie groß sollte die Liquiditätsreserve sein?
Die Faustregel lautet: drei Monatsnettoeinkommen, schnell verfügbar. Gegen eine kleine Bargeldreserve zu Hause ist ebenfalls nichts zu sagen.
Die Liquiditätsreserve ist ein wichtiger Bestandteil, wenn Du einen Finanzplan erstellen möchtest.
Wenn etwas passiert, bist Du sofort handlungsfähig und läufst nicht Gefahr, Dich verschulden zu müssen. Diese Reserve ist übrigens nicht zum Vermehren da. Sie ist zum Ruhigbleiben da.
Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Konditionen, und die Spanne ist im Moment bemerkenswert. Gute Neukundenangebote beim Tagesgeld liegen im August 2026 bei rund 2,9 Prozent. Wer sein Geld dagegen einfach liegen lässt, bekommt als Bestandskunde im Schnitt eher 0,8 Prozent.
Das ist derselbe Betrag, dasselbe Risiko, und ein Unterschied von gut zwei Prozentpunkten. Vergleichen kostet Dich eine halbe Stunde. Ich sage Dir nicht, wo Du hingehen sollst. Ich sage Dir nur, dass es sich lohnt, hinzuschauen.
Was ist der Cost-Average-Effekt?
Erst danach kommt der Vermögensaufbau. Wenn Du Vermögen über Aktien aufbauen willst, sind Fonds durch die breite Streuung ein Weg mit geringerem Risiko als Einzelaktien. Wähle den Betrag so, dass Du ihn Dir immer leisten kannst, und lass es lange laufen.
Um Deine Risiken zu minimieren, solltest Du einen Finanzplan erstellen, der Diversifikation beinhaltet.
Der Grund dafür ist erstaunlich einfach. Sinnvoll einkaufen heißt: viel kaufen, wenn es günstig ist, und wenig, wenn es teuer ist. Mit einem Sparplan tust Du das automatisch.
Rechnen wir es an ausgedachten Zahlen durch. Du kaufst monatlich für 100 Euro Anteile.
| Preis je Anteil | Anteile für 100 Euro |
|---|---|
| 25 Euro | 4 |
| 50 Euro | 2 |
| 1 Euro | 100 |
In der Ansparphase ist der Wert der Anteile zweitrangig. Es geht darum, möglichst viele zu sammeln.
Warum reicht ein Sparplan nicht?
Denke daran, beim Vermögensaufbau einen klaren Finanzplan erstellen zu haben.
Die eigentliche Herausforderung kommt später, wenn Du das Vermögen wieder zu Geld machen willst. Den idealen Verkaufszeitpunkt kann niemand vorhersehen.
Deshalb baust Du auf mehrere Säulen. Aktien und Edelmetalle laufen erfahrungsgemäß häufig gegenläufig. Aus meiner Sicht spricht deshalb einiges für zwei Sparpläne statt für einen: einer in einen Aktienfonds, einer in Gold oder in Gold und Silber. Wenn Du Geld brauchst, hast Du die Wahl. Das ist meine persönliche Ordnung, keine Empfehlung, so vorzugehen.
Wenn Du zwei Metalle nimmst, wirst Du irgendwann über eine Kennzahl stolpern: die Gold-Silber-Ratio. Du teilst den Goldpreis durch den Silberpreis und siehst, wie viele Unzen Silber eine Unze Gold gerade kostet. Ende August 2026 liegt dieser Wert bei rund 68.
Manche leiten daraus Kauf- und Verkaufsentscheidungen ab. Ich tue das ausdrücklich nicht und rate es Dir auch nicht. Für mich ist es einfach eine Beobachtungsgröße, die zeigt, dass sich zwei Sachwerte unterschiedlich bewegen.
Was macht am Ende den Unterschied?
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, einen soliden Finanzplan erstellen zu können.
Zwei Zahlen, die mich zuversichtlich stimmen. In Deutschland besaßen 2025 rund 14,11 Millionen Menschen Aktien, Fonds oder ETFs. Das sind 19,9 Prozent und damit ein Rekord. Gleichzeitig liegen immer noch 37 Prozent des gesamten Geldvermögens schlicht als Bargeld und Einlagen herum. Da ist also noch Luft.
Der Erfolg liegt im Durchhalten. Lass Dich von Marktbewegungen nicht beeindrucken – warum die ohnehin schneller sind, als Du reagieren kannst, steht im Beitrag zum Hochfrequenzhandel. In der Ansparphase kann Dir nichts Besseres passieren als fallende Preise.
Und zum Schluss der Grundsatz, der über allem steht. Streuen ja, aber nicht als Zwang. Beschränke Dich auf die Dinge, die Du bis ins Detail nachvollziehen kannst. Es nützt Dir nichts, breit gestreut zu sein und dabei bei der Hälfte ein ungutes Gefühl zu haben.
Glaub mir, es ist manchmal mehr wert, ruhig schlafen zu können.
Wie es weitergeht
Damit sind wir am Ende dieses Blocks. Fang mit dem Kassensturz an, alles andere ergibt sich daraus.
Mit einem klaren Überblick kannst Du Deinen Finanzplan erstellen und Deine Ziele erreichen.
Und schreib mir gern, welcher der Schritte Dir am schwersten fällt – ich lese wirklich mit.
Zum Weiterlesen: Finanzplanung
Für eine erfolgreiche Finanzplanung ist es wichtig, einen Finanzplan erstellen zu können, der Deinen Bedürfnissen entspricht.
Dieser Beitrag gibt meine persönliche Einschätzung wieder und ist keine Anlageberatung.
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