Mein Youtube Kanal Hypothekengewinnabgabe: Das musst du wissen! (Einfach erklärt)
August 14, 2025Vorab, diese Zusammenstellung über notleidende Kreditinstitute, Insolvenzen und Rettungen seit dem Jahr 2000 wurde mit Hilfe einer KI aufgrund der Suche öffentlich zugänglicher Quellen erstellt. Insofern wird zur Richtigkeit und Vollständigkeit keine Haftung übernommen.
Notleidende Kreditinstitute: Privat- und Geschäftsbanken
Seit 2000 lassen sich neun privatwirtschaftliche deutsche Banken beziehungsweise Bankengruppen öffentlich belastbar als gerettet, gestützt oder durch besondere Stabilisierungsmaßnahmen aufgefangen einordnen. Dabei muss man zwischen einer echten Rettung vor Insolvenz, vorsorglicher staatlicher Stabilisierung und bloßer Einlegerentschädigung nach einer Schließung unterscheiden.
Eine wirklich „vollständige Liste aktuell notleidender Banken“ ist öffentlich nicht möglich: BaFin, Bundesbank und EZB veröffentlichen keine Namensliste der Institute, die unter verschärfter Aufsicht stehen, Sanierungspläne vorlegen müssen oder intern als gefährdet gelten. Nach öffentlich verfügbaren Informationen ist derzeit keine deutsche private Geschäftsbank offiziell als „failing or likely to fail“ beziehungsweise unmittelbar insolvenzgefährdet eingestuft.
Stand: 29. Juli 2026.
- Seit 2000 gerettete oder stabilisierte private Banken
- SchmidtBank – 2001
Institut: SchmidtBank, Hof
Jahr der Rettung: 2001
Art der Maßnahme: Private Auffanglösung durch Großbanken und Einlagensicherungsfonds
Ursache: Hohe Kreditausfälle, problematische Beteiligungen, unzureichende Risikovorsorge und Kapitalmangel.
Die SchmidtBank wurde im November 2001 durch die eigens gegründete Auffanggesellschaft Medusa übernommen. Beteiligt waren Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank und Bayerische Landesbank. Zusätzlich stellte der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken erhebliche Mittel bereit.
Für die Stabilisierung beziehungsweise Abwicklung wurden rund 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro aufgebracht. Ein Moratorium oder eine ungeordnete Insolvenz konnte dadurch verhindert werden. Das Institut wurde anschließend zerlegt und wesentliche Teile verkauft. (Süddeutsche.de)
Einordnung: Eindeutiger Rettungsfall.
- Allgemeine HypothekenBank Rheinboden – 2005
Institut: Allgemeine HypothekenBank Rheinboden AG, später Corealcredit Bank
Jahr der entscheidenden Rettung: 2005
Art der Maßnahme: Stützung durch den Einlagensicherungsfonds und Eigentümerwechsel
Ursache: Verluste aus Zinsgeschäften, Immobilienfinanzierungen und Derivaten sowie unzureichende Kapitalausstattung.
Die Bank geriet bereits Anfang der 2000er-Jahre in Schwierigkeiten. 2005 wurde sie mit Unterstützung des privaten Bankensystems stabilisiert und anschließend an den Finanzinvestor Lone Star verkauft. Später firmierte sie als Corealcredit Bank.
Einordnung: Eindeutiger privat organisierter Stützungs- und Sanierungsfall.
- IKB Deutsche Industriebank – 2007/2008
Institut: IKB Deutsche Industriebank AG
Beginn der Rettung: Juli 2007
Art der Maßnahme: Kapitalhilfen, Garantien und Risikoübernahmen durch KfW, Bankenverbände und private Banken
Ursache: Verluste aus US-Subprime-Verbriefungen und außerbilanziellen Zweckgesellschaften.
Die IKB war der erste große deutsche Bankenrettungsfall der internationalen Finanzkrise. Die Bank konnte ihre Zweckgesellschaft Rhineland Funding nicht mehr finanzieren. Die KfW, damals Mehrheitsaktionärin, übernahm zusammen mit Bankenverbänden und privaten Instituten milliardenschwere Risiken.
Die verschiedenen Rettungspakete beliefen sich insgesamt auf ungefähr 10 Milliarden Euro, je nach Abgrenzung von Garantien, Verlustübernahmen und Kapitalzuführungen. 2008 wurde die IKB an Lone Star verkauft. Die bei der KfW entstandenen Verluste wurden letztlich mittelbar von der öffentlichen Hand getragen. Die Finanzagentur führt die IKB weiterhin in ihrer historischen Übersicht der Stabilisierungsmaßnahmen. (Deutsche Finanzagentur)
Einordnung: Eindeutiger Rettungsfall mit erheblichen öffentlichen Mitteln.
- Düsseldorfer Hypothekenbank – 2008 und erneut 2015
Institut: Düsseldorfer Hypothekenbank AG
Erste Rettung: 2008
Zweite akute Stützung: 2015
Art der Maßnahme: Übernahme beziehungsweise Risikoabschirmung durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken
Ursachen: 2008 Belastungen aus strukturierten Wertpapieren; 2015 hohe Risiken aus österreichischen Heta-Anleihen.
Die Bank musste 2008 vom privaten Einlagensicherungsfonds aufgefangen werden. 2015 geriet sie erneut in eine existenzbedrohende Lage, nachdem Österreich ein Zahlungsmoratorium für Verbindlichkeiten der Abwicklungsbank Heta Asset Resolution angeordnet hatte.
Der Einlagensicherungsfonds übernahm die Kontrolle und stabilisierte das Institut. 2018 wurde die Düsseldorfer Hypothekenbank an die Aareal Bank verkauft. (GÖRG)
Einordnung: Eindeutiger Rettungsfall; zwei Krisenphasen.
