Ein mediterraner Stein-Alptraum ohne Ende – ein Erfahrungsbericht

4 Wochen ago Moderator 0

Lange haben wir uns darauf gefreut, dass die Treppe an der Front des Einfamilienhauses, die direkt in die Kelleretage führt, und der Balkon auf der Rückseite vollendet werden. Beide Gewerke standen seit Jahren unvollendet. Doch in diesem Jahr ist es endlich soweit und ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung. Mediterraner Stein, speziell mediterraner Naturstein in Form von Travertinsteinplatten soll alles aufhübschen. Was aber dann kam, war nicht so erfreulich.

Ort des Geschehens

Es ist kein Palast und auch kein Schloss. Aber es ist ein schönes Haus, in dem wir wohnen dürfen. Es hat eine sehr gute Lage im Ortskern des kleinen Ortes Brey, unweit von Koblenz im Bundesland Rheinland-Pfalz. Wenn man aus den Fenstern an der Vorderseite des Hauses schaut, offenbart sich ein malerischer Anblick auf die Marksburg am Hang eines in Grün eingehüllten Berges auf der anderen Seite des Rheins.

Eben diese Marksburg liegt oberhalb der rheinland-pfälzischen Stadt Braubach am Rhein und ist eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Höhenburg. Sie steht in etwa 160 Metern Höhe und ist die einzige mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein, die niemals zerstört wurde. Doch bisher war der schöne Ausblick getrübt, wenn man ihn senkte, denn der Blick fiel auf eine Kellertreppe in grauem Beton, die sich in das Erdreich grub. Es galt, diesen Anblick zu verändern. Beim Schmökern in eBay-Kleinanzeigen, stieß die Hausherrin auf ein Angebot für günstige Balustraden. Das wäre es doch!

Mediterraner Stein nach Plan

Im November 2018 wurde also der Entschluss gefasst, diesen Anblick nachhaltig zu verbessern. Das Haus selbst hat einen leicht mediterranen Stil. Der Putz ist hellgelb und die Fenster wurden weiß abgesetzt. Die Fenster selbst haben Fensterkreuze und auf der Südseite erhebt sich ein Türmchen mit einer Wetterfahne in den Himmel. Was lag da also näher, als eine weiße Balustrade als Handlauf und eine Treppe aus schickem Naturstein auf der Vorderseite und einen Balkon in gleicher Ausstattung? Aber wäre das bis Weihnachten überhaupt realisierbar?

Eine Werbung bei eBay Kleinanzeigen

Hinter dem Angebot in eBay Kleinanzeigen verbarg sich ein Anbieter für mediterrane Natursteine, ein absoluter Experte, nach eigenen Aussagen. Er unterstütze uns bei der Planung der Projekte, die offensichtlich aufgrund der Krümmungen und der Beschaffenheit der vorhandenen Substanz etwas herausfordernder waren, als ursprünglich angenommen. Hier konnte kein Angebot von der Stange abhelfen. Mediterraner Stein und Balustraden seien hier sinnvoll. Hier musste viel Erfahrung eingebracht werden. 26 Jahre Erfahrung und zahlreiche Fotos abgeschlossener Projekte des Anbieters sollten ausreichendes Vertrauen schaffen. Es hieß, dass beides innerhalb von 10 Tagen zu bewerkstelligen sei. Am Ende lagen Angebote vor für Material und Einbau mit einem stolzen Preis. Wir nahmen das Angebot an.

Zufälle gibts

Als der Experte erfuhr, dass ich im Bereich Mediengestaltung selbständig war, bat er mich um Hilfe für seinen Internetauftritt. Der bestehende Auftritt seiner Firma im Internet war über Jimdo selbst gemacht und er wünschte sich einen effektiveren und professionellen Auftritt. Also kam ich seiner Bitte nach und nahm einige längere Beratungstermine wahr. Am Ende entschied er sich dafür, meine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Ich erstellte also ein auf seine Wünsche aufgebautes Angebot, welches er annahm und ich stellte eine Rechnung für eine Anzahlung, wie ich es bei neuen Geschäftsbeziehungen grundsätzlich mache. Aber es kam keine Anzahlung, was mich ein wenig verwunderte. Stattdessen sollte es nochmalige Gespräche geben, um Details zu klären. Nachdem diese stattfanden und lediglich bereits Besprochenes noch einmal erörtert wurde, sollte es dann losgehen. Doch es erfolgte noch immer keine Anzahlung. Also hakte ich das Thema aufgrund der offensichtlich fehlenden Ernsthaftigkeit ab, denn ich mag keine Geschäftsbeziehungen mit Menschen, die nicht zu ihrem Wort stehen.

