Schwundgeld Mittelalter: 300 Jahre Wohlstand in Europa
September 12, 2026Wem gehört das Geld auf dem Konto? Nicht Dir
September 12, 2026Geldmenge M1 M2 M3 – das klingt nach Autobahn oder nach Betriebswirtschaftsvorlesung. Dahinter steckt aber eine der wichtigsten Fragen überhaupt: Wie viel Geld existiert eigentlich? Und wer entscheidet, ob mehr dazukommt?
Wenn Du das einmal verstanden hast, klingt jede Nachricht über Inflation für Dich anders. Und ich verspreche Dir: Das ist einfacher, als es aussieht. Es sind drei Schubladen, und sie liegen ineinander.
Um die Geldmenge M1 M2 M3 besser zu verstehen, ist es wichtig, sich die verschiedenen Komponenten dieser Geldmengen anzusehen.
Was ist mit „Geldmenge“ überhaupt gemeint?
Zuerst die Grundidee. Die Geldmenge bezeichnet die Gesamtheit der Zahlungsmittel in den Händen inländischer Nichtbanken. Nichtbanken, das sind Du, ich, die Bäckerei um die Ecke, ein Handwerksbetrieb, ein Konzern. Alle, die keine Bank sind.
Die Geldmenge M1 M2 M3 wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die die Wirtschaft in Bewegung halten.
Es geht also darum, wie viel Geld draußen bei den Menschen und Unternehmen ist. Nicht darum, was die Banken untereinander bewegen. Und weil man das unterschiedlich weit fassen kann, gibt es drei Abgrenzungen.
Geldmenge M1 M2 M3: Was steckt in welcher Schublade?
Die Definition der Geldmenge M1 M2 M3 hilft uns zu verstehen, wie Geld in der Volkswirtschaft zirkuliert.
| Abgrenzung | Was enthalten ist | Stand Juni 2026 |
|---|---|---|
| M1 | Bargeldumlauf + täglich fällige Einlagen | 11.319 Mrd. € |
| M2 | M1 + Einlagen mit Laufzeit bis 2 Jahre + Einlagen mit Kündigungsfrist bis 3 Monate | keine Angabe |
| M3 | M2 + Repogeschäfte + Anteile an Geldmarktfonds + Schuldverschreibungen bis 2 Jahre | 17.611 Mrd. € |
Drei Schubladen, jede enthält die vorherige. M3 lag im Juni 2026 gut drei Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Die Veränderungen in der Geldmenge M1 M2 M3 haben direkte Auswirkungen auf die Inflation und die Kaufkraft der Bürger.
M1 ist die engste Abgrenzung. Täglich fällig, das ist das Geld auf Deinem Girokonto. Also grob gesagt: das Bargeld draußen und alles, worüber Du sofort verfügen kannst.
M2 ist eine Schublade weiter. Kurz gebundenes Festgeld und das klassische Sparbuch. Nicht sofort verfügbar, aber greifbar nah.
M3 ist die weiteste. Hier kommen einige geldnahe Papiere dazu.
Die Geldmenge M1 M2 M3 ist also nicht nur eine trockene Theorie, sondern hat konkrete Auswirkungen auf unser tägliches Leben.
Ein Hinweis, weil Du vielleicht ältere Bücher im Regal stehen hast, meines eingeschlossen: Die früheren deutschen Abgrenzungen liefen anders, da steckten zum Beispiel Termineinlagen unter vier Jahren in M2. Maßgeblich ist heute die Definition der Europäischen Zentralbank. Und das sind genau die drei, die ich Dir gerade genannt habe.
Was ist die Zentralbankgeldmenge?
Dann gibt es noch einen Begriff, der oft durcheinandergeht. Die Zentralbankgeldmenge besteht aus dem Bargeldumlauf und dem Mindestreservesoll für die Inlandsverbindlichkeiten der Banken. Diese Größe ist direkt von der Notenbank beeinflussbar. Sie war lange die zentrale Steuerungsgröße der Geldpolitik und bis 1987 Gegenstand der Geldmengenziele.
Ab 1988 hat die Bundesbank umgestellt. Seitdem wurde der Zielkorridor an M3 gemessen. Die Bundesbank legte also im Voraus einen ungefähren Wert fest, um den M3 wachsen sollte. Und auch die Europäische Zentralbank orientiert sich bei ihren geldpolitischen Entscheidungen an der Geldmenge M3.
Die Geldmenge M1 M2 M3 ist ein Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes.
Merke Dir bitte diesen einen Satz: M3 ist die Größe, auf die geschaut wird. Wenn irgendwo von der Geldmenge die Rede ist, ist meistens M3 gemeint.
Wir sollten die Entwicklungen der Geldmenge M1 M2 M3 genau im Auge behalten, um informierte Entscheidungen zu treffen.
Wo liegt Dein eigenes Geld in diesen drei Schubladen?
Damit Du ein Gefühl dafür bekommst, gehen wir das einmal an Deinem eigenen Leben entlang.
| Dein Geld | Landet in |
|---|---|
| Der Zwanziger in Deiner Jackentasche | M1 |
| Das Guthaben auf Deinem Girokonto | M1 |
| Festgeld, für zwei Jahre angelegt | M2 |
| Sparbuch mit drei Monaten Kündigungsfrist | M2 |
| Anteile an einem Geldmarktfonds | M3 |
Dasselbe Geld, nur unterschiedlich schnell verfügbar.