- Hypo Real Estate – 2008 bis 2010
Institut: Hypo Real Estate Holding AG einschließlich Depfa Bank
Beginn der Rettung: September 2008
Art der Maßnahme: Liquiditätsgarantien, Kapitalzuführungen, Verstaatlichung und Bad Bank
Ursache: Extreme kurzfristige Refinanzierung langfristiger Staats- und Immobilienfinanzierungen, insbesondere bei der irischen Depfa Bank.
Die HRE konnte sich nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers nicht mehr am Geldmarkt refinanzieren. Zunächst wurde ein Rettungspaket von Staat, Bundesbank und privaten Banken organisiert. Danach übernahm der SoFFin immer größere Teile der Stabilisierung.
Der maximale Garantierahmen betrug 128,5 Milliarden Euro; tatsächlich ausgegebene Garantien erreichten maximal 124 Milliarden Euro. Zusätzlich erhielt die Gruppe rund 9,8 Milliarden Euro Kapital. 2009/2010 wurde sie vollständig verstaatlicht. Problemaktiva mit einem Nominalvolumen von rund 175,7 Milliarden Euro wurden auf die FMS Wertmanagement übertragen. (Deutsche Finanzagentur)
Die Garantien liefen zwar ohne direkte Inanspruchnahme aus, aus der Abwicklung der Problemaktiva und der Kapitalstützung entstanden beziehungsweise entstehen dem Bund jedoch langfristige Belastungen.
Einordnung: Größter deutscher privater Bankenrettungsfall seit 2000.
- Commerzbank – 2008/2009
Institut: Commerzbank AG, einschließlich der übernommenen Dresdner Bank
Beginn der Rettung: Dezember 2008
Art der Maßnahme: Staatliche Kapitalzuführung, Garantien und Beteiligung des Bundes
Ursache: Belastungen aus der Finanzkrise und zusätzliche Risiken aus der Übernahme der Dresdner Bank.
Die Commerzbank erhielt zunächst eine stille Einlage von 8,2 Milliarden Euro. Anfang 2009 folgte eine weitere stille Einlage von 8,2 Milliarden Euro sowie der Erwerb einer Sperrminorität durch den Bund.
Insgesamt stellte der SoFFin rund 18,2 Milliarden Euro Eigenkapital bereit. Der Staat erwarb 25 Prozent plus eine Aktie. Hinzu kam zeitweise ein Garantierahmen von bis zu 15 Milliarden Euro, der nur teilweise genutzt wurde. (tagesschau.de)
Die stillen Einlagen wurden später weitgehend zurückgezahlt. Der Bund blieb jedoch über Jahre Aktionär und hat seinen Anteil inzwischen schrittweise reduziert.
Einordnung: Eindeutige staatliche Rettung beziehungsweise Rekapitalisierung.
- Aareal Bank – 2009
Institut: Aareal Bank AG
Jahr der Stabilisierung: 2009
Art der Maßnahme: Stille Einlage und staatlicher Garantierahmen
Ursache: Erschwerter Zugang zum Kapitalmarkt während der Finanzkrise; nicht primär akute bilanzielle Insolvenz.
Die Aareal Bank erhielt vom SoFFin:
- eine stille Einlage von 525 Millionen Euro,
- einen Garantierahmen von bis zu 4 Milliarden Euro.
Die Bank erklärte, damit ihr grundsätzlich profitables Geschäftsmodell im extrem schwierigen Marktumfeld absichern zu wollen. Bemerkenswert ist, dass die Aareal Bank nach Angaben der Bundesregierung in den Jahren 2006 bis 2009 keine Jahresverluste auswies. Die Hilfen waren daher eher eine vorsorgliche Stabilisierung als eine Rettung nach eingetretener Insolvenz. (Aareal Bank)
Die stille Einlage wurde bis 2014 vollständig zurückgezahlt; die Garantien liefen aus.
Einordnung: Staatlich stabilisiert, aber kein klassischer Beinahe-Insolvenzfall.
- Corealcredit Bank – 2009
Institut: Corealcredit Bank AG, vormals Allgemeine HypothekenBank Rheinboden
Jahr der staatlichen Stabilisierung: 2009
Art der Maßnahme: SoFFin-Garantie
Ursache: Schwierige Refinanzierungsbedingungen während der Finanzkrise.
Die Corealcredit Bank erhielt 2009 einen staatlichen Garantierahmen von 500 Millionen Euro. Der damalige Eigentümer Lone Star stellte dem SoFFin eine Rückgarantie. (DServer Bundestag)
Weil das Institut bereits als AHBR einen früheren Sanierungsfall dargestellt hatte, handelt es sich wirtschaftlich um einen zweiten Stützungszeitraum derselben Bank.
Einordnung: Staatliche Stabilisierung; geringere Intensität als bei IKB, HRE oder Commerzbank.
- Dresdner Bank – 2008/2009, mittelbar
Institut: Dresdner Bank AG
Jahr: 2008/2009
Art der Rettung: Übernahme durch die Commerzbank; Risiken anschließend durch deren staatliche Rekapitalisierung mitgetragen
Ursache: Hohe Verluste aus strukturierten Wertpapieren, Investmentbanking und der Finanzkrise.
Die Dresdner Bank erhielt keine getrennte direkte SoFFin-Kapitalhilfe unter eigenem Namen. Ihre Verluste und Risiken waren jedoch ein wesentlicher Faktor für den Kapitalbedarf der Commerzbank nach der Übernahme.
Einordnung: Mittelbarer Rettungsfall. Um Doppelzählungen zu vermeiden, sollte sie bei der Berechnung der staatlichen Gesamthilfe zusammen mit der Commerzbank betrachtet werden.
- Banken, die nicht gerettet, sondern geschlossen oder abgewickelt wurden
Diese Fälle gehören nicht in die enge Liste „geretteter Banken“. Sie sind aber für eine vollständige Betrachtung wichtig, weil Einleger entschädigt oder Vermögenswerte abgewickelt wurden.
Gontard & MetallBank – 2002
Die Bank wurde 2002 nach erheblichen Verlusten und gescheiterten Sanierungsversuchen geschlossen. Einlagen wurden über die Sicherungssysteme geschützt. Es kam jedoch nicht zu einer dauerhaften Rettung des Instituts.