Dieses Verhalten hinterließ leider ein paar Zweifel in mir. Ich glaubte ein Muster zu erkennen und hoffte, dass die Ernsthaftigkeit bezüglich des Bauprojektes größer sei. Das Material, also mediterraner Stein, wurde ja bereits vollständig bezahlt und sollte rechtzeitig aus Spanien angeliefert werden. Balustraden waren auf Lager.

Schlechtes Wetter, schlecht für die Verarbeitung von mediterranem Stein

Der Herbst 2018 war feucht, denn es regnete sehr häufig. Es war fraglich, ob es tatsächlich sinnvoll wäre, das Projekt vor Weihnachten zu beginnen. Das Material traf dann schließlich erst Ende Februar 2019 ein, was aber kein Problem darstellte, da wir uns zwischenzeitlich entschieden, die Realisierung auf das Frühjahr zu verlegen, wenn es trockener sein sollte.

Am 14.06.2019 begannen dann nach ein paar terminlichen Missverständnissen die Arbeiten. Der ausführende Handwerker sei der Beste, hieß es. Er habe ebenfalls 26 Jahre Erfahrung und sei ein absoluter Profi in der Arbeit mit Naturstein. Wir freuten uns darauf, die beiden Gewerke in guten 14 Tagen in neuem Glanz erstrahlen zu sehen.

Holprige Kommunikation

Was über die gesamte Zeit des Kontakts schwierig war, war die Kommunikation. Anfragen wurden ignoriert, teilweise herrschte über viele Wochen absolute Funkstille aufgrund Nichterreichbarkeit des Anbieters. Aus unserer Sicht war es schwer nachzuvollziehen, warum es dem Anbieter nicht möglich erschien, kurze Anfragen von uns zu beantworten. Dieser Zustand besserte sich leider überhaupt nicht. Im Gegenteil, nachdem uns langsam die Geduld fehlte, reagierte der Anbieter gereizt, anmaßend und patzig. Aber was sollten wir machen? Die Steine waren bezahlt. Also mussten wir das wohl hinnehmen.

Baubeginn

Die Lieferung des Materials erfolgte mit dem eigenen PKW das Steinverkäufers. Angeblich war keine Spedition zu finden, so dass ein Anhänger genutzt werden musste. Die Treppe sollte zuerst verschönert werden. Die dafür nötigen Travertin-Platten, der mediterraner Stein, wurden mitgeführt. Allerdings wurden keine gebogenen Elemente für die Balustrade des Treppenprojektes mitgebracht. Uns erschien es sinnvoller, zuerst die Balustrade zu erreichten, da wir befürchteten, dass Material wie Beton, Kleber etc. bei der Verarbeitung heruntertropfen und die Treppe verunreinigen könnte. Wenn diese schon mit den Natursteinen verleidet wäre, würden die Steine sofort verunreinigt. Man versicherte uns aber, dass man wisse, was man tue und dass wir uns keine Sorgen machen sollten. Also wurden mangels gekrümmter Balustraden-Elemente zuerst die Treppe mit Travertin-Platten, also mediterranem Stein verkleidet.

Falsche mediterane Steinelemente geliefert

Tage später wurden dann auch die richtigen Elemente für die Balustrade geliefert. Was dann geschah, war genau das, was wir befürchteten. Die neuen Steine wurden durch herabfallenden Beton und Kleber verunreinigt. Die Bauherrin war den Tränen nahe, denn die Steine waren wirklich teuer und sie hatte keine Lust auf zurückbleibende Schleier auf den Stufen. Die Profis versicherten und, dass wir ein sauberes Produkt bekämen und dass alles mühelos abginge. Auf die Frage, warum man nicht die Steine abdeckte erhielten wir die Antwort, dass alles nicht aggressiv sei. Lediglich der Putz, der später aufgebracht würde, sei aggressiv und hier müsse man die Steine abdecken. Das sei sehr wichtig. Man empfahl uns, einfach während des Baus die Augen zu schließen und am Ende erst das fertige Ergebnis anzuschauen.

