Indirekte Investments

Investments in Vermögenswerte erfolgen immer gegen Geld. Dabei unterscheiden wir den Kauf von physischen Sachwerten, bei denen tatsächliche Wirtschaftsgüter oder andere wertvolle Sachwerte dinglich erworben werden und die finanzielle Beteiligung an Projekten, die Gewinn erzielen wollen. Es handelt sich also einmal um einen statischen Prozess bei den dinglichen Sachwerten und einen dynamischen Sachverhalt bei den Beteiligungen.

Letztere verdienen größere Aufmerksamkeit, da diese vom Anleger ein gewisses Maß an Fantasie zugrunde legen. Der Anleger muss sich in den Geschäftszweck der Beteiligung versetzen können, muss nachvollziehen können, ob die Personen, die hinter diesem Geschäftszweck stehen, kompetent sind, diesen zum Erfolg zu führen. Eine Anlageentscheidung sollte nicht leichtfertig erfolgen. Man ist gut beraten, sich vor Investments ausreichend zu informieren, um ein gutes Gefühl zum Projekt aufzubauen. Dieses gute Gefühl sollte jedoch auf Basis von Informationen und Erkenntnissen entstehen, nicht vordergründig durch einen sympathischen Ansprechpartner. Diese Ansprechpartner sind oft Verkäufer und Verkäufer sehen als Ziel die Investments der Kunden. Sie vereinfachen und übertreiben gelegentlich. Verharmlosen bestimmte Risiken oder lassen wichtige Details ungesagt.

Grundsätzlich ist dagegen nichts auszusetzen, denn so etwas ist in der Werbung erlaubt und Gang und Gäbe. Allerdings ist vor allem derjenige gefragt, der die Investments tätigen soll, also der Anleger oder Investor. Er sollte sich mit den Rahmenbedingungen, den Chancen und Risiken seiner geplanten Investments befassen, sich mit den Verträgen auseinander setzen und sich nicht zu einer vorschnellen Entscheidung verleiten lassen.

Beteiligungen sind indirekte Investments. Eine Aktie verbrieft einen Anteil an einem Unternehmen in Höhe des auf ihr vermerkten Nennwertes. Das ist im Grunde ein Geldwert auf der Basis eines Sachwertes, also dem Unternehmen. Die Aktie wird zu einem Kurs gehandelt, der über oder unter dem Nennwert liegen kann. Dieser Kurs kann den Wert des Unternehmens auf der Basis seiner Wirtschaftsleistung und seiner Vermögenswerte wiederspiegeln, muss er aber nicht. Aktienkurse verändern sich heute vor allem durch den Handel und der ist sehr manipulativ geworden. Automatisierte Handelssysteme treffen Kauf- und Verkaufsentscheidungen innerhalb von Nanosekunden und legen ein Handelstempo vor, welches mittlerweile völlig entgrenzt ist. Die Zeiten, zu denen man Aktien gekauft und 20 Jahre im Depot verwahrt hat, sind vorbei, denn die Kurse gehorchen kaum noch den realen Kennzahlen sondern dem Prinzip von maschinengenerierten Angeboten und entsprechenden Nachfragen.

Indirekte Investments gibt es aber auch in anderen Marktsegmenten. Der so genannte Graue Kapitalmarkt ist ganz vorn dabei, wenn es um Beteiligungen an Unternehmen geht. Allerdings geht es hierbei nicht um die Beteiligung über Aktien, die man über die Börse jederzeit beenden kann, sondern um direkte Investments, bei der ein Anteil am Unternehmen erworben wird und der Investor oft ein stattliches Haftungspaket auferlegt bekommt. Das wären dann aber eher direkte und keine indirekten Investments.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, speziell im Immobiliensektor angesiedelt, die sich für ihr Schaffen Fremdkapital, z.B. über sogenanntes Nachrangkapital beschaffen. Nachrangkapital ist für das Unternehmen Fremdkapital, sind also Verbindlichkeiten die in ihrer Rangfolge anderen Verbindlichkeiten hintangestellt sind. Im Immobilienbereich also im Grundbuch als Nachranggrundschuld eingetragen. Investments per Nachrangkapital haben den Vorteil, dass der Anleger oder Kapitalgeber nicht für Beträge über seinen Investitionsbetrag hinaus haften kann. Es ist also genau wie bei jeder anderen Geldanlage auch. Man kann seine Einlage verlieren, mehr aber nicht.

Der Vorteil von Investments in Form von Nachrangkapital liegt darin, dass der Wirtschaftszweck des Unternehmens oder Wirtschaftsgutes, in welches die Investments vorgenommen werden sollen, oft leichter nachzuvollziehen ist, da man sich meist eines überschaubaren Geschäftszweckes bedient. Es wird z.B. etwas hergestellt und verkauft oder es werden z.B. Immobilien gebaut und verkauft oder Immobilien saniert und verwaltet. Meist handelt es sich um Maßnahmen, die nachvollziehbar sind.

Indirekte Investments können eine lukrative und seriöse Alternative für Anleger sein. Es lohnt also auch, sich außerhalb der traditionellen Finanzinstitute umzuschauen.

Infos zum Autor: Michael Sielmon
Foto: Bernd Liebl, Magdeburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.