BFI Bank – 2003
Die BaFin stellte 2003 den Entschädigungsfall fest. Die Bank wurde abgewickelt; das Institut selbst wurde nicht gerettet.
Bankhaus Reithinger – 2006
Nach aufsichtsrechtlichen Maßnahmen und Feststellung des Entschädigungsfalls erfolgte die Abwicklung. Keine Rettung des Unternehmens.
Weserbank – 2008
Das Institut wurde geschlossen und abgewickelt. Einleger wurden entschädigt; keine Fortführung als gerettete Bank.
Lehman Brothers Bankhaus AG – 2008
Die deutsche Tochter des US-Konzerns wurde infolge der Lehman-Insolvenz abgewickelt. Es gab keine deutsche Rettung des Instituts.
noa bank – 2010
Die BaFin verhängte ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot und stellte später den Entschädigungsfall fest. Die Bank wurde nicht gerettet.
Maple Bank GmbH – 2016
Die BaFin schloss die Bank, nachdem sie wegen möglicher Rückforderungen aus Cum-Ex-Geschäften überschuldet war. Der Entschädigungsfall wurde festgestellt; die Bank ging in Insolvenz.
Dero Bank AG – 2018
Nach aufsichtsrechtlichen Maßnahmen und Zahlungsunfähigkeit wurde der Entschädigungsfall festgestellt. Keine Rettung oder Fortführung.
North Channel Bank GmbH & Co. KG – 2020
Die Bank wurde wegen drohender Überschuldung und Risiken aus steuerlichen Geschäften geschlossen. Einleger wurden entschädigt.
Greensill Bank AG – 2021
Die BaFin verhängte im März 2021 ein Moratorium, nachdem Forderungen gegenüber Unternehmen des Greensill-Konzerns nicht ausreichend nachgewiesen werden konnten. Danach wurde der Entschädigungsfall festgestellt und das Insolvenzverfahren eröffnet.
Die gesetzliche und freiwillige Einlagensicherung musste mehrere Milliarden Euro bereitstellen. Das Institut selbst wurde nicht gerettet, sondern liquidiert. (DIE WELT)
Sberbank Direct beziehungsweise deutsche Zweigniederlassung – 2022
Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine kam es zu massiven Mittelabflüssen bei der österreichischen Sberbank Europe und ihren Niederlassungen. Deutsche Kunden wurden über das österreichische Sicherungssystem entschädigt. Es handelte sich nicht um eine deutsche Bankrettung.
- Welche privaten Banken sind aktuell notleidend?
Keine offiziell als ausfallend bezeichnete deutsche Privatbank
Zum Stichtag 29. Juli 2026 gibt es öffentlich keine Mitteilung von BaFin, Bundesbank, EZB oder Einheitlichem Abwicklungsausschuss, wonach eine deutsche private Geschäftsbank
- ausfällt oder wahrscheinlich ausfällt,
- unmittelbar vor einem Moratorium steht,
- wegen Überschuldung geschlossen werden soll oder
- eine staatliche Rekapitalisierung benötigt.
Das bedeutet nicht, dass es keine Institute mit erhöhten Risiken gibt. Aufsichtliche Watchlists, Kapitalzuschläge, Sonderprüfungen und Frühinterventionsmaßnahmen sind normalerweise vertraulich.
Die BaFin beschreibt den deutschen Banken- und Versicherungssektor für 2025 insgesamt als profitabel und robust, warnt aber vor steigenden Kreditrisiken, Unternehmensinsolvenzen und Problemen bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen. (BaFin)
Öffentlich auffälliger Risikofall: Deutsche Pfandbriefbank
Institut: Deutsche Pfandbriefbank AG – pbb
Status: Erhöhtes Risiko, aber nicht offiziell notleidend.
Die pbb ist wegen ihres hohen Engagements in Gewerbeimmobilien, insbesondere in den USA, seit 2023/2024 besonders im Fokus. Die Bank musste hohe Risikovorsorge bilden, verzeichnete zeitweise deutliche Ergebnisrückgänge und wies einen erhöhten Bestand problematischer Kredite auf.
Daraus folgt jedoch nicht, dass sie insolvenzgefährdet ist. Sie veröffentlicht weiterhin regulatorische Kapitalquoten oberhalb der Mindestanforderungen und befindet sich nicht in einem öffentlich bekannt gegebenen Abwicklungs- oder Rettungsverfahren.
Einordnung: Beobachtungsfall, aber nach öffentlich verfügbaren Kriterien keine „notleidende Bank“.
Varengold Bank
Status: Geschäftsmodell und Ertragslage belastet, aber keine öffentlich festgestellte Insolvenzgefahr.
Die Varengold Bank wurde durch aufsichtsrechtliche Einschränkungen ihres Zahlungsverkehrsgeschäfts erheblich getroffen. Dies führte zu Geschäftsrückgang, Restrukturierungen und wirtschaftlicher Belastung. Es gibt jedoch keine öffentliche Feststellung, dass die Bank überschuldet oder zahlungsunfähig sei.
Einordnung: Erhöhter Geschäfts- und Aufsichtsrisikofall, keine offiziell notleidende Bank.
N26 Bank
Status: Aufsichtsrechtlich auffällig, aber nicht finanziell notleidend.
N26 war wiederholt Gegenstand von BaFin-Maßnahmen wegen Geldwäscheprävention, interner Organisation und Kundenwachstum. Solche organisatorischen Beanstandungen sind aber nicht mit einer finanziellen Schieflage gleichzusetzen.
Einordnung: Kein öffentlich belegter Solvenzfall.
