Bauen ist günstiger als Mieten, oder…?

Bauen

Jeden Tag hämmert es von allen Seiten auf einen ein. Bau Dein Haus, bau Dein Haus, Bauen ist günstiger als Mieten. Doch wie wird dabei „günstiger” definiert?

Ich sitze zu Hause vor dem Fernseher und schaue mir meine Lieblingssendung an. Bratz – Werbeblock: blablabla, unsere Kunden bauen, blablabla, unsere Kunden bauen… entdecke den Spießer in Dir… ein Haus zu bauen liegt in der Natur der Menschen, Miete zahlen nicht…

Es hämmert auf mich ein, alle 30 Minuten wird die Botschaft wiederholt, egal wohin ich zappe, überall höre ich das Gleiche. Am Morgen in der Bank; ich muss Kontoauszüge holen. Auf der Werbetafel des Kontoauszugsdruckers liest man: „Wir bringen Sie in die eigenen vier Wände.“ In dem Fach rechts daneben stecken Werbeflyer mit der Botschaft: „Träumen Sie nicht länger vom Eigentum“. Der Auszugsdrucker rattert unermüdlich. Ich habe lange keine Auszüge abgeholt. Die Warterei langweilt mich, deshalb greife ich mir einen der Flyer und öffne ihn. Unter der plakativen Aussage: „Machen Sie Ihren Traum vom Eigenheim wahr“ und dem kurzen Abschnitt Text fällt mir eine Übersicht über die prognostizierte Mietentwicklung auf. Ich werde neugierig und schaue genauer hin. Währenddessen ist der Kontoauszugsdrucker fertig. Ich nehme die Auszüge und widme mich wieder dem Flyer. Dort steht, dass ich z. B. bei 500 Euro Monatsmiete innerhalb von 10 Jahren 68.783 Euro, in 20 Jahren 161.222 Euro und in 30 Jahren 285.452 Euro Miete zahlen werde. Die Beträge berücksichtigen eine jährliche Mietsteigerung von 3%. Unweigerlich beginne ich mich daran zu erinnern, wann ich die letzte Mietsteigerung hatte und wie hoch die war. Mir fällt auf, dass ich vor meinem Umzug nie eine Mietsteigerung hatte, danach aber schon mehrere. Ich komme zu dem Ergebnis, dass ich durchschnittlich tatsächlich 3% pro Jahr hatte. Wenn das so weiter geht, sogar mehr.

Zu Hause angekommen werde ich neugierig, surfe im Internet herum und finde recht interessante Dinge zu diesem Thema. Natürlich scheiden sich hier die Geister. Eine Partei beharrt darauf, dass sich Mieten und Immobilienpreise immer weiter nach oben entwickeln, andere sehen es genau anders herum. Im Internet bestelle ich auf der Webseite des statistischen Bundesamtes die nötigen Daten, um mir selbst ein Bild zu machen und zu prüfen, welche der beiden Seiten Recht hat. Keine Woche später liegt eine dicke Broschüre in meinen Briefkasten. Neugierig versuche ich mich durch die Themen zu ackern. Die Erkenntnisse sind ernüchternd. Seit den 90er Jahren kann man in weiten Teilen des Bundesgebietes im Wohnungsmarkt rückläufige Tendenzen erkennen. Ausgenommen sind die Ballungszentren und ihr Umland. Wo die Wirtschaft floriert, gibt es gut bezahlte Arbeit und somit eine hohe Nachfrage an Wohnraum. Das leuchtet ein. In vielen Städten ist es sogar so, dass der Bedarf an Wohnraum so groß ist, dass Prämien für Tipps gezahlt werden.

Offensichtlich wird hier gern ein wenig zweckoptimiert. Von der Vergangenheit verwöhnt, werden von Stellen, die unmittelbar am Neubau oder Verkauf von Wohneigentum zu tun haben, großzügig alte Zahlen als Zweckargumentation in die Zukunft transportiert. Doch kann man diesen Informationen trauen und kann man sich vor allem darauf verlassen? Ich glaube nicht. Der Immobilienmarkt und auch der Vermietermarkt sind stark abhängig von Faktoren wie Einkommensentwicklung der Bevölkerung, Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, Arbeitsmarktlage, Angebot und Nachfrage, Gesetzgebung insbesondere die Regelungen für zumutbare Arbeitsanfahrtswege, Infrastruktur. usw.. Die letzten Jahre beweisen, dass Wohneigentum zu erwerben vor allen Dingen auch ein Risiko darstellt, wenn man dafür Schulden machen muss. Die Welt ist einfach viel zu schnell geworden, als dass man sich als junge Familie für immer an einen Standort fesselt. Nein, was tatsächlich gefragt ist, sind neue Wohnkonzepte mit deutlich höherer Flexibilität.

Die gute Nachricht ist, dass es flexible und sichere Konzepte für Wohnen gibt.

Infos zum Autor: Michael Sielmon
Foto: Bilddatenbank Fotolia

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