Ich habe Geld in den Sand gesetzt – 4 wertvolle Tipps, wie Dir so etwas nicht passieren kann

Ich habe Geld in den Sand gesetzt! Kennst Du das? Man schließt etwas in voller Überzeugung ab und sehr viel später bemerkt man, dass es ein Fehler war? Als ich vor Jahren meine Ausbildung zum Bankkaufmann machte und dann im Finanzvertrieb arbeitete, fühlte ich mich richtig gut informiert. Ich hielt mich fachlich für absolut sattelfest und konnte jedes Gegenargument entkräften.

Als ich bemerkte, dass ich einem Märchen aufgesessen war, waren bereits Jahre vergangen. Dir soll es nicht so gehen, deshalb gebe ich Dir jetzt vier wertvolle Tipps, die Dich vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Tipp 1: Geld nicht in den Sand setzen sondern verstehen

Leider gibt es kein Fach Geld in der Schule. Geld umgibt uns und wird genutzt. Aber wie es entsteht, wissen nur die wenigsten. Dabei ist das Verständnis für Geld essenziell, wenn man Vermögen aufbauen möchte.

Alles existente Geld sind Schulden

Als Kind dachte ich, Geld würde gedruckt und geprägt und dann verteilt, damit jeder erstmal etwas davon besitzt. Die Wahrheit konnte nicht weiter davon entfernt sein. Jeder Geldbetrag wird durch die Ausgabe von Krediten aus dem Nichts erschaffen. Wenn ein Unternehmer sich von seiner Bank 1 Mio. Euro leiht, wird dieses Geld durch die Bank über eine Buchung erschaffen. Dem Kunden werden 1 Mio. auf seinem Geschäftsgirokonto gutgeschrieben.

Die Bank verwaltet das Guthaben des Kunden auf dem Girokonto, hat also eine Verbindlichkeit gegenüber dem Kunden. Diese erscheint in der Bilanz der Bank auf der Passivseite. Gleichzeitig entsteht eine Forderung der Bank gegenüber dem Kunden in Höhe von 1. Mio. Euro. Durch das Darlehenskonto. Diese Forderung erscheint in der Bilanz der Bank auf der Aktivseite. Das nennt sich Bilanzverlängerung, denn sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite der Bank stehen jetzt 1. Mio. Euro mehr.

Wird das Geld wieder an die Bank zurückgezahlt und das Darlehen getilgt, wird die Bilanz wieder um die 1. Mio. Euro verkürzt und das Geld wird wieder vernichtet.

Aber was ist mit den Zinsen?

Für das Darlehen muss der Kunde Zinsen an die Bank bezahlen. Aber wo kommt das Geld für die Zinsen her? Schließlich wird immer nur der Darlehensbetrag erschaffen, nicht aber die Zinsen.

Die Zinsen muss der Unternehmer erwirtschaften, also aus einer anderen Quelle besorgen. Und jetzt aufgepasst: Da jedes Geld über Kredite erschaffen wird, die allesamt ja auch wieder zurückgeführt werden müssen, ist das Geld für Zinsen gar nicht eingeplant. Das bedeutet, jeder versucht das Geld für die Zinsen aus anderen Quellen zu besorgen. Und in diesem Prozess muss es zwangsläufig Kreditnehmer geben, die auf der Strecke bleiben und ihre Schulden nicht zurückführen können.

Und was ist mit Zinseszinsen?

Zinseszinsen sind Zinsen auf Zinsen. Durch Zinsen erhöht sich die Geldmenge, ohne dass tatsächlich ausreichend Geld vorhanden ist. Das klingt paradox, aber so ist es tatsächlich. Das alles geschieht elektronisch, völlig ohne Substanz. Mathematisch ist die Zinseszinsformel eine Funktion, die mit fortschreitender Zeit gegen Unendlich geht. Jeder weiß, dass es den Zustand Unendlich nicht gibt. Ergo muss dieses Geldsystem irgendwann kollabieren. Das ist Fakt.

Ist Geld sicher?

Geld und Geldwerte besitzen also ein existenzielles, systemisches Problem, welches unlösbar ist. Und das Geldsystem steuert konsequent in Richtung Untergang. Beantworte Dir die Frage selbst: Ist Geld sicher? Und in dem Zusammenhang frage Dich, sind Geldwerte, also sämtliche Anlageformen, die Geld auf Konten führen, sicher?

Also: Bewerte für Dich, wie sicher Geld in Deinen Augen ist. Aus dieser Bewertung musst Du entscheiden, ob Vermögensaufbau mit Geld oder Geldwerten aus Deiner Sicht zielführend ist.

Tipp 2: Geldwertanlagen sachlich bewerten

Sparbuch, Festgeld, Lebensversicherung, Bausparen und wie sie alle heißen, werden aus unterschiedlichsten Beweggründen abgeschlossen. Allerdings kann ein Ziel über allen gestellt werden, man möchte Erträge erzielen und keinesfalls Verluste machen. Unter Renditegesichtspunkten muss man dabei drei Faktoren berücksichtigen.

Die Verzinsung

Die Zinserträge von Geldwertanlagen sind in der Regel bescheiden. Auch wenn die Institute darauf pochen, dass die Angebote gut verzinst werden, ist die Wahrheit eine andere. Und das gilt nicht nur jetzt in Zeiten historischer Niedrigzinsen. Finanzinstitute bezahlen nicht gern viel für das Geld, welches sie sich leihen. Lege ich nämlich 5.000 Euro auf ein Festgeld, ist das ein Darlehen, welches die Bank bei mir aufnimmt. Und da werden stets viel geringere Zinsen gezahlt, als wenn ich mit 5.000 als Darlehen von der Bank hole. Das ist das Geschäftsmodell der Institute, viel Zinsen kassieren aber wenig herausgeben.