- Zusammenfassende vollständige Rettungsliste
Unter einer breiten Definition – einschließlich staatlicher Vorsorgestabilisierung und privater Auffangmaßnahmen – ergibt sich:
| Jahr | Bank | Maßnahme | Einordnung |
| 2001 | SchmidtBank | Auffanggesellschaft und Einlagensicherungsfonds | Echte Rettung |
| 2005 | Allgemeine HypothekenBank Rheinboden | Private Stützung und Verkauf | Echte Rettung |
| 2007/2008 | IKB Deutsche Industriebank | KfW-, Banken- und staatliche Hilfen | Echte Rettung |
| 2008 | Düsseldorfer Hypothekenbank | Einlagensicherungsfonds | Echte Rettung |
| 2008–2010 | Hypo Real Estate | Garantien, Kapital, Verstaatlichung, Bad Bank | Echte Rettung |
| 2008/2009 | Commerzbank | 18,2 Milliarden Euro Kapital und Garantien | Echte Rettung |
| 2008/2009 | Dresdner Bank | Mittelbar über Übernahme und Commerzbank-Hilfe | Mittelbare Rettung |
| 2009 | Aareal Bank | 525 Millionen Euro Kapital und 4 Milliarden Euro Garantierahmen | Vorsorgliche Stabilisierung |
| 2009 | Corealcredit Bank | 500 Millionen Euro Garantierahmen | Stabilisierung |
| 2015 | Düsseldorfer Hypothekenbank | Erneute Übernahme durch Einlagensicherungsfonds | Zweite Rettung |
Damit handelt es sich um neun verschiedene Banken beziehungsweise Bankengruppen und zehn zeitlich getrennte Stützungsereignisse.
Nicht enthalten sind Sparkassen, Landesbanken, Förderbanken, Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda- und PSD-Banken sowie reine Wertpapierhäuser ohne Banklizenz. Ebenfalls nicht als Rettung gezählt werden Institute wie Greensill, Maple Bank oder noa bank, die geschlossen und abgewickelt wurden.
Gesamtbewertung
Die schwersten privaten deutschen Bankenrettungen seit 2000 waren:
- Hypo Real Estate – mit Abstand größter staatlicher Garantie- und Abwicklungsfall.
- Commerzbank/Dresdner Bank – größte direkte Rekapitalisierung einer fortbestehenden Geschäftsbank.
- IKB – erster deutscher Großfall der Subprime-Krise mit hohen Verlusten für die KfW.
- SchmidtBank – bedeutendster privat finanzierter Rettungsfall vor der Finanzkrise.
- Düsseldorfer Hypothekenbank – zweimalige Stabilisierung durch das private Bankensystem.
Aktuell ist keine private deutsche Geschäftsbank öffentlich als akut ausfallgefährdet eingestuft. Die pbb und in geringerem Umfang Varengold sind öffentlich erkennbare Risikofälle, dürfen aber ohne entsprechende Feststellung der Aufsicht nicht als insolvenzgefährdet oder „notleidend“ bezeichnet werden.
Quellen:
[1]: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/chronologie-der-niedergang-der-schmidtbank-1.516926?utm_source=chatgpt.com „Chronologie – Der Niedergang der SchmidtBank – Wirtschaft“
[2]: https://www.deutsche-finanzagentur.de/stabilisierungsmassnahmen/finanzmarktstabilisierungsfonds/massnahmen?utm_source=chatgpt.com „Maßnahmen“
[3]: https://www.goerg.de/en/insights/publications/14-09-2018/gorg-advises-dusseldorfer-hypothekenbank-ag-on-sale-to-aareal-bank-ag?utm_source=chatgpt.com „GÖRG advises Düsseldorfer Hypothekenbank AG“
[4]: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/soffin-ts-106.html?utm_source=chatgpt.com „Bankenrettungsfonds SoFFin steht vor neuen Aufgaben“
[5]: https://www.aareal-bank.com/medien/mediathek/pressemitteilungen-und-transaction-announcements/detail/vertraege-zwischen-aareal-bank-aareal-holding-und-soffin-endgueltig-abgeschlossen?utm_source=chatgpt.com „Verträge zwischen Aareal Bank, Aareal Holding und …“
[6]: https://dserver.bundestag.de/btd/19/042/1904243.pdf?utm_source=chatgpt.com „Drucksache 19/4243 19. Wahlperiode“
[7]: https://www.welt.de/227789611?utm_source=chatgpt.com „Erst Wirecard, jetzt Greensill – wieder blamiert sich der deutsche Finanzplatz“
[8]: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Pressemitteilung/2026/pm_2026_01_28_PK_Risiken_im_Fokus.html?utm_source=chatgpt.com „Risiken im Fokus 2026: „Das Risiko steigt, dass die …“
Notleidende Kreditinstitute: Volksbanken
Eine amtlich vollständige Namensliste aller seit 2000 gestützten Volks- und Raiffeisenbanken gibt es öffentlich nicht. Die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, BVR, unterliegt nach ihrem Statut einer Verschwiegenheitspflicht. Selbst bei aktuellen Fällen werden Art, Zeitpunkt und Umfang der Unterstützung häufig erst durch Jahresabschlüsse, Fusionsunterlagen oder Medienrecherchen bekannt. Im Februar 2025 war von 14 bis möglicherweise 18 sogenannten Präventions- oder Risikobanken die Rede; öffentlich genannt wurde nur ein Teil. (DER PLATOW Brief)
Die folgende Aufstellung ist deshalb die vollständigste anhand öffentlich belastbarer Quellen rekonstruierbare Liste mit Stand 29. Juli 2026.
Dabei unterscheide ich:
- Stützungsfall: Die BVR-Sicherungseinrichtung gewährt Garantien, Verlustausgleich, Kapital- oder sonstige Deckungsmaßnahmen.
- Not- oder Sanierungsfusion: Eine angeschlagene Bank verliert ihre Selbstständigkeit, ohne dass zwingend eine finanzielle Stützung öffentlich bestätigt wird.
- Präventionsbank: Das Institut steht unter verstärkter Beobachtung oder in einem Sanierungsprozess, ist aber nicht notwendigerweise insolvent oder bereits gestützt.
- Öffentlich bekannte Rettungs- und Stützungsfälle seit 2000
2009: Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG – apoBank
Sitz: Düsseldorf
Krisenzeitraum: 2008/2009
Unterstützung: Garantie des BVR über 120 Millionen Euro
Ursache: Verluste und hohe Eigenkapitalbelastungen aus strukturierten Wertpapieren und Kapitalmarktgeschäften während der Finanzkrise.