Optimistische Schätzung weicht der Realität

Es wurde sehr schnell klar, dass es mit 10 Tagen nichts werden würde. Zwischenzeitlich war es Mitte Juli und unser geplanter Urlaub rückte immer näher und wir waren besorgt, ob das Projekt bis zum Urlaubsantritt abgeschlossen sein würde. Man versicherte uns jedoch, dass bis dahin alles fertig würde. Allerdings hatten wir bis zu dem Zeitpunkt schon zahlreiche Versprechen erhalten, die nicht erfüllt wurden. Also blieb uns nichts weiter übrig, als zu hoffen und abzuwarten.

Teilrechnung des Auftragnehmers
Teilrechnung des Auftragnehmers

Baupause wegen Geld

Eine spannende Situation ergab sich, als der Auftragnehmer eine Rechnung für eine Abschlagszahlung stellte. Der Rechnungsbetrag war noch am gleichen Tag fällig, an dem die Rechnung gestellt wurde. Als das Geld am Tag darauf noch nicht auf dem Konto des Auftragnehmers war, stellte er die Arbeiten ohne Information an uns ein. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, das sei seine Geschäftspolitik. Dass die Zahlung zeitnah (am Tag nach der Rechnungsstellung) von der Bauherrin online getätigt wurde und es ein wenig Zeit brauche, bis die Zahlung auf seinem Konto ankam, schien nicht zu interessieren. Der Auftragnehmer war sichtlich ungehalten darüber, dass sein Geld so „lange“ brauchte.

Was für die Bauherrin jedoch schwierig war, war die mangelhafte Auszeichnung der erbrachten Leistungen. Es war nicht nachvollziehbar, was an Arbeit und was an Material abgerechnet wurde, was man mit dem vorliegenden Angebot hätte abgleichen können. Auch mehrmaliges Bitten nach einer nachvollziehbaren Abrechnung wurde versprochen, diese zu liefern. Bis heute wartet die Bauherrin jedoch darauf.

Mediterane Steinelemente anderweitig verkauft

Den letzten Bautenstand vor dem Urlaub habe ich am 21.07.2019 dokumentiert. Es hieß, unsere Abdeckungen der Pfeiler seien an jemand anderen verkauft worden und Ende des Monats käme eine neue Lieferung. Das war für uns schwer zu verstehen, denn die Abdeckungen waren bereits bezahlt und nun war es offensichtlich, dass das Projekt bis zum Urlaub nicht fertig werden konnte. Dazu kam, dass sich nun auch Verunreinigungen durch den aggressiven Putz auf den empfindlichen Steinen befand, der eigentlich sofort entfernt werden müsste. Die Bauherrin räumte also alles, was bis hierhin an Schmutz auf der Treppe lag selbst wegzukehren. Was übrig blieb, waren die Verunreinigungen, die fest mit den Steinen verbunden waren. Der Steinverkäufer benachrichtigte uns, dass er die Treppe „schön“ machen wolle. Wir luden ihn also ein, das während unseres Urlaubs zu erledigen. Doch unsere Nachricht darüber wurde nicht einmal gelesen.

