Crowdinvesting Immobilien: Jedes vierte Projekt fiel aus
September 11, 2026Unterschied Rendite Verzinsung: Wohin Deine 100 Euro fließen
September 11, 2026Der Deutsche Oldtimer-Index ist zuletzt um 1,85 Prozent gestiegen. Auf ein Fahrzeug im Wert von 25.000 Euro sind das rund 460 Euro Wertzuwachs. Der Unterhalt desselben Fahrzeugs kostet im selben Jahr zwischen 1.228 und 2.428 Euro. Wer über Sachwerte als Geldanlage nachdenkt, sollte mit genau dieser Gegenüberstellung anfangen. Sachwerte als Geldanlage sind eine ernsthafte Option.
Diese Rechnung stammt übrigens nicht von mir. Der Automobilverband weist selbst darauf hin.
Hobby oder Anlage: Was ist der Unterschied?
Ich fange mit einer Unterscheidung an, die im Buch steht und die ich bis heute für die wichtigste halte. Es gibt Sammlerobjekte mit einem echten Wert und es gibt Sammlerobjekte mit einem emotionalen Wert. Beides ist völlig in Ordnung.
Sachwerte als Geldanlage bieten viele Möglichkeiten, wenn man es richtig angeht.
Nur: Wenn Du ein Sammlerstück als Geldanlage betrachtest, musst Du die Emotion draußen lassen. Als Hobby darf ein Oldtimer Freude machen und Geld kosten. Als Anlage muss er sich rechnen. Das sind zwei verschiedene Gespräche.
Und ein wertvoller Whisky, ein Kunstobjekt oder ein topgepflegter Oldtimer lassen eben auch bei Menschen die Augen leuchten, die gar nichts sammeln. Genau da beginnt das Problem.
Was brauchen Sachwerte als Geldanlage wirklich?
Ein sorgfältiger Umgang mit Sachwerte als Geldanlage ist entscheidend für den Erfolg.
Fünf Dinge, und alle fünf sind Arbeit.
Sie brauchen sehr spezielles Wissen. Sie brauchen Pflege und Verwahrung – der Wein einen kühlen, feuchten Keller, der Oldtimer eine trockene Halle und eine Werkstatt, das Bild einen Platz ohne Sonnenlicht. Sie brauchen das richtige Timing beim Kauf. Sie brauchen das richtige Timing beim Verkauf. Und sie brauchen einen funktionierenden Markt, auf dem sich überhaupt jemand findet.
Zusätzlich ist es wichtig, dass Sachwerte als Geldanlage langfristig betrachtet werden.
Wie läuft der Sammlermarkt gerade?
Wenn du in Sachwerte als Geldanlage investierst, musst du die Marktbedingungen beobachten.
Der bekannteste Sammlerindex fasst zehn Kategorien zusammen. Er schloss Ende 2025 mit minus 0,4 Prozent ab. Über zehn Jahre steht er bei plus 38,6 Prozent. Das ist auf zehn Jahre gerechnet ein ordentlicher, aber kein spektakulärer Wert.
Und der Durchschnitt verdeckt, wie weit die einzelnen Kategorien auseinanderlaufen.
| Kategorie | Wertentwicklung |
|---|---|
| Schmuck | plus 13,3 Prozent |
| Oldtimer | plus 11,4 Prozent |
| Whisky | minus 8,8 Prozent |
| Münzen | minus 13,6 Prozent |
| Möbel | minus 20,2 Prozent |
In derselben Anlageklasse, im selben Jahr. Beim Whisky waren es über fünf Jahre sogar minus 25,3 Prozent.
Beim Kunstmarkt sieht es freundlicher aus. Er lag 2025 bei 59,6 Milliarden Dollar, ein Plus von vier Prozent. Allerdings nach einem Minus von zwölf Prozent im Jahr davor. Beim Wein ist das Bild ähnlich zweigeteilt: Der bekannteste Weinindex legte auf Jahressicht 3,3 Prozent zu, liegt über fünf Jahre aber 7,4 Prozent im Minus und rund 25 Prozent unter seinem Höchststand vom Oktober 2022.
Warum die Nebenkosten die eigentliche Rechnung sind
Jetzt kommt der Teil, der in kaum einem Bericht auftaucht.
Nehmen wir noch einmal den Oldtimer. In Deutschland fahren 923.538 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bestand wächst. Und die Rechnung von eben bleibt trotzdem stehen: rund 460 Euro Wertzuwachs gegen 1.228 bis 2.428 Euro Unterhalt. Ohne Stellplatz die kleinere Zahl, mit Stellplatz die größere. Das heißt, ein durchschnittliches Jahr trägt die laufenden Kosten nicht. Nicht annähernd.