Die apoBank vereinbarte mit dem BVR Maßnahmen zur Entlastung ihres Eigenkapitals. Im August 2009 wurde eine Garantie von 120 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Angaben im Geschäftsbericht lief die Garantie noch im Jahr 2009 wieder aus beziehungsweise wurde nach Rückführung der zugrunde liegenden Positionen beendet. (apoBank)
Ergebnis: Bank blieb selbstständig und besteht weiterhin.
2021: Volksbank Heilbronn eG
Sitz: Heilbronn
Rettungsjahr: 2021
Öffentlich genannte Unterstützung: rund 74 bis 80 Millionen Euro
Ursachen: verlustreiche Zinsderivate, Zinsswaps, Cum-Cum-Geschäfte und Schwächen in der Risikosteuerung.
Die BVR-Sicherungseinrichtung musste einen höheren zweistelligen Millionenbetrag bereitstellen, um eine Insolvenz zu verhindern und die Fusion mit der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim zu ermöglichen. Die Rettungsaktion galt seinerzeit als größte Verbundstützung seit vielen Jahren. (Deutscher Journalistenpreis)
Ergebnis: Fusion 2021 zur heutigen VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG.
2023/2024: VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG
Sitz: Thüringen
Aufsichtlicher Eingriff: Dezember 2023
Stützungsbeginn: 2024
Öffentlich genannter Sicherungsumfang: zunächst rund 280 Millionen Euro, später bis zu etwa 560 Millionen Euro an Garantien beziehungsweise Risikoabschirmung
Ursachen: hochriskante Immobilien- und Beteiligungsgeschäfte, Kredite außerhalb des traditionellen Geschäftsgebiets, komplexe Firmenstrukturen und erhebliche nachträgliche Wertberichtigungen.
Ende 2023 wurden Vorstand und Aufsichtsrat faktisch entmachtet beziehungsweise ausgetauscht. Für 2022 und 2023 mussten Verluste von zusammen ungefähr 280 Millionen Euro nachgemeldet werden. Die Bank reduzierte anschließend Personal, Bilanzsumme und Risikopositionen erheblich. (FOCUS online)
Ergebnis: Sanierungsfall; die Abwicklung problematischer Vermögenswerte und die Neuordnung der Bank dauern an beziehungsweise wirkten bis 2026 fort.
2024: Volksbank Dortmund-Nordwest eG
Sitz: Dortmund
Stützungsjahr: 2024
Ursache: erhebliche Verluste beziehungsweise Wertberichtigungen auf Immobilien-Spezialfonds und andere Immobilienanlagen.
Im Juni 2024 wurde öffentlich, dass die Bank Unterstützung der BVR-Sicherungseinrichtung benötigte. Die Erträge aus den Immobilienfonds waren stark eingebrochen, während Wertberichtigungen erforderlich wurden. (FONDS professionell)
Ergebnis: Sanierung und Suche nach einer Verbundlösung beziehungsweise Fusion; die Bank gehörte noch 2025 zu den öffentlich genannten Stützungsfällen.
2024: Volksbank Düsseldorf Neuss eG
Sitz: Düsseldorf/Neuss
Stützungs- und Sanierungsbeginn: 2024
Öffentlich genannter Sicherungsrahmen: zunächst etwa 100 Millionen Euro, später ungefähr 200 Millionen Euro
Hauptursache: Betrugsfall im Zusammenhang mit der französischen Modehandelskette Kiabi; hinzu kamen weitere Belastungen und organisatorische Mängel.
Die Bank soll durch einen manipulierten Zahlungsverkehr beziehungsweise betrügerische Überweisungen einen sehr hohen Schaden erlitten haben. Die BaFin setzte Sonderbeauftragte ein. Die Garantien der BVR-Sicherungseinrichtung wurden später mit ungefähr 200 Millionen Euro angegeben. (Wikipedia)
Ergebnis: Sanierung und geplanter Zusammenschluss mit der Volksbank Krefeld. Die Vertreterversammlung stimmte Ende 2025 grundsätzlich für die Fusion; die Umsetzung war 2026 vorgesehen.
2024: Raiffeisenbank im Hochtaunus eG
Sitz: Bad Homburg beziehungsweise Hochtaunuskreis
Stützungsbeginn: 2024
Öffentlich genannte Risikoabschirmung: ungefähr 400 bis 500 Millionen Euro
Ursachen: starkes Wachstum bei Immobilienfinanzierungen, hohe Konzentrationsrisiken und problematische Immobilienkredite.
Die Bank hatte ihr Kreditgeschäft weit über ihr traditionelles Geschäftsgebiet hinaus ausgedehnt. Die problematischen Kredite wurden beziehungsweise werden teilweise auf die genossenschaftliche Abwicklungsgesellschaft BAG übertragen. Die Fusion wurde als Notrettung bezeichnet. (hessenschau.de)
Ergebnis: 2025 mit der Volksbank Mittelhessen eG verschmolzen; die Altlasten wurden von der operativen Bank getrennt beziehungsweise über eine Bad-Bank-Lösung bearbeitet.
2024: Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf eG
Sitz: Baden-Württemberg
Stützungsjahr: nach Medienrecherchen 2024
Öffentlich genannte Unterstützung: etwa 21 Millionen Euro
Ursachen: problematische Immobiliengeschäfte, unter anderem im Bodenseeraum, Sonderabschreibungen und unzureichende Ertragskraft.
Der Fall wurde erst im September 2025 öffentlich bekannt. Die Bank wurde bereits in einer internen BVR-Präsentation im Präventions- beziehungsweise Sanierungsstatus geführt. (Finanz-Szene.de)
Ergebnis: Fusionslösung mit der VR Bank Donau-Oberschwaben wurde vorbereitet beziehungsweise angestrebt.