Antwort auf viele Fragen

Die gesamte Art und Weise machte uns immer skeptischer. Also zog ich eine Wirtschaftsauskunft bei der Creditreform. „Von einer Geschäftsbeziehung wird abgeraten“ war die Empfehlung und bestätigte unsere mittlerweile stark angewachsene Skepsis. Dazu kam, dass in der Auskunft zu lesen war, dass der Status der Firma „abgemeldet“ sei. Eine Anfrage beim zuständigen Gewerbeamt brachte nichts. Dort war die Firma überhaupt nicht gelistet, weder aktiv noch abgemeldet. Im Verlaufe der Arbeiten verschwand auch die Domain der Firma, so dass die E-Mail-Kommunikation nicht mehr über die Firmen-E-Mail-Adresse möglich war. Was allerdings besonders schwierig war, waren 10 Einträge zu Terminen zur Abgabe der Vermögensauskunft, die nicht wahrgenommen wurden. Offenbar hatte man es mit einem Menschen zu tun, der anstatt zu kommunizieren und sich seinen Problemen zu stellen, lieber weglief. Eine schwierige Situation, wie kann man eine Geschäftsbeziehung halten mit einer Firma, die es gar nicht gibt? Wird hier möglicherweise Schwarzarbeit gefördert? Wie würde die Geschichte ausgehen?

Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub sah also alles aus, wie am Tag als wir in den Urlaub aufbrachen. Anfragen an den Auftragnehmer, wie es weiterginge, wurden nicht beantwortet. Der ausführende Dienstleister avisierte uns, dass er frühestens am kommenden Freitag zu uns kommen könne. Er hat zwischenzeitlich neue Projekte in der Mache und könne nur noch einmal in der Woche zu uns kommen, um die Arbeiten abzuschließen. Heute ist der 06.08.2019! Die Abdeckungen für die Pfeiler seien ebenfalls noch nicht eingetroffen.

Eine bildunterstützte Chronologie des Projektes mit mediterranem Stein:

Bautenstand 15.06.2019

Bautenstand 16.06.2019

Bautenstand 18.06.2019

Bautenstand 19.06.2019

Bautenstand 20.06.2019

Bautenstand 22.06.2019

Bautenstand 23.06.2019

Bautenstand 25.06.2019

Bautenstand 26.06.2019

Bautenstand 28.06.2019

Bautenstand 30.06.2019

Bautenstand 03.07.2019

Bautenstand 04.07.2019

Bautenstand 05.07.2019

Bautenstand 06.07.2019

Bautenstand 08.07.2019

Bautenstand 09.07.2019

Bautenstand 11.07.2019

Bautenstand 12.07.2019

Bautenstand 16.07.2019

Bautenstand 17.07.2019

Bautenstand 21.07.2019

Bautenstand 05.08.2019

Bautenstand 10.08.2019

Bautenstand 12.08.2019

Bautenstand 13.08.2019

Bautenstand 15.08.2019

Putz vom besten Verarbeiter mediterraner Steine

Die verputzte Wand der Kellertreppe lässt Experten schmunzeln. Diese beiden Bilder zeigen die Struktur einer einzigen Wand, der obere Bereich und der untere Bereich:

Auf die Umgebung könnte man auch achten

Verunreinigungen
Verunreinigungen am Carport

Wir hatten schon einige Handwerker hier im Haus. Es wurde stets darauf geachtet, die Umgebung nicht allzusehr in Mitleidenschaft zu ziehen und nach abgeschlossener Arbeit wurde immer pikobello aufgeräumt. Beim aktuellen Projekt war das nicht ganz so. Der Beton wurde anstatt auf der Erdfläche daneben, auf den Steinen des Carports gemischt und ordentlich verkleckert. Am Balkon wurde mit Beton gearbeitet. Darunter befinden sich Lichtschächte zum Keller. Diese wurden erst abgedeckt, als wir darauf aufmerksam machten, dass Beton in die Lichtschächte gekleckert wurde. Dass fester Beton schwer wieder abgeht, sollte klar sein.

An einem Fenster an der zu verputzenden Wand befimdet sich ein Rolladen. Dieser wurde mit Putz so zugeschmiert, dass man die Jalosie nicht mehr hochziehen konnte, ohne sie zu zerkratzen. Darauf aufmerksam gemacht, wurde der überstehende Putz abgeflext, und etwas von der Beschichtung der Jalousie gleich mit.