Genau das ist die Logik hinter den drei Buchstaben. Je weiter die Schublade, desto träger das Geld darin. Und deshalb ist es kein Zufall, dass ausgerechnet auf die weiteste Schublade geschaut wird. Denn dort landet auch das Geld, das nicht mehr arbeitet, sondern liegt.
Das Verständnis der Geldmenge M1 M2 M3 ist entscheidend, um die Mechanismen der Finanzmärkte zu begreifen.
Warum muss Geld einen Gegenwert haben?
Und jetzt kommt der Punkt, um den es mir eigentlich geht.
Geld und Waren müssen immer in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Geld und Leistungen genauso. Damit Geld als Tauschmittel werthaltig ist, muss es etwas geben, das den Wert der Banknoten und Münzen untermauert. Unter einem Goldstandard war das das hinterlegte Gold. Die Geldmenge stand immer in Relation dazu. Gibt es keinen Goldstandard, dann sind es die vorhandenen Waren.
Und ungedecktes Geld kann ohne Grenze vermehrt werden. Ohne Grenze. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach die Eigenschaft dieses Systems.
Jetzt stell Dir vor, es kommt Geld dazu, ohne dass irgendwo ein Gegenwert entsteht. Kein zusätzliches Brot, keine zusätzliche Wohnung, keine zusätzliche Arbeitsstunde. Genau das passiert bei Zinsen. Zinsgutschriften fügen dem Wirtschaftssystem Geld ohne Gegenwert hinzu. Die Geldmenge wächst stetig an. Der Zins erhöht M3.
Eine wachsende Geldmenge M1 M2 M3 ohne Gegenwert kann langfristig zu wirtschaftlichen Ungleichgewichten führen.
Warum Zinsen dem Kreislauf gleichzeitig Geld entziehen
Und der Wirtschaftskreislauf? Der hat davon keinen Nutzen. Im Gegenteil. Zins und Zinseszins entziehen dem Kreislauf Geld. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht, wenn Du kurz mitdenkst.
Geld hat eine Aufgabe. Es soll als Tauschmittel den Fluss der Wirtschaftsgüter sicherstellen. Es soll unterwegs sein. Wenn Geld dagegen angelegt und verliehen wird, allein zum Zweck des Zinserwerbs, dann wird es auf Konten gebunden. Es liegt. Es fließt nicht.
Aus meiner Sicht ist das eine ernste Zweckentfremdung des Geldes. Zu viel Geld wird für diesen Zweck verwendet. Dadurch wird der bestehenden Geldmenge jedes Jahr durch Zinsgutschriften noch mehr Geld hinzugefügt und dem funktionierenden Wirtschaftskreislauf gleichzeitig entzogen. Auf Dauer bringt das die Wirtschaft zum Erliegen. Das ist meine Überzeugung, und sie folgt aus dieser einfachen Beobachtung.
Mit der Einführung des Buchgeldes, also des Geldes auf Konten, ist dieser Vorgang noch einmal viel leichter geworden. Und die Größenordnung siehst Du in denselben Zahlen: Vom M3 im Euroraum sind nur rund neun Prozent Bargeld. Alles andere ist Buchgeld. Warum das juristisch einen Unterschied macht, habe ich im Beitrag dazu aufgeschrieben, wem gehört das Geld auf dem Konto.
Die historischen Entwicklungen der Geldmenge M1 M2 M3 sind wichtig, um die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu verstehen.
Zwei Fragen für die nächste Nachricht
Das ist der Grund, warum ich Dir die drei Buchstaben überhaupt erkläre. Nicht, damit Du sie im Quiz weißt. Sondern damit Du die nächste Nachricht anders hörst.
Wenn Du das nächste Mal liest, die Geldmenge sei gewachsen, dann hast Du jetzt zwei Fragen im Kopf, die vorher nicht da waren. Erste Frage: Ist gleichzeitig etwas entstanden, das man dafür kaufen könnte? Zweite Frage: Fließt dieses Geld, oder liegt es auf Konten und wartet auf Zinsen?
Diese zwei Fragen ersetzen kein Studium. Aber sie machen aus einer Meldung, an der Du bisher vorbeigelesen hast, eine Information über Deine eigene Kaufkraft. Und das ist genau das, was ich mit Aufklärung meine.
Wie es weitergeht
Warum ständig neues Geld nachfließen muss, erklärt sich aus der Frage: woher kommen die Zinsen überhaupt? Im nächsten Beitrag machen wir einen Sprung ins Mittelalter – zu einem Geld, das absichtlich an Wert verlor.
Und wenn Dir eine der drei Abgrenzungen unklar geblieben ist, frag mich in den Kommentaren.
Datenquellen: Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank
Für weitere Informationen zur Geldmenge M1 M2 M3 sind die Veröffentlichungen der Bundesbanken sehr aufschlussreich.
Dieser Beitrag gibt meine persönliche Einschätzung wieder und ist keine Anlageberatung.
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