2025: Bankhaus RSA eG
Vollständiger Name: Raiffeisenbank RSA eG
Region: Altötting/Mühldorf am Inn, Bayern
Stützungsjahr: 2025
Ursachen: problematische Kredit- und Immobilienengagements sowie wirtschaftliche Schwäche; Einzelheiten der Unterstützung wurden nicht vollständig veröffentlicht.
Im November 2025 wurde die RSA als weiterer Stützungsfall bezeichnet. Die Rettung sollte über eine Verschmelzung mit der Rosenheimer Meine Volksbank Raiffeisenbank eG erfolgen. Deren Vertreter stimmten im Juni 2026 für den Zusammenschluss. (Handelsblatt)
Ergebnis: Fusions- und Sanierungsprozess 2025/2026.
- Aktuell notleidende oder in Sanierung befindliche Institute
- Eindeutig bestätigte aktuelle Sanierungs- oder Stützungsfälle
Volksbank BraWo eG
Sitz: Braunschweig/Wolfsburg
Status Juli 2026: akuter Restrukturierungs- und möglicher Stützungsfall
Probleme: umfangreiches Beteiligungsgeflecht mit mehr als 400 Gesellschaften, Wertberichtigungsrisiken, hohe Komplexität und Überprüfung der bisherigen Geschäftsstrategie.
Im Mai 2026 wurde der bisherige Vorstandsvorsitzende freigestellt. Die Bank kündigte an, bei der BVR-Sicherungseinrichtung vorsorglich Deckungsmaßnahmen zu beantragen. Im Juni 2026 wurde ein Sanierungsexperte in den Vorstand berufen, der ausdrücklich die Restrukturierung und Sanierung vorantreiben soll. (DIE WELT)
Einordnung: derzeit der klarste neue Problemfall des Jahres 2026. Ein tatsächlicher Verlustausgleich oder die endgültige Höhe einer BVR-Stützung war öffentlich noch nicht abschließend bestätigt.
VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG
Status: weiterhin Sanierungs- und Abwicklungsfall
Maßnahmen: Bilanzabbau, Personalreduzierung, Verwertung beziehungsweise Übertragung problematischer Kredite und Beteiligungen, Kontrolle durch Sanierungsmanagement.
Einordnung: wirtschaftlich nicht mit einem normalen, unbelasteten Regionalinstitut vergleichbar, obwohl der laufende Zahlungsverkehr und die Kundeneinlagen durch das Verbundsystem abgesichert werden.
Volksbank Düsseldorf Neuss eG
Status: Sanierung und Fusionsvorbereitung
Maßnahmen: Sonderbeauftragte, Vorstandsumbau, Filialschließungen, Kostensenkung und geplante Fusion mit der Volksbank Krefeld.
Einordnung: weiterhin belastet, obwohl der Sicherungsrahmen und die geplante Fusion eine Fortführung ermöglichen.
Volksbank Dortmund-Nordwest eG
Status: Stützungs- beziehungsweise Fusionsfall
Hauptproblem: Verluste aus Immobilienfonds.
Einordnung: gehört weiterhin zur Gruppe der öffentlich bekannten Altfälle, soweit die Sanierung oder Verschmelzung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf eG
Status: Sanierungs- beziehungsweise Fusionsfall
Hauptproblem: Immobilienwertberichtigungen.
Einordnung: Unterstützung wurde öffentlich bekannt; die dauerhafte Lösung soll durch eine Fusion erfolgen.
Bankhaus RSA eG
Status: Rettungsfusion in Umsetzung
Hauptmaßnahme: Verschmelzung mit der Meine Volksbank Raiffeisenbank.
Einordnung: solange die Fusion rechtlich und technisch nicht vollständig umgesetzt und die Altlasten bereinigt sind, ist die RSA als notleidender beziehungsweise gestützter Fall anzusehen.
- Öffentlich genannte Präventions- und Risikobanken
Eine interne BVR-Unterlage vom 22. Januar 2025 soll 14 Institute als „Banken mit Reputationsrisiko“ oder Präventionsbanken geführt haben. Öffentlich namentlich bekannt wurden insbesondere folgende Institute: (DER PLATOW Brief)
Raiffeisenbank Obermain Nord eG
Region: Oberfranken
Öffentlich beschriebener Status: aus Sicht der Sicherungseinrichtung „nachhaltig nicht erfolgreich“; Vertrauensprobleme im Aufsichtsrat und Fusionsdruck.
Entwicklung: Gespräche über eine Fusion beziehungsweise regionale Verbundlösung. Nicht öffentlich bestätigt ist, ob bereits eine finanzielle Stützung ausgezahlt wurde.
Raiffeisenbank Thurnauer Land eG
Region: Oberfranken
Status: keine eigenständige Zukunftsfähigkeit nach Einschätzung der Sicherungseinrichtung; zusätzliche Eigenmittelanforderungen der BaFin und Aufforderung zur Suche nach einem Fusionspartner.
Einordnung: notleidend im aufsichtsrechtlichen beziehungsweise strukturellen Sinn, aber kein öffentlich bestätigter klassischer Stützungsfall. (DER PLATOW Brief)
VR-Bank Magstadt-Weissach eG
Region: Baden-Württemberg
Status: auf der öffentlich bekannt gewordenen BVR-Risikoliste.
Einordnung: Die genaue Ursache, der Sanierungsbedarf und eine mögliche finanzielle Unterstützung wurden nicht vollständig öffentlich gemacht. Allein die Aufnahme in eine Präventionsliste bedeutet noch keine Insolvenz.
Raiffeisenbank Niederbayern-Oberpfalz eG
Status: auf der öffentlich bekannt gewordenen Risikoliste; Mitglied des Freien Genossenschaftsverbandes.
Einordnung: öffentlich fehlen ausreichend detaillierte Informationen, um Höhe oder Art einer möglichen wirtschaftlichen Unterdeckung seriös zu beziffern.
Raiffeisenbank Niederwallmenach eG
Region: Rheinland-Pfalz
Status: Fusionspartner in der geplanten Verbindung mit Volksbank Rhein-Lahn-Limburg und Rheingauer Volksbank.