Jalousie mit abgetragener Oberfläche

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Schaden-/ Nutzenverhältnis

Verunreinigter, verklebter Abfluss

Bevor wir in den Urlaub fahren wollten, hieß es, der Putz an der Treppe müsse gestrichen werden. Das würde dann einen weiteren Tag in Anspruch nehmen. Da zu diesem Zeitpunkt feststand, dass der Spezialist nur noch einmal die Woche Zeit hätte und wir nicht in den Urlaub wollten, ohne zumindest ein wenig Grundordnung zu haben, strich ich den Putz selbst. Zu diesem Zeitpunkt war die Treppe, also mediterraner Stein, von Bauschutt verunreinigt, den wir dann nach dem Streichen des Putzes zusammenkehren und entsorgen konnten. Unter der ausgelegten Folie war massig Dreck, den wir dann entsorgten. Der nagelneue Wasserabfluss war voller Dreck und mit Klebstoff versaut. Wir achteten darauf, dass nicht noch mehr Schutt in den Abfluss gelangte.

Loses Fallrohr

Als der Spezialist Feierabend machte, steckte er das Fallrohr, welches sich direkt über der Treppe befindet, notdürftig an den Ablauf der Dachrinne. Auf meine Frage, ob das nicht abginge, sagte er, dass es schon halten würde. Wer wisse, was er tue. Naja, das war ohnehin die Standardantwort, die wir auf jegliche Frage erhielten. Am nächsten Tag ging es dann in den Urlaub, mit gemischten Gefühlen.

Kurz nach unserer Rückkehr kam es dann, wie es kommen musste. Es gab ein Unwetter. Es war kurz aber heftig. Das Fallrohr war während des Urlaubs abgegangen und so floss das Wasser vom Dach direkt in die Treppe. Der verunreinigte Abfluss schaffte die Masse Wasser nicht und so drang das Wasser unter die Türe ins Kellergeschoss ein. Die gesamte Etage war binnen Minuten überschwemmt. Ich rannte panisch raus und versuchte den Abfluss zu reinigen. Das war nicht einfach, da der von Kleber verunreinigte Deckel festhing. Schließlich schaffte ich es und machte den Ablauf sauber, wärend Das Wasser literweise auf mich vom Dach aus niederprasselte. Die Tür versuchte ich mit handtüchern behelfsmäßig abzudichten und dann versuchte ich das Fallrohr am Ablauf zu befestigen, was mir jedoch nicht gelang. Unten im Kellergeschoss stand das Wasser. Wir versuchten schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass das Wasser verschwand, was wir erst nach Stunden geschafft hatten.

Video 1 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Video 2 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Video 3 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Video 4 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Video 5 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Video 6 nach größter Beseitigung des eingetretenen Wassers

Am nächsten Tag begann sich das Laminat an den Kanten leicht zu heben. Es war offensichtlich vom Wasser etwas aufgequollen. Wir konnten von Glück reden, dass wir zuhause waren und so schnell reagierten, um Schlimmeres zu verhindern. Das Laminat war erst Anfang diesen Jahres neu verlegt worden.

Keine Einsicht aber Schuldzuweisungen

Es war ziemlich offensichtlich, dass das nicht passiert wäre, hätte man das Fallrohr nichtig befestigt. Das wäre eine Sache weniger Minuten gewesen. Die Verschmutzung im Ablauf wäre vielleicht nicht so schlimm gewesen, denn am Tag davor regnete es auch und das Wasser floss normal ab. Aber mit der zusätzlichen Menge Wasser, die vom Dach kam, war der Abluss eindeutig überfordert. Als der Spezialist dann heute zu uns kam, um weiterzuarbeiten, erzählte ich Ihm, was geschah und zeigte ihm das Laminat das an zahlreichen Stellen angequollen war. Sein Urteil lautete, es wäre kein Wasserschaden, das Laminat wäre nicht richtig verlegt worden. Er hätte ja nicht gesehen, wie es vorher aussah und hätte kein Wasser gesehen. Da muss man sich schon im Griff haben, wenn man so eine Aussage hört. Was hätten wir tun sollen? Das Wasser stehen lassen, damit er es sähe? Besser noch, er behauptete sogar, wir hätten uns alles nur ausgedacht, weil wir ihn betrügen und die Rechnung nicht bezahlen wollten. Das war schon starker Tobak, nachdem alles bisher stets pünktlich gezahlt wurde.