Die Vorteile von Sachwerte als Geldanlage sind vielfältig, aber sie verlangen auch Aufmerksamkeit.
Beim Wein wird es noch deutlicher. Die Lagerung einer Zwölferkiste kostet inklusive Versicherung rund 15 bis 17 Pfund im Jahr. Klingt nach nichts. Bei einem Warenwert von 600 Pfund sind das aber rund 2,9 Prozent laufende Kosten. Jedes Jahr. Und das gegen eine Wertentwicklung von minus 7,4 Prozent über fünf Jahre. Die Flasche im Keller macht also nichts falsch. Sie wird nur langsam von den Nebenkosten aufgegessen.
Und bei der Kunst schlägt es beim Verkauf zu. Bei den großen Auktionshäusern zahlt der Käufer ein Aufgeld von 28 beziehungsweise 27 Prozent auf den Zuschlag. Dazu kommt ein Aufgeld auf der Verkäuferseite. Realistisch liegen zwischen dem, was der Käufer zahlt, und dem, was der Verkäufer bekommt, über 30 Prozent.
Das Verständnis von Sachwerte als Geldanlage kann dir helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.
Nimm Dir kurz Zeit für diese Zahl. Dein Bild muss um mehr als ein Drittel im Wert steigen, bevor Du überhaupt bei null bist.
Zwei Nachteile, die sich nicht wegrechnen lassen
Der erste ist die eingeschränkte Liquidität. Für einen guten Preis brauchst Du nicht irgendeinen Käufer, sondern den richtigen. Und der kommt, wann er will, nicht wann Du das Geld brauchst.
Der zweite ist die fehlende Mobilität. Eine Sammlung nimmst Du nicht mit. Wer sich mit Edelmetallen beschäftigt hat, kennt den Unterschied – dazu gibt es hier den Beitrag über Papiergold.
Wie werden Sammlerstücke besteuert?
Dazu wird immer gefragt, und ich gebe Dir ausdrücklich keine Empfehlung. Für solche Gegenstände gilt Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Verkaufst Du innerhalb eines Jahres mit Gewinn, ist der Gewinn steuerpflichtig. Nach einem Jahr ist er steuerfrei.
Es gibt aber eine Ausnahme, die viele übersehen: Hast Du mit dem Gegenstand Einkünfte erzielt, ihn also zum Beispiel vermietet, verlängert sich die Frist auf zehn Jahre.
Und es gibt eine Freigrenze von 1.000 Euro. Freigrenze, nicht Freibetrag. Der Unterschied ist wichtig. Bei einem Freibetrag bleiben die ersten 1.000 Euro immer frei. Bei einer Freigrenze ist alles steuerfrei, solange Du darunter bleibst – überschreitest Du sie um einen Euro, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Frag dazu bitte jemanden, der das für Dich prüfen darf.
Was ist von fertig verpackten Angeboten zu halten?
Noch ein Wort zu den Angeboten, die Sammlerobjekte als fertige Geldanlage verpacken. Bei den Mietcontainern von P&R verloren 54.000 Anleger Geld, es ging um 3,4 Milliarden Euro. Und beim Verkauf von Whiskyfässern gilt eine Besonderheit, die man kennen sollte: Die britische Finanzaufsicht reguliert diesen Verkauf nicht. Wo keine Aufsicht ist, ist auch keine Aufsicht.
Mein Fazit, und es ist kein Verdikt
Ich möchte diese Sammlerstücke nicht verteufeln. Sachwerte als Geldanlage können ein wertvoller Bestandteil in einem gut gestreuten Vermögen sein. Wenn Du Zeit, Interesse und echtes Wissen mitbringst, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, Dich da heranzuwagen.
Sachwerte als Geldanlage sind nicht nur eine Geldanlage, sondern auch eine Leidenschaft.
Nur eben mit offenen Augen. Und mit einer Rechnung, in der die Lagerung, die Versicherung, die Pflege und die Verkaufskosten von Anfang an drinstehen.
Wie es weitergeht
Im nächsten Beitrag geht es um eine ganz andere Form von Sachwertnähe, die bei genauem Hinsehen gar keine ist: Crowdinvesting Immobilien.
Wenn Du selbst sammelst: Rechne einmal Deine laufenden Kosten für ein Jahr zusammen und schreib mir in die Kommentare, was dabei herauskommt. Ich bin ehrlich gespannt.
Ich lade dich ein, über deine Erfahrungen mit Sachwerte als Geldanlage zu berichten.
Zum Weiterlesen: Sachwert
Zum Weiterlesen: Sachwert, insbesondere in Bezug auf Sachwerte als Geldanlage.
Dieser Beitrag gibt meine persönliche Einschätzung wieder und ist keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
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