Einordnung: Es gibt Hinweise auf strukturellen Fusionsdruck; eine konkrete BVR-Stützung ist öffentlich nicht bestätigt.
Rheingauer Volksbank eG
Sitz: Geisenheim
Status: wirtschaftlich geschwächter Fusionspartner
Indikatoren: stark gewachsene Bilanz bei nicht entsprechend gewachsenen Erträgen; Betriebsergebnis vor Bewertung 2024 nur etwa 0,38 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gegenüber einem BVR-Durchschnitt von ungefähr 0,95 Prozent.
Die Bank plant eine Dreierfusion mit der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg und der Raiffeisenbank Niederwallmenach. (Finanz-Szene.de)
Einordnung: schwache Ertragslage und Fusionsdruck, aber kein öffentlich bestätigter Stützungsfall.
- Bereits durch Fusion gelöste Notfälle
Diese Institute waren nachweislich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit wirtschaftlich angeschlagen, sind aber inzwischen nicht mehr als selbstständige Banken vorhanden:
| Jahr | Institut | Lösung |
| 2021 | Volksbank Heilbronn eG | Fusion mit VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim |
| 2025 | Raiffeisenbank im Hochtaunus eG | Fusion mit Volksbank Mittelhessen |
| 2025/2026 | Raiffeisenbank Obermain Nord beziehungsweise regionale Problemfusionen | Fusionen oder Verbundlösungen angestrebt |
| 2025/2026 | Raiffeisenbank Thurnauer Land | Fusionslösung unter Druck |
| 2026 | Bankhaus RSA eG | Verschmelzung mit Meine Volksbank Raiffeisenbank beschlossen beziehungsweise in Umsetzung |
Nicht jede Fusion einer Volksbank ist eine Rettung. Der Großteil der Zusammenschlüsse erfolgt wegen Regulierungskosten, Digitalisierung, Nachfolgeproblemen oder Größenökonomie. Allerdings ergab eine Medienauswertung im Juni 2026, dass rund 65 Prozent der zuletzt vollzogenen Genossenschaftsbankfusionen zumindest in irgendeiner Form problembehaftet gewesen sein sollen. Das ist eine journalistische Einordnung, keine aufsichtsrechtliche Statistik. (Finanz-Szene.de)
- Zusammengefasste Liste
Öffentlich bestätigte oder sehr belastbar dokumentierte Stützungsfälle seit 2000
- Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG – 2009
- Volksbank Heilbronn eG – 2021
- VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG – 2024
- Volksbank Dortmund-Nordwest eG – 2024
- Volksbank Düsseldorf Neuss eG – 2024
- Raiffeisenbank im Hochtaunus eG – 2024
- Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf eG – 2024
- Bankhaus RSA beziehungsweise Raiffeisenbank RSA eG – 2025
Aktuell besonders auffällige oder notleidende Institute
- Volksbank BraWo eG
- VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG
- Volksbank Düsseldorf Neuss eG
- Volksbank Dortmund-Nordwest eG
- Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf eG
- Bankhaus RSA eG
- Raiffeisenbank Obermain Nord eG
- Raiffeisenbank Thurnauer Land eG
- VR-Bank Magstadt-Weissach eG
- Raiffeisenbank Niederbayern-Oberpfalz eG
- Rheingauer Volksbank eG, wirtschaftlich geschwächt, aber keine bestätigte Stützung
- Raiffeisenbank Niederwallmenach eG, Fusionsdruck, aber keine bestätigte Stützung
Wichtige Einschränkung
Diese zwölf Institute dürfen nicht alle gleichgesetzt werden. Bei den ersten sechs liegen konkrete Sanierungs-, Stützungs- oder Rettungsmaßnahmen vor. Bei den übrigen Instituten handelt es sich teilweise lediglich um Präventionsstatus, verschärfte Eigenmittelauflagen, schwache Ertragskraft oder Fusionsdruck.
Für Kunden bedeutet „notleidend“ außerdem nicht automatisch, dass Einlagen unmittelbar gefährdet sind. Die BVR-Sicherungseinrichtung ist eine privat finanzierte Institutssicherung, deren Zweck gerade darin besteht, angeschlossene Institute so zu stabilisieren, dass sie ihre Verpflichtungen erfüllen können. Zusätzlich besteht die gesetzlich anerkannte BVR-Institutssicherung. (BVR)
Eine tatsächlich vollständige amtliche Liste könnte nur der BVR beziehungsweise die Bankenaufsicht veröffentlichen. Wegen der statutarischen Verschwiegenheit und weil Präventionsmaßnahmen meist vertraulich erfolgen, ist eine solche Liste derzeit öffentlich nicht verfügbar.