Statt dessen wären wir selbst schuld. Wir wollten den Putz streichen und hätten nicht richtig aufgeräumt. Grundsätzlich kann man dagegen nichts sagen. Die Frage ist, was wäre gewesen, wenn wir den Putz nicht gestrichen hätten. Über dem Ablauf war eine Folie. Der Spezialist wollte, dass gestrichen wird. Wollte er denn tatsächlich alles aufräumen, saubermachen und dann vor dem Streichen erneut alles mit Folie abdecken? Das erschien uns sehr unwahrscheinlich. Er hatte an dem Tag vor unserem Urlaub nicht einmal die Zeit, das Fallrohr ordnungsgemäß zu befestigen und seine Arbeitsweise hat uns bisher nichts anderes signalisiert, als dass ihm die Umgebung völlig egal war.

Bargeld für Material kassiert, Quittungen anderweitig vergeben

Es kann vorkommen, dass man während der Arbeiten mit mediterranem Stein feststellt, dass noch weiteres Material benötigt wird, so auch bei diesem Projekt. Wir gaben dem Ausführenden Bargeld, damit er das nötige Material kaufen könne. Die Quittungen dafür sollte er uns dann später aushändigen. Gestern begann er abermals das Gespräch wegen der Abrechnung. Also sprach ich ihn auf die Quittungen an. Er sagte, dass er die Quittungen allesamt seinem Partner gegeben hätte, weil wir mit diesen eh nichts anfangen könnten. Diese Antwort verschlug mir die Sprache. Ich erwiederte ihm gegenüber, dass wir ihm Geld gaben und die Quittungen entsprechend uns gehörten. Wie soll sonst nachvollziehbar sein, wieviel Material gekauft wurde und wieviel vom Geld übrig blieb?

Prompt kam am nächsten Morgen die Abschlussrechnung, obwohl die Arbeiten noch nicht fertiggestellt wurden. Und wie sollte es anders sein, natürlich nur pauschal und nicht nachvollziehbar, was genau berechnet wurde. Es hätte ja sein können, dass der Auftraggeber zwischenzeitlich gelernt hätte, dass eine Rechnung nachvollziehbar zu sein hat. Aber dem war wohl nicht so. Die Rechnung wird selbstverständlich bezahlt, sobald das mediterraner Stein Projekt mit allen Arbeiten abgeschlossen, alles ordentlich sauber und aufgeräumt ist und man nachvollziehen kann, was genau abgerechnet wurde. Außerdem schaut sich ein Sachverständiger vorher alles an und urteilt, ob auch alles fachgerecht ausgeführt wurde. Darüber hinaus wird er feststellen, ob durch den Wasserschaden noch Feuchtigkeit vorhanden ist und eventuell Schäden entstanden sind, die man nicht sehen kann.

Abschluss

Am 15.08.2019 wurde alles zusammengepackt. Die Herren verluden ihr Gerüst und das Restmaterial (welches wir gekauft oder bezahlt hatten) ohne Rücksprache auf ihren Anhänger. Ganze zwei Monate hat es gedauert. Von der anfänglichen Freunde ist leider nur Frust geblieben. Jeden Tag hofften wir, dass es endlich vorbei wäre.

Nachdem alles verladen war, standen die Herren noch gute 2 Stunden in der Gegend herum, quatschten und rauchten. Wir waren zuhause und wunderten uns, dass niemand klingelte. Gegen 20:30 Uhr klingelte es dann doch. Man wolle sich verabschieden. Wir gingen also und schauten uns die Gewerke an. Die einzige Frage, die gestellt wurde war, ob wir mit der Arbeit zum mediterranen Stein zufrieden wären. Alles, was von unserer Seite an Bedenken geäußert wurde über die lange Zeit, die magelhafte Kommunikation, den Wasserschaden wurde abgetan, man solle doch nicht über die Vergangenheit reden. Jetzt zähle nur das Endresultat und er wolle wissen, wann wir zahlen.

