Lotto

Mit der Hoffnung auf den Jackpot werden in jeder Woche Unsummen Geldes eingesammelt. Die Gewinnchancen sind verschwindend gering. Trotzdem wird immer weiter gespielt, denn Hoffnung stibt zuletzt.

Lotto gibt es schon richtig lange und es erfreut sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit. In jeder Woche spielt sich seit Jahrzehnten das gleiche Drama ab. Millionen Menschen werden enttäuscht, einzelne erfreuet. Aber alle geben ihren Tipp ab und zahlen dafür gutes Geld. Lotto ist ein Geschäft, bei dem im großen Stil Menschen abgezockt werden. Sie merken es nur nicht, denn die Beträge sind klein, tun nicht weh und die Menschen tun es freiwillig. Die wenigsten kennen die Chancen auf den Hauptgewinn. Wahrscheinlich will der Spieler diese gar nicht kennen, denn seine Chancen stehen für ihn offenbar gut genug, um den Tipp abzugeben.

Es geht um statistischen Zufall. Das Ziehungsgerät, bestehend aus einer Trommel mit 49 identischen und fortlaufend nummerierten Bällen, mischt diese gut durch, so dass es sich um einen zufälligen Prozess handelt, welcher Ball gezogen wird. Aufgrund der gleichen Beschaffenheit der Bälle werden bei extrem vielen Ziehungen alle Bälle gleich oft gezogen. Bevorzugungen oder Benachteiligungen gibt es nicht. Das Ziehungsgerät fungiert somit als physischer Zufallsgenerator, der bei jeder Ziehung eine rein zufällige Zahl im Bereich von 1 bis 49 ermittelt.

Die Menschen scheinen ihre Chancen hoch einzuschätzen. Verlockend ist die Aussicht, man könne Millionär werden, ohne etwas dafür tun zu müssen. Man muss nur den Tippschein mit den richtigen Zahlen abgeben. Und das kann doch wohl nicht so schwer sein? Dass es sehr schwer ist, die richtigen Zahlen zu tippen, kann man erkennen, wenn man ermitteln möchte, wie viele Möglichkeiten es gibt, um 6 Richtige zu erhalten. Dabei muss man folgendermaßen vorgehen: Für die erste Zahl hat man 49 Möglichkeiten. Steht die erste zahl fest, ist ein Platz belegt, so dass für die zweite Zahl nur noch 48 Möglichkeiten existieren, dann 47, 46, 45 und zum Schluss 44. Man hat also 49x48x47x46x45x44 Möglichkeiten, die Zahlen zu kombinieren, was in mathematischer Schreibweise 49!/(49-6)! entspricht (! = Fakultät). Die Reihenfolge der Zahlen spielt beim Lotto keine Rolle. Demnach muss man noch die Möglichkeiten ermitteln, die man hat um aus 6 zahlen 6 zu ziehen. Die Zahl der Kommutationen ist also 6x5x4x3x2x1, also 6!. Wenn man nun das Zwischenergebnis von oben durch 6! teilt erhält man 13,9 Millionen. Das ist eine Menge. Für einen garantierten Gewinn müsste man somit 13,9 Mio. Tipps abgeben und bezahlen.

Lotto schüttet weniger aus als reinkommt

Auf den Lottoeinsatz fällt Lottosteuer an und wird direkt dem zuständigen Finanzamt zugeführt. Lotto ist ein Geschäft und bei einem Geschäft will der Betreiber auch seinen Zehnten. Am Ende verbleiben ca. 50% in der Kasse, aus der die Gewinne nach einem definierten System ausbezahlt werden. Und wie jeder weiß, gibt es nicht nur Hauptgewinne sondern auch viele kleinere Gewinne, die somit insgesamt aus dieser Kasse finanziert werden. Es wird also in Summe erheblich weniger als Gewinn ausbezahlt, als die Lottospieler einzahlen. Dass der Jackpot nicht selten riesige Summen ausweist, ist der Tatsache zu verdanken, dass die Gewinnwahrscheinlichkeit sehr gering ist und es oft mehrerer Ziehungen bedarf, bis der Jackpot geknackt wird.

Noch spannender wird es mit so genannten Systemspielern, wo es darum geht, mehr Tipps zu haben und dadurch die Gewinnwahrscheinlichkeit zu steigern. In Wahrheit ist es doch so, dass jeder Tipp, als jede Zahlenkombination nicht nur einmal sondern sehr häufig getippt wird. Das bedeutet, auch der Systemspieler, der z. B. an 100 Tipps beteiligt ist, steigert seine Chancen nur geringfügig. Die Chance auf den Jackpot liegt bei 1:140 Mio., also mehr als zehn Mal höher als für einen Sechser!

Wahrnehmung

Für den Spieler ist das alles nicht relevant. Er hört oder sieht, wie hoch der Jackpot ist und hofft, dass er derjenige ist, der den Jackpot knackt. Berichte über die Lottomillionäre, die man im Fernsehen zu sehen bekommt, sind Beweis genug, dass es jeden treffen kann. Und im Fernsehen gab es schon einige Lottomillionäre zu sehen. Dort sah man bisher viel mehr Gewinner als Verlierer! Mit kleinen Gewinnen wird man bei der Stange gehalten. Ab und zu mal ein Dreier oder Vierer geben Glaubenskraft und heizen an, einmal das ganz große Los zu ziehen. Kunststück, stehen doch die Chancen für einen Dreier bei ca. 1:800 und für einen Vierer bei ca. 1:1.000 (gerundet), was schon extrem besser aussieht als die Trefferchance für einen Sechser, geschweige denn für den Jackpot.

Selbstverständlich gibt es im Fernsehen oder in der Presse eher den Lottogewinner zu sehen. Das ist doch eine gute Geschichte! Immerhin passiert das so selten, dass man das nicht jede Woche hat. Jedoch wird niemals ein Redakteur darüber berichten, dass in dieser Woche in Deutschland wieder Zig-Millionen Tipps umsonst abgegeben wurden.


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Foto: Bernd Liebl, Magdeburg

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