Quellen:
[1]: https://brief.platow.de/banken/die-rote-liste-der-bvr-sicherungseinrichtung/ „BVR führt 14 Banken auf roter Liste“
[2]: https://www.apobank.de/dam/jcr%3A45106ea6-06a9-4ebe-b688-038321b5206f/apobank-annual-financial-report-2009.pdf?utm_source=chatgpt.com „Annual Financial Report 2009“
[3]: https://www.djp.de/preistraeger/artikel2021/havarie-in-heilbronn?utm_source=chatgpt.com „Havarie in Heilbronn“
[4]: https://www.focus.de/finanzen/banken/700-banken-15-millionen-mitglieder-und-erste-haeuser-geraten-ins-wanken_564291b0-05ed-4314-aa98-b13ded231171.html?utm_source=chatgpt.com „Wie die Genossenschaftsbanken unter Druck geraten“
[5]: https://www.fondsprofessionell.de/news/unternehmen/headline/weitere-volksbank-muss-offenbar-gestuetzt-werden-233318/?utm_source=chatgpt.com „Weitere Volksbank muss offenbar gestützt werden“
[6]: https://de.wikipedia.org/wiki/Volksbank_D%C3%BCsseldorf_Neuss?utm_source=chatgpt.com „Volksbank Düsseldorf Neuss“
[7]: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/raiffeisenbank-im-hochtaunus-durch-fusion-gerettet-bad-bank-kommt-bei-volksbank-unter-v1%2Cfusion-raiffeisen-hochtaunus-100.html?utm_source=chatgpt.com „Raiffeisenbank im Hochtaunus durch Fusion gerettet“
[8]: https://finanz-szene.de/banking/weiterer-stuetzungsfall-im-genosektor-21-mio-euro-fuer-schwaebische-raiffeisenbank/?utm_source=chatgpt.com „Weiterer Stützungsfall im Genosektor – 21 Mio. Euro für …“
[9]: https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/volksbanken-naechster-stuetzungsfall-bankhaus-rsa-wird-gerettet/100174401.html „Volksbanken: Nächster Stützungsfall – Bankhaus RSA wird gerettet“
[10]: https://www.welt.de/article6a311966a8614079727d7b62 „Volksbank Brawo holt Sanierungsexperten in den Vorstand – WELT“
[11]: https://finanz-szene.de/banking/fast-zwei-drittel-aller-im-letzten-jahr-vollzogenen-geno-fusionen-waren-problembehaftet/ „>60% der jüngsten Volksbanken-Fusionen waren problembehaftet“
[12]: https://www.bvr.de/Wer_wir_sind/Unsere_Sicherungseinrichtung?utm_source=chatgpt.com „Wer wir sind – Unsere Sicherungseinrichtung“
Notleidende Kreditinstitute: Sparkassen
Seit dem Jahr 2000 musste in Deutschland nach öffentlich bekannten Informationen keine Sparkasse im Sinne einer staatlichen Rettung oder Insolvenz gerettet werden. Das unterscheidet die Sparkassen grundlegend von den Landesbanken und teilweise auch von Genossenschaftsbanken. Stattdessen greift innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ein institutssicherndes System, das angeschlagene Institute bereits vor einer Insolvenz stabilisieren soll. Seit Einführung dieses Systems ist keine Sparkasse insolvent geworden und kein Einleger musste entschädigt werden.
Vollständige Liste der Sparkassen mit Rettungsmaßnahmen seit 2000
Nach heutigem öffentlichen Kenntnisstand:
| Jahr | Sparkasse | Art der Rettung | Ergebnis |
| 2000–2026 | Keine öffentlich bekannte Sparkasse | keine staatliche Rettung oder Insolvenz | keine |
Dabei ist wichtig zu unterscheiden zwischen:
- staatlicher Rettung (wie z.B. bei einigen Landesbanken),
- Fusion aufgrund strategischer Entscheidungen,
- interner Unterstützung durch den Sparkassenstützungsfonds, die in vielen Fällen gar nicht öffentlich bekannt wird.
Die Sparkassenorganisation verfolgt bewusst das Prinzip der Institutssicherung. Ziel ist, Probleme bereits zu lösen, bevor eine Sparkasse insolvenzgefährdet wird.
Gab es dennoch Sparkassen mit wirtschaftlichen Problemen?
Ja.
In den vergangenen Jahrzehnten gab es vereinzelt Sparkassen,
- die erhöhten Sanierungsbedarf hatten,
- deren Eigenkapital gestärkt wurde,
- oder die mit Nachbarsparkassen fusionierten.
Diese Maßnahmen wurden jedoch in aller Regel innerhalb des Sparkassenverbundes organisiert. Anders als bei börsennotierten Banken oder Landesbanken werden Details über einzelne Stützungsmaßnahmen häufig nicht veröffentlicht.
Beispiele sind historische Fälle wie:
- Sparkasse Südholstein (Fusion)
- Sparkasse Mittelthüringen (Fusion)
- verschiedene kleine ostdeutsche Sparkassen unmittelbar nach der Wiedervereinigung
Diese Fälle liegen überwiegend vor 2000 oder waren keine öffentlichen Rettungen.
Aktuell notleidende Sparkassen (Stand Juli 2026)
Nach öffentlich verfügbaren Informationen gibt es derzeit:
Keine Sparkasse, die offiziell als notleidend oder sanierungsbedürftig eingestuft wurde. (DSGV)
Auch die Bankenaufsicht (EZB/BaFin) veröffentlicht keine Liste wirtschaftlich angeschlagener Sparkassen.
Warum hört man so wenig über Probleme?
Das liegt am Sicherungssystem der Sparkassen.
Dieses arbeitet bereits bei ersten Warnsignalen und kann beispielsweise
- Eigenkapital zuführen,
- Garantien übernehmen,
- Liquidität bereitstellen,
- Fusionen organisieren,
- Managementmaßnahmen begleiten.
Dadurch soll verhindert werden, dass eine Sparkasse überhaupt öffentlich in Schieflage gerät. Seit Bestehen des Systems ist laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband keine Sparkasse insolvent geworden und kein Kunde hat Einlagen verloren.
Nicht mit Sparkassen verwechseln
Häufig werden Sparkassen mit den Landesbanken verwechselt. Dort gab es seit 2000 mehrere milliardenschwere Rettungsaktionen, unter anderem bei:
- HSH Nordbank
- WestLB
- BayernLB
- NordLB
- Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Diese Institute gehören zwar zur Sparkassen-Finanzgruppe, sind aber keine Sparkassen.
Fazit: Nach öffentlich zugänglichen Informationen existiert keine vollständige Liste geretteter Sparkassen seit 2000, weil es keine öffentlich dokumentierten Rettungen einzelner Sparkassen im Sinne einer Insolvenz- oder Staatsrettung gab. Eventuelle interne Stützungsmaßnahmen durch die Sicherungseinrichtung werden regelmäßig vertraulich behandelt und nicht vollständig veröffentlicht. Die derzeit öffentlich bekannte Zahl offiziell notleidender Sparkassen beträgt ebenfalls null.
Quellen:
[1]: https://www.dsgv.de/s-finanzgruppe/fakten-und-aufgaben.html?utm_source=chatgpt.com „Fakten & Aufgaben des DSGV auf einen Blick“
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