Kein Wort darüber, was mit unseren Quittungen sei, die der Ausführende statt uns an ihn weitergab, keine Entschuldigung für die nicht eingehaltenen Zusagen oder die dürftige Kommunikation. Es gab auch keine Erklärung, wie so seine Firma als abgemeldet bei der Creditreform geführt wird. Es sei alles unwichtig, es zähle nur das Projekt. Der Ton war wie gewohnt sehr anmaßend. Unsere Sicht der Dinge interessieren nicht, er wollte hören, was die beiden für geniale Typen seien. Nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein.

Meiner Erfahrung nach erkennt man gute Leute daran, dass sie bescheiden sind und super Arbeit abliefern. Sie haben es nicht nötig, jedem auf die Nase zu binden, wie toll sie sind. Das ist eher ein Merkmal von Dienstleistern, die eben nicht so toll sind, wie sie gern wären. Die Menschen sprechen schließlich nur darüber, was sie gern hätten. Was sie haben, unterliegt dem Selbstverständlichkeitsprinzip.

Zufrieden sind wir keinesfalls. Der über den grünen Klee gelobte Spezialist hat sicherlich seinen Job gemacht. Aber ein „Arbeitstier“, wie ihn sein Partner bezeichnete, war er mit Sicherheit nicht. Außerdem war die Arbeit an vielen Stellen nicht so professionell, wie man das vom Besten (wie man ihn bezeichnete) erwarten würde.

Ich hatte keine Lust mehr, mit diesem Menschen zu reden. Deshalb sagte ich ihm, was er hören wollte und hoffte, dass er bald verschwindet. Die Aussage anfangs war, dass uns ein sauberes Produkt geliefert würde. Den letzten Bautenstand und die Mängel sind in der folgenden Galerie ersichtlich.

Bautenstand 16.08.2019 – nach Abschluss der Arbeiten

Fazit: Mediterraner Stein und Sockel sind nach wie vor verunreinigt und nicht komplett verfugt. Balustraden sind unsauber verklebt und abgeschliffen. Der Putz hat unsaubere Abschlüsse und ist nicht gleichmäßig an der Wand. Anstatt ein sauberes Endprodukt zu liefern, erhielten wir wohlwollende Tipps, wie wir die Verunreinigungen beseitigen könnten, zum Beispiel mit Klorix. Es stellt sich nur die Frage, wie der Stein danach aussieht. Klorix ist ein aggressiver Kalkentferner. Diesen auf Kalkstein aufzutragen, ist vielleicht nicht die beste Idee.

Es wäre sinnlos gewesen, all das zu bemängeln, denn die beiden sind so darauf bedacht, ihre Fähigkeiten zu preisen, dass es statt Einsicht nur nicht zielführende Diskussionen gegeben hätte. Auf anwaltlichen Rat haben wir den Dienstleister darübver informiert, dass ein Sachverständiger kommt und ihm angeboten, bei dem Termin dabei zu sein. Das wurde seinerseits jedoch nicht angenommen.

Zwischenzeitlich hatten wir Kontakt zum dem Bausausführenden und baten ihn, die Mängel zu beseitigen. Dies sicherte er uns auch sofort zu.

Unser Urteil:

Nicht zu empfehlen! Aus rechtlichen Gründen werden in diesem Text keine Namen genannt. Nachfragen von Lesern per persönlicher Nachricht sind aber kein Problem.

Update, 23.08.2019:

Zwischenzeitlich war der Sachverständige da und hat die Feuchtigkeitswerte gemessen. Ende kommender Woche soll das Gutachten kommen. Den Dienstleister habe ich der Fairness halber zuvor eingeladen, an dem Termin mit dem Gutachter teilzunehmen. Seine Reaktion war, Zitat: „wenn man nach eigener Aussage Pleite ist kann man ja nur so handeln“. Wow! Absolut nachvollziehbar. Das Gutachten bezahlen wir aus eigener Tasche und das wird sicher einen Tausender kosten. Insofern spannende Aussage vom Dienstleister. Über die Art und Weise muss man wohl keine Worte verlieren. Wenn ich ein Dienstleister wäre und aus meiner Leistung wäre ein Schaden entstanden, hätte ich versucht, das zu regeln, anstatt mit frechen Sprüchen zu kommen. Aber das sind wir ja schon gewöhnt.