Die Kosten

Manche Geldwertangebote haben enorme Kosten. Eine Lebensversicherung berechnet zum Beispiel etwa 3 Jahresbeiträge an Abschlusskosten. Ein Bausparvertrag kostet zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme an Abschlussgebühr. Dieses Geld muss man erstmal wieder erwirtschaften.

Die Inflation

Ein Mitbringsel des Schuldgeldsystems ist die Inflation. Diese ist in der Regel von der umlaufenden Geldmenge abhängig. Ist viel Geld im Umlauf, steigt die Inflation und umgekehrt. Inflation beschreibt die Steigerung der Preise. Es wird also alles mit der Zeit teurer. Das bedeutet zum Beispiel, dass man mit 5.000 Euro im Jahr 2000 noch erheblich mehr Waren kaufen konnte als 15 Jahre später, im Jahr 2015.

Die aus der Inflation folgende Gefahr

Das Problem ist, dass dieser Inflationsprozess schleichend stattfindet. Im Alltag hat man wenig Aufmerksamkeit darauf. Deshalb glaubt man bei Geldwerten, die über lange Zeit angelegt werden, dass der Betrag auf dem Konto erhalten bleibt. Schließlich wird die Zahl ja nicht weniger. Jahre später, wenn alles teurer ist, fällt es dann auf. Aber dann ist es zu spät.

Also: Kritisiere Deine vorhandenen Finanzprodukte in Bezug auf Abschlussgrund, Ziel und ob dieses Ziel realistisch mit dem Produkt erreichbar sein wird. Trenne Deine Produkte nach sinnvollen und sinnlosen Verträgen. Und mach es sofort, bevor Du Geld in den Sand setzt!

Tipp 3: Ursache für Verluste erkennen

Oft liest man Tipps von Verbraucherschützern, die zum Beispiel davor warnen, eine Lebensversicherung zu kündigen, weil dies Verluste nach sich ziehe. Ist dies tatsächlich so?

Wenn man sich für einen Sparvertrag oder eine Geldanlage entscheidet, tut man dies mit dem Ziel des Gewinns. Eine andere Motivation kann es nicht geben. Wenn sich ein Vertrag als unrentabel oder nicht zielführend erweist, ist es dann zweckmäßig, aus Verlustängsten daran festzuhalten? Oder anders gefragt, wird ein unrentabler Vertrag besser, wenn man ihn weiterführt?

Entweder ein Vertrag ist rentabel oder er ist es nicht. Daran gibt es nichts schönzureden. Meiner Ansicht nach, ergibt es gar keinen Sinn, etwas Unrentables weiterzuführen. Die beste Lösung wäre, zu retten, was zu retten ist und etwas Vernünftiges zu machen und jeden vorhandenen Euro dafür zu verwenden.

Also: Wenn Du entdeckst, dass etwas nicht hält, was es verspricht, dann trenne Dich davon. Wenn Du merkst, dass Du Geld in den Sand gesetzt hast, ist das bitter, aber nicht mehr zu ändern. Rette jeden einzelnen Euro und investiere ihn rentabel.

Tipp 4: Wahre Werte erkennen und kaufen

Geld und Geldwerte sind bedrucktes Papier. Verschwindet die Grundlage dafür (Hyperinflation, Währungsreform, Zusammenbruch des Geldsystems usw.), wird dieses Papier wertlos. In dem Fall hätte man sein gesamtes Geld in den Sand gesetzt. Vermögen kann nur mit wahren Werten aufgebaut werden, also mit Sachwerten.

Hier gilt es, die Sachwerte zu wählen, die tatsächlich werthaltig sein. Dazu gehören beispielsweise Edelmetalle, Industriemetalle, Rohstoffe und Immobilien. Man muss nicht lange im Internet suchen, um zu erkennen, dass bei geldwertvernichtenden Krisen diejenigen ihre Vermögen mit diesen Sachwerten retten konnten.

Keine Angst vor hohen Preisen

Viele sagen nun, dass es sich nicht lohne, Gold oder Immobilien zu kaufen, weil diese zurzeit teuer wären. Erinnere Dich an das Thema Inflation. Preise steigen, Geldwerte werden aufgezehrt. Ist Gold teuer, ist nicht Gold wertvoller geworden. Gold ist stets wertstabil. Man muss nur beizeiten mehr oder weniger Geld dafür bezahlen, weil die Kaufkraft des Geldes höher oder geringer ist. Um dies zu realisieren, ist ein Umdenkprozess notwendig. Wir sind es gewohnt, Preise anhand der Geldmenge zu bewerten, die man für etwas bezahlen muss. Sich daran zu gewöhnen, nicht das Geld in den Mittelpunkt zu stellen, braucht Zeit. Und je eher Du das schaffst, umso besser.

Ein Beispiel soll Dir das verdeutlichen. Im antiken Rom kostete eine gute Robe eine Unze Gold. Ein Maßanzug kostet heute noch immer eine Unze Gold. Verstehst Du, was ich meine?

Also: Behalte eine Barreserve von 3 Monatseinkommen auf einem Tagesgeldkonto für Notfälle. Wende Dich werthaltigen Sachwerten zu. Baue Dein Vermögen schrittweise mit Sachwerten auf. Streue dabei in verschiedene Sachwerte, um Chancen und Risiken ausgewogen zu gestalten.

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